Land Rover Discovery V8i 4.0 im Test

Eine Fülle technischer Verbesserungen

Der neue Land Rover Discovery sieht nicht viel anders aus als sein Vorgänger, birgt aber eine Fülle technischer Verbesserungen im Fahrwerks- und Antriebsbereich.

ABS, ETC, HDC, SLS, ACE – hinter dieser Kürzelsammlung verbergen sich die technischen Highlights des neuen Land Rover Discovery, der sich optisch von seinem seit 1989 gebauten Vorgänger erst auf den zweiten Blick unterscheidet.

Zu den Neuerungen, die der Fahrer schon nach wenigen Metern schätzen lernt, zählen SLS und ACE. SLS steht für Self Levelling Supension und bedeutet eine automatische Niveauregulierung an der Hinterachse. Die Luftfederung hält das Niveau der Karosserie auch bei voller Zuladung konstant und trägt mit dazu bei, dass die Schraubenfedern, die für die eigentliche Federungsarbeit zuständig sind, weich ausgelegt werden konnten. An die Komfortmaßstäbe, die Limousinen setzen, kommt der mit zwei schweren, starren Achsen versehene Landy zwar nicht heran, aber seine Federung schluckt grobe Bodenunebenheiten so bereitwillig, dass es nicht zu störenden Vertikalbewegungen des Aufbaus kommt. ACE (Active Cornering Enhancement) unterdrückt gleichzeitig die Seitenneigung der Karosserie mit verblüffendem Erfolg – der Discovery vermittelt damit in Kurven ein sicheres Fahrgefühl, die Gefahr des Kippens bei einem abrupten Ausweichmanöver ist gebannt. Dennoch verdienen die Fahreigenschaften nur eine durchschnittliche Note: Erreicht der Land Rover den Kurvengrenzbereich, bricht er sehr plötzlich mit dem Heck aus und ist dann nur von einem routinierten Fahrer wieder einzufangen.

Die guten Geländeeigenschaften bleiben auch dem neuen Discovery erhalten, obwohl die mechanische Sperre des zentralen Differenzials durch ETC (Electronic Traction Control) ersetzt wurde. Nach wie vor treibt der Landy permanent alle vier Räder an, aber die Kraft fließt über drei offene Differenziale. Tritt an einem Rad Schlupf auf, sorgt ein kurzer Bremseneingriff dafür, dass die Antriebskraft an die Räder geleitet wird, die Grip vorfinden. Das Reduktionsgetriebe für schweres Gelände wird mit einem Hebel auf der Mittelkonsole zugeschaltet und bewährt sich nicht nur an extremen Steigungen, sondern auch in steilem Gefälle. Ergänzend lässt sich im ersten und im Rückwärtsgang HDC aktivieren – Hill Descent Control sorgt mit Bremseneingriff dafür, dass eine Geschwindigkeit von 14 km/h nicht überschritten wird.

Was noch? Eine funktionelle, ordentlich verarbeitete Karosserie mit reichhaltiger Ausstattung. Und ein alter Bekannter als Antriebsquelle, nämlich jener Leichtmetall-V8, der auch im Range Rover Dienst tut. Im Discovery besitzt er vier Liter Hubraum, sorgt für kräftigen Schub und fördert den Komfort durch sein unaufdringliches Laufgeräusch. Wermutstropfen: Der V8 im schweren Wagen verlangt nach beträchtlichen Benzinmengen (Testverbrauch: 17,8 L/100 km).

Fazit

Mit seinem neuen Allradsystem ist der Discovery bedienungsfreundlicher geworden, ohne an Tüchtigkeit im Off-road-Betrieb einzubüßen. Weitere wichtige Vorzüge: das große Platzangebot und der ausgewogene Fahrkomfort.

Technische Daten
Land Rover Discovery V8i 4.0 ES
Grundpreis 42.300 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4705 x 1855 x 1883 mm
KofferraumvolumenVDA 422 bis 1993 l
Hubraum / Motor 3950 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 136 kW / 185 PS bei 4750 U/min
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
0-100 km/h 11,8 s
Verbrauch 16,7 l/100 km
Testverbrauch 17,8 l/100 km
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