Klassen-Treffer

Sein Ziel fest im Visier, trifft der Ford Mondeo 2.0 16V ins Schwarze: Mit guter Qualität, zurückhaltendem und eigenständigem Stil, hoher Sicherheit und Funktionalität fährt er geradewegs unter die Besten seiner Klasse.

Die Mittelklasse kristallisiert sich um ein gemeinsames Wertezentrum. Stattliche, aber nicht übertrieben üppige Au-ßenabmessungen, viel Platz für Passagiere und Gepäck, guter Komfort, breite Motorenpalette und eine qualitativ hochwertige Anmutung können als Definition der neuen automobilen Mittelklasse gelten.

Mit dem von Grund auf neu gestalteten Mondeo erweitert Ford diesen Soll-Katalog jedoch um weitere Qualitäten, die besonders bei den Mittelklasse-Dauerbrennern deutscher Herkunft bisher nicht üblich sind: einen volksverträglichen Einstiegspreis, moderate Aufpreisgestaltung, hohes Serien-Ausstattungsniveau und vorbildliche Sicherheit.

Zudem kopiert der Ford die tonangebende kühl-funktionale Zurückhaltung in Sachen Styling, Ausstattung und Technik nicht einfach, sondern er verdichtet sie mit eigenen Elementen zu einer mehrheitsfähigen Charakteristik.

Unaufdringliche Karosserielinien gewinnen durch einen Schuss leichtfüßige Eleganz an Überzeugungskraft. Der Mondeo schaut daher einfach ein wenig angenehmer, moderner und pfiffiger aus als beispielsweise der Bürger-Meister VW Passat.

Wesentliche Funktionalitäts-Standards – wie die robusten Bügeltürgriffe – nimmt der Mondeo auf, setzt sich aber durch spezifische Ford-Lösungen – zum Beispiel die ab-
schließbare Motorhaube – nicht dem Vorwurf aus, das Produkt einer Kopierfräse gewesen zu sein. Und er verwechselt Pragmatismus nicht mit ideenloser Banalität.

Im Innenraum herrscht ein großzügiges Raumgefühl. Die tief angesetzte Seitenlinie, viel Bewegungsfreiheit auf den komfortablen Vordersitzen wie im Fond sowie das übersichtliche Cockpit erzeugen den Eindruck, nicht im Auto einge-mauert zu sein – das helle Leder-Interieur des Testwagens in Ghia-Ausstattung trägt zur
entspannt luftigen Atmosphäre ebenfalls ein gutes Stück mit bei.

Genauso kann die Materialwahl überzeugen: Ein lederartig grob genarbter Armaturenträger, softe Oberflächen und die durch dunklen Lack scheinende Holzstruktur der Mittelkonsole hinterlassen ebenso
einen geschmackvollen Eindruck wie die ovale Analoguhr oder die Metallspeichen des Lederlenkrads. In Sachen Verarbeitungsqualität konnte der überaus solide Eindruck nur auf schlechten Strecken durch ein gelegentlich
aus dem Armaturenträger wahrnehmbares Knistern und den leicht knarzenden Fahrersitz getrübt werden.

Hörbar werden diese Störgeräusche erst durch das insgesamt niedrige Geräuschniveau. Selbst bei hohen Geschwindigkeiten wird der Zweiliter-Vierzylindermotor nie wirklich laut, auch Windgeräusche werden nicht aufdringlich. Weitere Komfort-Pluspunkte holt der Mondeo durch das sanft abrollende und trotz seiner Tendenz zur Straffheit sehr schluckfreudige Fahrwerk. Auf üblen Bodenwellen verschont er die Insassen von harten Schlägen, er meistert aber auch zarte Querfugen mit gutem Komfort.

Daumen hoch gilt auch für das beeindruckende Ausstattungsniveau. Im Preis von 45‑550 Mark für die Fließheck-Limousine in Ghia-Ausstattung sind üppige Komfort-Features von der Klimaautomatik bis hin zu beheizbaren Vordersitzen und eine nahezu komplette Sicherheits-Ausstattung serienmäßig. Die Frontairbags werden dabei durch eine Sitzposition- und Sitzbelegungs-Erkennung gesteuert und zweistufig gezündet; Seitenairbags sowie Kopfairbags auch für die Fondpassagiere schnüren ein befriedigendes Sicherheitspaket.

Spätestens seit dem Focus hängt Ford der Ruf an, gute Fahrwerke zu bauen, und auch der Mondeo kann dies bestätigen. Er ist freilich kein Ausbund an quirliger Handlichkeit, agiert aber neutral, ausgewogen und ist vor allen Dingen sehr gut beherrschbar. Die Lenkung arbeitet leichtgängig, direkt und präzise.

Durch das feinfühlig abgestimmte Fahrwerk erhält der Fahrer klare Rückmeldungen, und auch das bei schnellen Lenkbewegungen gut kontrollierbare, dynamische Fahrverhalten trägt zum subjektiven Empfinden einer souveränen Beweglichkeit bei. In voll beladenem Zustand bleibt der Mondeo ausreichend agil, er wird allerdings um den Faktor Sicherheit träger und bleibt so auch bei heftigen Ausweichmanövern stoisch und gut kontrollierbar auf Kurs.

Angesichts eines derart problemlosen Fahrwerks scheint es erklärbar, dass Ford ein elektronisches Stabilitätsprogramm ESP für den Mondeo – abgesehen von der 2,5-Liter-Sechszylinderversion – nur gegen Aufpreis (1020 Mark) anbietet. Letztlich ist das fehlende ESP aber ohne Frage ein deutliches Manko: Erstens bietet ESP ein unverzichtbar hohes Maß an zusätzlicher Sicherheit in Notsituationen, und zweitens fehlt dem Mondeo die im ESP enthaltene Antriebsschlupfregelung.

Der 145 PS leistende Zweiliter-Vierventiler tritt – wenn der Mondeo sonst auch als ausgesprochen traktionsfreudig gelten kann – kräftig genug an, um die Vorderräder aus dem Stand oder bei scharfer Kurvenfahrt, zumal bei Nässe, ungeniert durchdrehen zu lassen.

Der neu entwickelte Vier­zylinder-Benzinmotor zählt zu den erfreulichen Erscheinungen in seiner Klasse: Er ist
vibrationsarm, angenehm leise, ausreichend elastisch und dank einer Schadstoffeinstufung unter die Euro 4-Norm auch
sehr kostengünstig zu betreiben. Mit einem Testverbrauch von 10,5 Liter Superbenzin auf
100 Kilometer ordnet er sich in seiner Klasse zwar nicht am oberen Ende der Schluckfreudigkeits-Skala ein, zum Sparmeister aber avanciert er nicht. Gemessen an den hervorragenden Fahrleistungen kann der Verbrauch als angemessen bezeichnet werden.

Seine größte Stärke ist das wirbelnde Temperament. Drehfreudig stürmt der Mondeo höheren Geschwindigkeitsbereichen entgegen, hängt bei Tempo 200 (Höchstgeschwindigkeit 215 km/h) immer noch fühlbar und ohne Getöse am Gas. In Zaum genommen werden solche Geschwindigkeiten von den gut dosierbaren, wirkungsvollen und fadingfreien Bremsen.

Fazit? So baut man ein modernes Auto. Die Konkurrenz unter die Lupe nehmen, Altlasten mit Schwung über Bord werfen, das Optimum möglich machen und dann noch pro Kunde statt allzusehr fürs eigene Säckel kalkulieren. Ford, die haben es getan.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • sehr gutes Raumangebot funtionale Gesatltung gut ablesbare Instrumente großer Kofferraum
Fahrkomfort
  • guter Federungskomfort bequeme Sitze gute Klimatisierung geringe Bedienkräfte angenehmer Innengeräuschpegel
Antrieb
  • drehfreudiger Motor angenehme Laufkultur gute Fahrleistungen präzise Schaltung
Fahreigenschaften
  • sicheres Kurvenverhalten gute Handlichkeit sauberer Geradeauslauf präzise Lenkung gute Traktion
Sicherheit
  • standfeste Bremsen Seiten- und Kopfairbags serienmäßig zweistufige Frontairbags Isofix serienmäßig
  • ESP nur gegen Aufpreis
Umwelt
  • angemessener Verbrauch schadstoffarm nach Euro 4
Kosten
  • günstiger Anschaffungspreis angemessene Unterhaltskosten
  • nur ein Jahr Garantie

Fazit

Mit dem komplett neu konstruierten Mondeo stellt Ford eine in jeder Hinsicht überzeugende Alternative in der Mittelklasse vor: Optisch wie funktional gibt er eine hervorragende Vorstellung, wesentlicher Kritikpunkt ist das nur optional erhältliche ESP.

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Technische Daten
Ford Mondeo 2.0 16V Ghia
Grundpreis 24.800 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4731 x 1812 x 1429 mm
KofferraumvolumenVDA 500 bis 1370 l
Hubraum / Motor 1999 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 107 kW / 145 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 215 km/h
0-100 km/h 9,2 s
Verbrauch 8,1 l/100 km
Testverbrauch 10,5 l/100 km
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