Kia Xceed 1.6 T-GDI Spirit, Mazda CX-30 Skyactiv-X 2.0 Selection, Mini Cooper S Countryman, Exterieur Achim Hartmann
Kia Xceed 1.6 T-GDI Spirit, Mazda CX-30 Skyactiv-X 2.0 Selection, Mini Cooper S Countryman, Exterieur
Kia Xceed 1.6 T-GDI Spirit, Mazda CX-30 Skyactiv-X 2.0 Selection, Mini Cooper S Countryman, Exterieur
Kia Xceed 1.6 T-GDI Spirit, Exterieur
Kia Xceed 1.6 T-GDI Spirit, Exterieur 42 Bilder

Kia XCeed, Mazda CX-30, Mini Countryman im Test

Diese drei mischen die Kompaktklasse auf

Was die drei nicht alles mixen: Der neue Kia XCeed Vernunft mit Abenteuerlichkeit, der Mini Countryman ambitionierte Variabilität mit dynamischem Handling, der Mazda CX-30 mit seinem Motor die Prinzipien von Nikolaus Otto und Rudolf Diesel. Dazu mischen alle drei die Kompaktklasse auf. Wir testen im Vergleich, welcher der Beste ist. Misch ans Werk!

Zu den Geheimnissen der Straße des Erfolgs zählen jene, wonach man nie weiß, wohin sie führen und welche Wendungen sie nehmen wird oder wie es ihr dennoch gelingt, sich im Rückspiegel als stete Gerade zu erstrecken. Doch darf man vermuten, dass sie voll Un-Wegbarkeiten ist und eine Grundsanierung vertragen könnte. Wie sonst ließe sich erklären, dass derzeit Modelle mit Geländeauftakelung sie am besten meistern. Ob das nach dem Mini Cooper S Countryman auch Kia XCeed 1.6 T-GDI und Mazda CX-30 Skyactiv-X 2.0 gelingt, klären wir im Vergleichstest. Viel Erfolg!

Anders als bei Kompakten, die sich ihre stilistische und technische Gelände-Rustikalität nur mit angeclipsten Radlaufschützern und etwas mehr Bodenfreiheit zurechtzimmern (ja, wir meinen dich, Ford Focus Active), war es eine größere Sache, aus dem Kia Ceed den XCeed zu entwickeln – so richtig mit Hoch- und Tiefbauamt dabei. Außer den Vordertüren ist alles neu an der um 8,5 Zentimeter gelängten und 2,6 Zentimeter verbreiterten Karosserie.

Kia: nicht X-beliebig

Trotz 4,4 Zentimeter mehr und damit nun insgesamt ambitionierten 18,4 Zentimeter Bodenfreiheit erhebt der Kia XCeed seine Passagiere auf den bequemen Sitzen nur sacht über Kompaktklasse-Niveau. Wirklich aussichtsreicher wird es dadurch nicht, erst recht nicht nach hinten, wegen der flachen Heckscheibe und der dicken C-Säulen.

Die müssen wir deswegen so heftig geißeln, weil sie schon die ärgste Kritik ermöglichen, die sich der Kia XCeed einhandelt. Ansonsten nämlich passt eigentlich alles. Der Zwischenboden ebnet die Innenkante des großen Laderaums, dessen Volumen die dreiteilig klappbare Rücksitzlehne variiert. Auf dieser sind Passagiere bequem und raumreich untergebracht, und die Solidität reicht bis zur Bedienung, bei der Kia der Ordnungskraft klar beschrifteter Tasten vertraut. Auf dem Cockpit steht der berührsensible Monitor, groß genug, um zwei separate Anzeigen einzublenden. Zudem navigiert der Kia XCeed mit Echtzeit-Verkehrsdaten ans Ziel.

Kia Xceed 1.6 T-GDI Spirit, Interieur
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Im Vergleich zum Ceed ist die Lenkung direkter übersetzt und verfügt über eine rückmeldungsförderndere Kennlinie.

Das Ziel? Kann gern der Weg sein. Im Vergleich zum Kia Ceed ist die Lenkung direkter übersetzt und verfügt über eine rückmeldungsförderndere Kennlinie. Zudem wurden die MacPherson-Vorder- und Mehrlenker-Hinterachse neu abgestimmt – mit weicheren Federraten und neuen Dämpfern. Schließlich absorbiert ein Dämpfer am hinteren Querträger Geräusche und Vibrationen. All das macht aus dem Kia XCeed keinen so umtriebigen Kurvenschwerenöter wie den Mini, doch für einen hochgesetzten Kompakten fährt er bemerkenswert geschwind. Er schubbert früher ins Untersteuern als die anderen beiden, packt weniger Gefühl in die Lenkung. Aber alles bleibt sicher, beschwingt, komfortabel. Selbst grobe Unebenheiten steckt die Federung gut weg, beladen hier sogar am besten – trotz der weicheren Federn ohne viel Wanken in Kurven oder Nachschwingen auf langen Wellen.

Derweil geht es entschlossen voran mit dem Turbobenziner, freundlich unterstützt von der präzisen Sechsgangbox. Neben der Laufkultur passt es mit dem Testverbrauch von 8,2 Liter/100 Kilometer. Überhaupt passt ja viel beim Kia XCeed, selbst die vehemente Bremsverzögerung, die bequemen Sitze, die ordentliche Assistenzausstattung und eben vor allem Preis, Ausstattung und Garantie. Dann mal X für ungut: Ceed gut aus für den Kia.

Mazda: selbstzündende Idee

Auf der Straße des Erfolgs mag es keine Abkürzungen geben, aber bei Mazda kennen sie einige wenig befahrene, aussichtsreiche Nebenstrecken. Auf denen sind sie in den letzten Jahren weit vorangekommen mit cleveren Ideen oder auch damit, Sachen sein zu lassen, etwa die Aufladerei von Benzinern. Stattdessen haben sie den Skyactiv-X entwickelt, einen Benzinmotor, der wie ein Diesel selbstzündet. Also fast – unterstützt von einer Zündkerze. Sie setzt kurz vor der Selbstentzündung des Kraftstoffs einen kleinen Funken, der sozusagen das Pulverfass entzündet und damit eine kontrollierte Verbrennung im Zylinder ermöglicht. Damit verbindet der Skyactiv-X die Effizienz eines Diesel mit der geringeren Abgasbelastung eines Benziners. Klappt klasse, wie der Mazda 3 im Test zeigte (Heft 21/2019).

Der Skyactiv-X ist auch die Topmotorisierung im Mazda CX-30. Der übernimmt viel Technik des 3, ist aber kürzer in Länge und Radstand. Da liegt er auf dem Format von Kia XCeed und Mini Cooper Countryman, während die Passagiere auf der kurzen, steillehnigen Rückbank gedrängter beherbergt werden. Beim Ladevolumen gibt es kaum Unterschiede, wohl aber bei der Variabilität. Die beschränkt sich auf die zweigeteilte Lehne. Durchlade, Neigungs- und Längsverstellung? Nö.

Mazda CX-30 Skyactiv-X 2.0 Selection, Interieur
Achim Hartmann
Beim Ladevolumen gibt es kaum Unterschiede, wohl aber bei der Variabilität. Die beschränkt sich auf die zweigeteilte Lehne.

Viel Aufwand steckt Mazda dafür in schmucke, solide Materialien sowie die serienmäßig umfassende Assistenzausstattung von Abstandstempomat über Spurhalte- und Spurwechselwarner sowie Head-up-Display bis zu LED-Licht. Navi und Rückfahrkamera sind auch dabei, doch das allein macht noch kein gutes Auto. Daher kümmert sich der Mazda CX-30 mit großem Talent vor allem um das, worum es beim Auto geht: das Fahren.

Da überzeugt er bei sacht angestrafftem Set-up mit angenehmem Komfort – abgesehen von harschem Ansprechen auf kurze Unebenheiten – und mit feschem Handling. Für das muss er nicht so ein zappeliges Spektakel inszenieren wie der Mini Cooper Countryman, denn seine direkte, gefühlvoll rückmeldende Lenkung führt ihn präzise durch Kurven. Die absolviert er neutral, drängt spät ins Untersteuern. Außer man geht kurz vom Gas, so lastwechselstupst das Heck nach außen. Das mindert nie die hohe Fahrsicherheit, gibt aber einen kleinen Eindrehimpuls, der das Handling dynamisiert.

Und dann ist da diese Schaltung, die allein ein guter Grund sein kann, den Mazda zu kaufen – klickediklackig-kurzwegig und mit dieser minimalen Schwergängigkeit, die feinmechanische Präzision erst greifbar und Schalten zum Vergnügen macht. Das kann nicht schaden, wenn es gilt, den Rivalen zu folgen. Allein gefahren genügt das Temperament des kernigen Zweiliter-Benziners locker, doch um den beiden Turbos hier hinterherzukommen, muss er sich sputen.

Das trübt seine Effizienz etwas, weil die Vorteile des Skyactiv-X im Teillastbereich liegen. Bei hohen Drehzahlen schaltet er von Selbst- auf Fremdzündung und fetteres Gemisch. Im Test liegt der Mazda CX-30 mit 7,5 Liter/100 Kilometer aber klar unter den Rivalen. Dazu bremst er gut, ist leicht zu bedienen und günstig. Mazdas Nebenstrecke ist eine Überholspur.

Mini: der Sturm des Drangs

Fürs Überholen war der Mini Cooper S Countryman immer zu haben, dabei musste es nicht mal ums Gewinnen gehen. Das änderte sich in der aktuellen Generation, die sich neben mehr Stattlichkeit eine Ernsthaftigkeit aneignete, mittels derer gar Siege in Vergleichstests erzielbar waren – etwas, was dem Mini zuvor kaum passiert wäre.

So sammelt der Mini Cooper S Countryman nun Punkte mit umfassender Variabilität, üppigem Raumangebot und dem gut nutzbaren Kofferraum. Dazu hat er seine Verarbeitung solidisiert und die Bedienung zumindest des Infotainments übersichtlicher arrangiert. Gute Sachen, all das, und nichts von dem muss einem kurzweiligen Handling entgegenstehen, mag man denken. Aber da übertreibt es der Countryman. Mit der zappelig-spitzen Lenkung verhaspelt er seinen Geradeauslauf, bringt statt Dynamik Hektik ins Handling. Das kann man wie das Lastwechsel-Heckdrängeln mögen, sollte es von einem Mini wohl gar erwarten. Im Alltag aber stört das oft, zumal die Hyperagilität wegen des strammen Fahrwerks mit herbem Federungskomfort einhergeht.

Mini Cooper S Countryman, Interieur
Achim Hartmann
Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe wechselt eilfertig-passgenau die Gänge, verschafft dem Mini eine Rasanz, die den Messwerten nach kaum hinter jener des etwas stärkeren, viel leichteren Kia zurückbleibt, diese subjektiv gar noch übertrifft.

Klar, das zählt ebenso zum Konzept des Cooper S wie die wuchtigen 192 PS des Zweiliter-Turbos, der im Testwagen mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe verbandelt ist. Es wechselt eilfertig-passgenau die Gänge, verschafft dem Mini eine Rasanz, die den Messwerten nach kaum hinter jener des etwas stärkeren, viel leichteren Kia XCeed zurückbleibt, diese subjektiv gar noch übertrifft. Das allerdings gelingt dem Triebwerk auch beim Verbrauch (8,3 Liter/100 Kilometer) und dem Countryman als solchem noch viel erheblicher beim Preis. Mit vergleichbarer Ausstattung kostet er fast 10.000 Euro mehr als Kia XCeed und Mazda CX-30. Dass er hier das älteste Auto ist, zeigt sich in der lückenhaften Assistenzausstattung – so fehlt etwa ein Totwinkelwarner.

Aber ach, ist das nicht gerade sinnbildlich? Denn während er da so vor sich hinfährt, überrumpeln den Countryman ohne Vorwarnung zwei Neulinge auf der Straße des Erfolgs.

Fazit

1. Mazda CX-30 Skyactive-X 2.0 435 Punkte

Na, das fährt der Mazda CX-30 Skyactive-X 2.0 locker heim. Er siegt mit hoher Effizienz, klasse Bedienung, feschem Handling, angenehmem Komfort und gediegener Qualität.

2. Kia XCeed 1.6 T-GDI 418 Punkte

Na, der XCeed 1.6 T-GDI ist ein noch besseres Auto als der Ceed – mit solidem Alltagsnutzen und kraftvollem Antrieb, günstig bei üppiger Ausstattung und Garantie.

3. Mini Cooper S Countryman 405 Punkte

Na, was war da los? Mit hohen Kosten verliert er die Silbermedaille. Ein Ausnahmetalent, aber nun mehr bei der Variabilität als mit dem zappeligen Handling.

Technische Daten

Kia XCeed 1.6 T-GDI Spirit Mazda CX-30 X 2.0 M Hybrid Selection Mini Countryman Cooper S Cooper S
Grundpreis 28.290 € 29.490 € 34.050 €
Außenmaße 4395 x 1826 x 1495 mm 4395 x 1795 x 1540 mm 4299 x 1822 x 1557 mm
Kofferraumvolumen 426 bis 1378 l 430 bis 1406 l 450 bis 1390 l
Hubraum / Motor 1591 cm³ / 4-Zylinder 1998 cm³ / 4-Zylinder 1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 150 kW / 204 PS bei 5500 U/min 132 kW / 180 PS bei 6000 U/min 141 kW / 192 PS bei 5000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 220 km/h 204 km/h 225 km/h
0-100 km/h 7,4 s 9,8 s 7,7 s
Verbrauch 6,7 l/100 km 4,6 l/100 km 5,7 l/100 km
Testverbrauch 8,2 l/100 km 7,5 l/100 km 8,3 l/100 km
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