Kindersitzcrashtest auto motor und sport Reinhard Schmid
Kindersitzcrashtest
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Kindersitz-Crashtest 2010

5 Kindersitze fallen komplett durch

Fünf von zehn zum auto motor und sport-Crashtest angetretenen Kindersitzen fallen durch. So schlecht war die Bilanz seit vielen Jahren nicht. Dass vier Sitze kollabieren, gab es überhaupt noch nie.

Ein derartiges Desaster hatte die Crashtest-Mannschaft auf der Prüfbahn des TÜV nicht erwartet, im Gegenteil. 18 Jahre nach dem ersten auto motor und sport-Kindersitztest war mit überwiegend guten Ergebnissen zu rechnen. Schließlich lag der letzte Totalausfall eines Sitzes, bei dem Teile aus der Schale brachen, schon fast sieben Jahre zurück. Doch jetzt schauen die Tester verblüfft auf die gebrochene Struktur des Chicco Key 1, ohne zu ahnen, dass der Schrecken bei dieser Serie beinahe kein Ende nehmen will.

Kindersitze wurden im freien Handel gekauft

Aber der Reihe nach. Wie üblich wurden die Sitze vor dem Crash wie vom normalen Kunden im Handel eingekauft. Das Augenmerk bei der Auswahl lag dabei natürlich auf Neuheiten oder modellgepflegten Sitzen. So ist auch zu erklären, dass bei diesem Crashtest keine Babyschalen dabei sind, denn hier ist seit dem letzten Test in Ausgabe 18/2006 nur eine komplett neue Schale auf den Markt gekommen. Ganz anders in der Sitzgruppe I für Kinder bis drei Jahre und der anschließenden Gruppe II-III, deren interessante Zugänge daher das Testfeld bilden.

Bei gebrauchten Sitzen kann Vorschädigung nicht ausgeschlossen werden

Dazu kommt ein gebrauchter Sitz. Vor dem Erwerb von Rückhaltesystemen aus zweiter Hand hat auto motor und sport bisher immer gewarnt. Schließlich kann bei einem älteren Sitz eine Vorschädigung nicht ausgeschlossen werden. Schon ein kleiner Unfall kann einem Kindersitz Schäden zufügen, die eventuell nicht sichtbar sind, seine Schutzfunktion jedoch massiv beeinträchtigen. Der Testsitz stammt allerdings von einem Mitglied der auto motor und sport-Redaktion und war garantiert ohne Vorschaden zum Test angetreten. Er sollte sich bis zu seinem Einsatz noch gedulden müssen, denn wer konnte schon wissen, wie gut der Oldie den empfindlichen Dummy schützen würde. Der Chicco Key 1 wurde als Erster in der Test-Karosserie montiert, weil er mit dem Isofix-Befestigungssystem ausgerüstet ist. Das bot dem Dummy bei früheren Tests häufig ein Quäntchen mehr Schutz als die Sitze, die ausschließlich mit dem Autogurt gehalten werden - es sollte anders kommen.

Kindersitz Key 1 bricht im Crashtest

Allerdings verfügt der Key 1 nicht über die oft verwendete Abstützung im Fußraum vor der Fondbank per Stützbein, sondern über einen Top-Tether genannten Gurt, der hinten im Kofferraum befestigt werden muss. Sein Zweck ist es, die Vorverlagerung des Sitzes zu verhindern, die im Test mit 42 Zentimeter völlig unkritisch ausfällt. Leider ist der Spanngurt im Kunststoff der Sitzunterkonstruktion oberhalb einer Stahlstange und daher mit einem langen Hebelarm befestigt. Die starre Verbindung an der Karosserie ist dann beim Crash zu viel für den Sitz, er bricht über die gesamte Breite durch. Der Tester notiert: System versagt.

Nicht empfehlenswert trotz niedriger Belastungswerte

Es spielt nun keine Rolle mehr, dass die Belastungswerte, die auf den Dummy wirken, nur ein niedriges bis mittleres Verletzungsrisiko zeigen, der Sitz wird zwingend auf "nicht empfehlenswert" abgewertet. Eine nur scheinbar harte Maßnahme. Denn der zerstörte Sitz mag beim so genannten Primär-Unfall - den der Crash simuliert - zwar akzeptabel schützen, aber beim Sekundär-Anprall ist kein Schutz mehr gewährleistet. So ein Folgecrash kommt bei Unfällen auf der Straße aber häufig vor, sei es, dass auf das verunfallte Auto ein weiteres auffährt oder dass das Unfallauto schleudert und gegen ein zweites Hindernis prallt. Insgesamt vier Mal waren die Tester angesichts gebrochener oder versagender Sitz-Konstruktionen geschockt - eine Katastrophe.

Recaro-Sitz ist umständlich im Einbau

Versager Nummer zwei stammt von Recaro. Polaric heißt der sperrige und schwere Isofix-Kindersitz, der anders als die meisten Rückhaltesysteme nicht mit dem Autogurt gesichert werden kann und zwingend auf Isofix-Haltebügel an der Auto-Karosserie angewiesen ist. Beim Polaric handelt es sich um eine bekannte Konstruktion, deren Sitzschale im Prinzip schon seit 2003 als Storchenmühle Primus verkauft wurde, freilich noch ohne Isofix-Untergestell. Mittlerweile wurde aus dem Primus der Polaric, denn Storchenmühle- und Recaro-Kindersitze werden seit Jahren gemeinsam im fränkischen Marktleugast entwickelt.

Schon der Einbau der Polaric-Stahlrohr-Konstruktion gestaltet sich umständlich, denn zu den Isofix-Haltepunkten plus zusätzlichem Stützfuß müssen noch zwei Spanngurte montiert werden. Dabei lässt sich einiges falsch machen.

Bei Crash versagt eine Isofix-Befestigung

Klar ist, dass sich dieser Sitz nicht eignet, um ihn auf die Schnelle von einem Auto in ein anderes mitzunehmen. Auch für den Einsatz im Fond eines Zweitürers kann man den Polaric nicht gebrauchen. Bei abgeschaltetem Beifahrer-Airbag darf man ihn indes vorn montieren. Zum Crash steht er allerdings im Fond - mit ausgefahrenem Stützfuß, fest verzurrten Spanngurten und zwei grünen Indikatoren, die anzeigen, dass Isofix ordnungsgemäß verriegelt ist. Beim Crash öffnet sich jedoch einer von zwei Rastpunkten, und der Sitz schleudert unkontrolliert in der Karosserie herum. Die gesamte beim Aufprall auftretende Last hängt jetzt nur noch an einem statt an zwei Drahtbügeln. So etwas hat es vorher noch bei keinem anderen Versuch gegeben. Die Tester vermuten zunächst einen Montagefehler, der jedoch nach eingehender Begutachtung der Isofixbügel ausgeschlossen werden kann, denn beide sind verformt, haben also Kraft aufgenommen. Wäre die Verriegelung dagegen nicht vollständig eingerastet, hätte der entsprechende Bügel nach dem Test keine Deformation gezeigt. Urteil: System versagt, "nicht empfehlenswert".

Bei Storchenmühle My Seat CL bricht Rückenlehne im Crash

Anders als beim Chicco liegt hier kein Konstruktionsfehler vor. Denn dass sich eine Isofix-Verbindung öffnet, deutet eher auf ein Problem bei der Montage im Werk oder noch davor in der Qualitätskontrolle der verbauten Teile hin. Die Firma Recaro/Storchenmühle soll die Tester noch mit einem weiteren Produkt negativ überraschen. Schließlich bricht beim Storchenmühle My Seat CL, der in der großen Gruppe II-III antritt, die Rückenlehne beim Test ab. Wieder heißt es: System versagt, "nicht empfehlenswert". Diesmal kann ein Montagefehler sofort ausgeschlossen werden, hier spielt eher die Materialwahl eine Rolle, denn der Kunststoff erscheint für den Einsatzzweck zu spröde, worauf auch die scharfen Bruchkanten hindeuten. Auch konstruktiv ist die Rückenlehne nicht ganz geglückt, denn in weiten Bereichen wird sie von Aluminium-Profilen versteift, die eine einfache Höhenverstellung zur Größenanpassung gewährleisten sollen. Aber dort, wo die Profile enden, bricht der Sitz beim Crash ab, vermutlich weil sich die Lehne unter Last nicht harmonisch durchbiegen kann.

Zwei weitere Modelle fallen im Kindersitzcrashtest durch

Der Gruppe I-Sitz Twin One von Storchenmühle zeigt zwar, dass ein Sitz aus diesem Haus den harten auto motor und sport-Crashtest ohne kapitalen Schaden überstehen kann, besonders sicher ist das Modell deswegen aber noch nicht. Hohe Halskräfte lassen kein anderes Ergebnis als "nicht empfehlenswert" zu. Mit dieser Note muss sich auch der Concord Transformer zufrieden geben. Der ambitionierte Gruppe II/III-Sitz mit zwei integrierten Gasdruckfedern für eine mühelose Größenanpassung krankt ebenfalls an einem Konstruktionsfehler, der ganz ähnlich gelagert ist wie der des My Seat CL. Denn die in die Lehne integrierte Gasfeder macht dieses Bauteil nicht nur schwer, es sorgt außerdem für eine Versteifung und verhindert eine Durchbiegung. Folgerichtig bricht die Rückenlehne unterhalb des Metall-Elements fast vollständig durch und belegt damit, dass High Tech und hoher Preis keine Garanten für Sicherheit sind.

Nur zwei Kindersitze können in Gruppe I Crashtest überzeugen

Nur vier Sitze in dieser Testserie taugen dazu, das düstere Ergebnis aufzuhellen. Immerhin zwei Systeme der Gruppe I sind rundum empfehlenswert. Der Besafe Izi Combi X2, dessen Einbau mindestens ebenso kompliziert ist wie sein Name, und der Maxi Cosi Tobi, der zur Montage einen langen Sicherheitsgurt benötigt und sich beispielsweise in einem Ford Kuga nur mit Mühe befestigen lässt. Das Gebrauchtmodell des Tobi war übrigens der Lichtblick des Tests, weil es selbst nach zwei Jahren intensiver Nutzung nichts von seiner Schutzfunktion eingebüßt hat. Der Römer Eclipse bietet immerhin befriedigenden Schutz, hält aber nicht das Versprechen, besonders für kleine Autos entwickelt und geeignet zu sein. Denn dazu müsste er eine sehr geringe Vorverlagerung des Dummy gewährleisten, damit dessen Kopf nicht gegen den Vordersitz prallt. Trotzdem hat der Eclipse die größte Vorverlagerung im Testfeld, ohne echte Probleme zu bereiten.

Auch in Gruppe II-III können nur zwei Sitze überzeugen

Auch in der großen Gruppe II-III gibt es nach dem Abschluss der Versuche zwei Sitze mit Empfehlung: den Cybex Solution X-fix und den Kiddy Discovery pro. Erfreulich ist, dass beide preislich im Mittelfeld liegen und so leicht ausfallen, dass größere Kinder sie auch selbst einmal zwischen zwei Autos hin- und herwechseln können. Nicht zuletzt, weil der Einbau vor allem beim Kiddy wirklich kinderleicht geht, während beim Cybex mit den Isofix-Befestigungen je nach Auto etwas Fummelei nötig ist. Das liegt aber weniger am Sitz selbst als an den Autoherstellern, die die Isofix-Bügel in manchen Fällen aberwitzig unzugänglich in der Fondbank verstecken.

Die Kopfstütze des Solution mit den integrierten Schlafpositionen mag auf dem Papier gut funktionieren, im wirklichen Leben klappt der Kopf des Kindes jedoch ebenso nach vorn wie in den meisten anderen vergleichbaren Sitzen, bei denen die Lehne zum Schlafen nur wenig schräg gestellt werden kann. Kritik verdient auch der Kiddy für seine Schlafposition. Sie kann unpraktischerweise nur dann eingelegt werden, wenn man das Kind abschnallt, den Sitz nach vorn zieht, einen Bügel an der Rückseite ausklappt, den Sitz wieder an die Fondbanklehne drückt und das Kind anschließend wieder festgurtet. Diese Operation lässt sich natürlich nur im Stand durchführen und ist mit einem Vierjährigen im Sitz wirklich keine Freude.

Entwicklungsprogramm von Kindersitzen scheint zu lasch

Dass am Testende dagegen wenig Freude aufkommt, liegt an den Ergebnissen der vier Versager. Sie sind ein Desaster und dazu geeignet, die ewiggestrigen Kindersitz-Verweigerer in ihrer blinden Haltung dem Schutzsystem gegenüber zu bestärken. Es liegt die Vermutung nahe, dass manche Sitze ausschließlich auf das Erfüllen der laschen Zulassungs-Tests hin entwickelt worden sind und der an die Realität angelehnte auto motor und sport-Test offenbar nicht zum Entwicklungsprogramm gehört. Auch nach 150 von der Redaktion durchgeführten Kindersitz-Crashtests in 18 Jahren bleibt also noch viel Potenzial beim Kinderschutz ungenutzt. Die Tests werden weitergehen, damit dies nicht so bleibt.

Der grundsätzliche Testaufbau auf der TÜV-Anlage hat sich kaum geändert, denn stets wurden die Rückhaltesysteme auf der Fondbank einer verstärkten Kompaktwagen-Karosserie montiert.

Beim Kindersitz-Crashtest wird eine Geschwindigkeit von 51 km/h erreicht

Derzeit wird die eines VW Golf genutzt. Alle Sitze werden gemäß den Vorgaben der Gebrauchsanleitung auf dem hinteren rechten Platz eingebaut. Beim Crash wird eine Geschwindigkeit von 51 km/h erreicht und mit maximal 31 g verzögert.

Der Sitz wurde sehr regelmäßig benutzt und beinahe täglich von einem Auto in ein anderes ummontiert, dabei aber immer pfleglich behandelt.

Kindersitze altern im warmen Auto besonders schnell

Nach dieser Zeit ist das Polstermaterial etwas durchgesessen, und am Bezug zeigen sich erste Abriebs-Erscheinungen. Das sitzeigene Gurt-System und die Spannvorrichtungen für den Autogurt geben sich jedoch äußerlich von der Nutzung unbeeindruckt. Der Crashtest offenbart, dass die Sicherheit immer noch gut ist. Alle Messwerte sind nahezu mit denen des neuen Tobi identisch, der Gebrauchtsitz hätte das Prädikat "empfehlenswert" verdient. Ein Secondhandsitz kann also eine Alternative zum Neukauf sein, wenn er zwei ganz wichtige Voraussetzungen erfüllt: Er darf in keinerlei Crash - auch in keinen ganz leichten - verwickelt gewesen sein, und er sollte nicht älter als maximal fünf Jahre sein. Denn bei länger benutzten Sitzen können Kunststoffteile verspröden. Sie altern im sommerheißen Auto überdurchschnittlich schnell.

Sehr geringes Gewicht, einfache Montage, gut verständliche Betriebsanleitung, der Hinweis auf die Altersgruppe ist versteckt. Sechsfach höhenverstellbar, die Schlafposition ist während der Fahrt aktivierbar.


Der Storchenmühle ist günstig, lässt sich leicht montieren und wiegt wenig. Seine Belastungswerte hätten für ein "empfehlenswert" gereicht, wäre nicht die Lehne komplett abgebrochen. daher lautet das Ergebnis: "nicht empfehlenswert".

System versagt!

Testurteil: Nicht empfehlenswert

Wahrscheinlichkeit schwerer Verletzungen: niedrig

Kopf: niedrig

Hals: niedrig

Brust: niedrig

Zugelassen von 15 bis 36 Kilogramm, drei bis zwölf Jahre. Einfacher Einbau, sehr einfache stufenlose Größen- und Breitenverstellung (Gasdruckfeder unterstützt). Schlafposition während der Fahrt einstellbar.


Aufwendige Technik und modernes Design nehmen für den Concord ein. Leider versagt er beim Test total, seine Lehne bricht beinahe vollständig ab. Die Belastungswerte hätte andernfalls für das Ergebnis "bedingt empfehlenswert" ausgereicht.

System versagt!

Testurteil: Nicht empfehlenswert

Wahrscheinlichkeit schwerer Verletzungen: mittel

Kopf: niedrig

Hals: mittel

Brust: niedrig

Geringes Gewicht, einfache Montage, gut verständliche Einbauanleitung. Dreifach verstellbare Sitztiefe, Höhen- und Breitenverstellung geschehen gleichzeitig. Einstellung der Schlafposition ist während der Fahrt nicht möglich.


Einfacher Einbau, niedriges Gewicht und akzeptabler Preis kombiniert der Kiddy mit gutem Schutz für Kopf, Hals und Brust des sechsjährigen Dummies. Ein empfehlenswerter Sitz mit etwas unpraktischer Schlafposition.

Testurteil: Empfehlenswert

Wahrscheinlichkeit schwerer Verletzungen: niedrig

Kopf: niedrig

Hals: niedrig

Brust: niedrig

Zugelassen von 15 bis 36 Kilogramm, drei bis zwölf Jahre. Trotz Isofix leicht einfache Montage, gut verständliche Betriebsanleitung. Kopfstütze mit Schlaf-Position, insgesamt neun Höhenverstellmöglichkeiten für die Rückenlehne.


Mit seinen Isofix-Befestigungspunkten steht der einfach einzubauende Sitz fest auf der Fondbank und bietet Schutz auf hohem Niveau. Er bekommt das Prädikat "empfehlenswert". Die Dummy-Vorverlagerung sieht dramatischer aus als sie ist.

Testurteil: Empfehlenswert

Wahrscheinlichkeit schwerer Verletzungen: niedrig

Kopf: niedrig

Hals: niedrig

Brust: niedrig

Komplizierte Montage, wenig Platz für die Dummybeine. Stufenlose Höhenverstellung der Sitzgurte (bei eingebautem Sitz möglich) mit hilfreichen Altersmarkierungen.


Eine von zwei Isofix-Befestigungen öffnet sich beim Crash, der Sitz rotiert unkontrolliert um die verbliebene Befestigung: Systemversagen und "nicht empfehlenswert". Durch die Bewegung fallen jedoch alle Belastungswerte gering aus.

System versagt!

Testurteil: Nicht empfehlenswert

Wahrscheinlichkeit schwerer Verletzungen: niedrig

Kopf: niedrig

Hals: mittel

Brust: niedrig

Zugelassen für neun bis 18 Kilogramm und neun Monate bis 3,5 Jahre. Übersichtliche Einbau-Anleitung, wirksame Spannvorrichtung für den Autogurt, mitteldicke Polsterung. Höhenverstellung der Sitzgurte bei montiertem Sitz möglich.


Der Tobi benötigt zur Befestigung zwar einen langen Gurt, dafür steht er aber sehr fest auf der Sitzbank. Der Schutz für Kopf, Hals und Brust ist entsprechend gut, dank seiner Hosenträgergurte fällt die Vorverlagerung sehr klein aus.

Testurteil: Empfehlenswert

Wahrscheinlichkeit schwerer Verletzungen: niedrig

Kopf: niedrig

Hals: niedrig

Brust: niedrig


Aufwendiger, nicht einfach zu verstehender Einbau mit Zwei- oder Dreipunktgurt und zusätzlichen Spanngurten. Wenig Platz für die Dummybeine.

Wer beim komplizierten Einbau alles richtig macht, legt das Fundament für einen sehr guten Schutz beim Frontal-Aufprall. Vor allem die Halsbelastung ist in diesem Reboardsitz vorbildlich niedrig, Brust- und Kopfschutz sind ebenfalls gut.

Testurteil: Empfehlenswert

Wahrscheinlichkeit schwerer Verletzungen: niedrig

Kopf: niedrig

Hals: niedrig

Brust: niedrig

Zugelassen für neun bis 18 Kilogramm, kein Hinweis auf Altersangabe. Gut verständliche Einbauanleitung. Dreifach-Höhenverstellung der Sitzgurte, die Verstellung ist enorm fummelig und muss bei ausgebautem Sitz vorgenommen werden.

Wegen spürbar erhöhter Belastungen für Kopf und Hals bedingt empfehlenswerter Sitz speziell für kleinere Autos. Die Brustbelastung liegt dagegen nur sehr knapp außerhalb des grünen Bereichs. Größte, aber unkritische Vorverlagerung im Test.

Testurteil: Bedingt empfehlenswert

Wahrscheinlichkeit schwerer Verletzungen: mittel

Kopf: mittel

Hals: mittel

Brust: mittel

Zugelassen für neun bis 18 Kilogramm, kein Hinweis auf Altersangabe. In der Betriebsanleitung fehlt der Hinweis, wann der Sitzverkleinerer entfernt werden soll. Dreifache Gurtverstellung mit schwergängiger Verriegelung.

Der Kopfschutz im Twin One ist so gut wie bei den besten Konkurrenten, aber die auf den Hals wirkende Kraft fällt eindeutig zu hoch aus: "nicht empfehlenswert". Relativ große Vorverlagerung. Belastungswerte für die Brust fehlen.

Testurteil: Nicht empfehlenswert

Wahrscheinlichkeit schwerer Verletzungen: hoch

Kopf: niedrig

Hals: hoch

Brust: k. M.

Zugelassen für neun bis 18 Kilogramm, neun Monate bis zirka drei Jahre. Fehlerhafte Beschriftung der Top-Tether-Elemente in der etwas unübersichtlichen Betriebsanleitung. Gurthöhenverstellung bei montiertem Sitz möglich.


Der obere Isofix-Befestigungspunkt (Top-Tether) sorgt für den Bruch der Sitz-Unterkonstruktion, die instabile Struktur führt zur Abwertung. Die Belastungswerte hätten ohne Bruch für ein "bedingt empfehlenswert" ausgereicht.

System versagt!

Testurteil: Nicht empfehlenswert

Wahrscheinlichkeit schwerer Verletzungen: niedrig

Kopf: niedrig

Hals: mittel

Brust: niedrig

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