Kurz und mündig - Fiat Seicento, Renault Twingo und Seat Arosa

Dass moderne Kleinwagen nicht nur als Transporter für den Einkauf taugen, zeigt der Vergleichstest von Fiat Seicento, Renault Twingo und Seat Arosa.

Äußerste Kürze und erschwingliche Volksmotorisierung - das sind die traditionellen Triebfedern des Kleinwagen-Gedankens. Der Fiat Seicento bleibt diesem Ideal auf Basis des spartanischen Cinquecento von 1992 treu. Auf das gleiche Entstehungsjahr geht der Renault Twingo mit dem von den Minivans inspirierten Design zurück. Der Twingo wirkt unverändert modern, bietet den größten Innenraum seiner Klasse und diese pfiffige Lösung: Die Rückbank lässt sich in Längsrichtung verschieben, was die Wahl zwischen mehr Ladevolumen oder größerer Beinfreiheit im Fond eröffnet. Vier Erwachsene sitzen im kleinen Renault wirklich passabel, während sich der gerade mal zehn Zentimeter kürzere Fiat als 2+2-Sitzer outet. Der seit vier Jahren gebaute Seat Arosa repräsentiert in dieser Runde die geschrumpfte Version des klassischen Vollwertautos. Seine etwas größeren Abmessungen sind jedoch nur auf den Vordersitzen spür- und fühlbar: Hier suggeriert der Arosa eine höhere Fahrzeugklasse.

Der Seat bietet auch die wohnlichste Atmosphäre. Die Qualitätsanmutung ist solide, die Instrumente sind gut ablesbar, und alle Hebel und Schalter wurden hier mit Bedacht platziert. Drehzahlmesser und Lenkrad-Höhenverstellung sind serienmäßig. Im ansonsten reichhaltig ausstaffierten Twingo Privilège fehlen diese Annehmlichkeiten, und irgendwie hapert es mit der Ergonomie: Man sitzt gewöhnungsbedürftig bis unglücklich. Billig anmutende Kunststoffe sowie Knarz- und Knistergeräusche untergraben zudem das insgesamt ordentliche Qualitätsgefühl. Noch spartanischer wirkt der Fiat mit seinem Hartplastik-Cockpit, den winzigen Instrumenten und den schlecht konturierten Miniatursitzen. Auch die gut ausgestattete SX-Version kann nichts daran ändern, dass der Seicento ein Kleinwagen alter Schule ist.

Ein Eindruck im Übrigen, den das Komfort-Kapitel unterstreicht. Der Fiat ist laut, er spürt mit seinem kurzen Radstand jede Fahrbahnunebenheit treffsicher auf, und seine Heizung ist stark geschwindigkeitsabhängig. Dem Renault sind die unbequemen Sitze, die lauten Windgeräusche und die schwache Heizung anzukreiden, immerhin ist hier der Federungskomfort unter dem Strich gut. Am komfortabelsten ist man aber im Seat unterwegs - mit ein Verdienst der besseren Sitze, der wirksamen Temperierung und der dezenten Akustik.

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