Lexus GS 300, Citroën C6, Chrysler 300C

Die Alternative

Foto: Rossen Gargolov

Dabei verzögert er, wie die Messwerte zeigen, nicht schlecht, allerdings lässt die Wirkung bei warmer Bremse nach. Und: Er fordert in vielen Punkten mehr Gewöhnung als seine Kontrahenten. Besonders der Lexus scheint unter keinen Umständen auffallen zu wollen.

Als Gipfel der Andersartigkeit leistet er sich einen Touchscreen-Bildschirm und eine hinter einer sinnfreien Klappe verborgene Tasten-Sammlung für Nebenfunktionen. Ansonsten funktioniert er mit der Perfektion eines medizinischen Geräts, wirkt damit auch etwas steril, leistet sich aber keine echten Schwächen: Er ist gewissenhaft verarbeitet, hält sich im Kraftstoff-Konsum zurück, realisiert die besten Beschleunigungswerte und säuselt dabei so dezent vor sich hin, dass die klassenüblichen Windgeräusche störender wirken als die Äußerungen des V6-Motors. Zur Sanftheit seines Naturells passt die ruckfreie, punktgenaue Tätigkeit der Sechsstufen-Automatik zwar besser als die modisch straff ausgelegte Federung des Lexus; dennoch ist es am Ende seine Ausgewogenheit, die ihn weit nach vorne bringt. Das gelingt ihm, obwohl er noch immer ein Stück früher zum Stehen kommen könnte (siehe Spotlight).

Und der Chrysler? Er gefällt mit seinem monumentalen Kanten-Design, dem üppigen Drehmoment und luftigem Raumeindruck, lässt seinen niedrigeren Preis aber in vielen Details sichtbar werden. So muss die problemfreie Bedienung über ein Interieur hinwegtrösten, in dessen Plastikholz-Leisten die Rasterpunkte sichtbar sind und funkelnde Plastik-Applikationen etwas zu deutlich an Lametta erinnern. Vor allem: Es fehlt dem 300C auch im alltäglichen Fahrbetrieb an Feinschliff.

Er läuft zwar nicht laut, klingt jedoch rau, reicht kleine Fahrbahn-Unebenheiten auf die stößige Tour weiter, neigt beim Überfahren herber Fugen zum Poltern und wünscht sich auf engen Landstraßen den Horizont einer geraden Autobahn zurück. Der Chrysler hinterlässt am ehesten das Gefühl einer schweren Limousine klassischer Art, die Beweglichkeit seiner beiden Klassen-Kameraden kann er nicht nachvollziehen. Und zudem ist seine Viergang-Automatik von gestern: Ihre Sprünge fallen viel zu groß aus.

Fast so groß wie der finale Punkte-Abstand zum Lexus GS 300: Er ist nicht der Charismatischste, wohl aber der Mehrheitsfähigste unter den drei Rivalen. Und trotzdem kein Massentyp.

Übersicht: Lexus GS 300, Citroën C6, Chrysler 300C
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