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Lkw-Abbiegeassistenten im Test: Gut, aber nicht gut genug

Lkw-Abbiegeassistenten im Test Gut, aber nicht gut genug für die Zukunft

Abbiegeassistenten für Lkw sind frühestens ab 2022 in Europa Pflicht, in Deutschland können sie schon seit 2017 eingebaut werden. Nun hat der ADAC Abbiegeassistenz-Systeme für Lkw getestet, mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Im Test waren vier Systeme zwischen 760 Euro und 2.650 Euro von „Edeka/Wüllhorst Fahrzeugbau“, „Mobileye – Shield+“, „Mekra Lang – AAS“ sowie „Luis Technology“, die innerhalb von sechs Stunden eingebaut werden können. Alle Systeme erfüllten in den Test die Vorgaben des Bundesverkehrsministeriums, jedoch konnte keines der Testsysteme die anspruchsvolleren Ansprüche auf der internationale Ebene, die voraussichtlich ab 2022 gelten, erfüllen. Das beste System kommt Mekra Lang – ASS.

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Der dynamische Testaufbau.

Dazu hatte der ADAC die EU-Vorgaben einer Innenstadt-Szene nachgestellt, bei der zwischen dem fahrenden Radfahrer und dem Lkw die Sicht durch parkende Autos oder Bäume erschwert ist. Hier konnten den dynamischen Test der UNECE nur drei Systeme teilweise bestehen, das Luis-System bestand nicht. Darüber hinaus wurde die Quote der Fehlauslösungen im realen Straßenverkehr durch Verkehrsschilder oder Bäumen ermittelt. Die lag zwischen null und 59 Prozent. Die hohe Fehlerrate wirkt sich nach Meinung des ADAC auch auf die Akzeptanz bei den Lkw-Fahrern aus. Hier schnitten die Assistenten von Mekra Lang – AAS sowie von Luis gut ab.

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Die Testergebnisse des ADAC.

Lkw-Abbiegassistenten sollen auf Radfahrer aufmerksam machen, die sich rechts neben dem Fahrzeug befinden und vom Fahrer im toten Winkel nicht zu sehen sind. In Deutschland starben 2017 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 37 Radfahrer bei solchen Abbiegeunfällen. Aktuell besteht keine Pflicht, Lkw mit diesem Assistenten auszurüsten. Wegen des hohen Unfallrisikos hat das Bundeverkehrsministerium die „Aktion Abbiegeassistent“ ins Leben gerufen, um Speditionen und Unternehmen zur Nachrüstung zu bewegen. Dazu wurde ein Förderprogramm in Höhe von fünf Millionen Euro 2019 aufgelegt, das innerhalb von fünf Tagen ausgeschöpft war. Nach den Anforderungen des Förderprogramms werden folgende Bauarten der Systeme unterstützt: Ultraschall-Systeme mit Kamera-Monitor-System (KMS), Radarsysteme auch ohne KMS sowie Sensoroptische Systeme („Intelligente“ Kameras), ebenfalls ohne KMS.

Fazit

Mit der „Aktion Abbiegeassistent“ hat das Ministerium von Andreas Scheuer (CSU) ausnahmsweise mal einen Erfolg vorzuweisen. Die Systeme sind gut, lassen sich schnell nachrüsten und kosten keine Unsummen. Dass ein zugegebenermaßen kleiner Fördertopf von fünf Millionen Euro innerhalb von fünf Tage ausgereizt ist, zeigt jedoch, dass Speditionen und andere Unternehmen mit Lkw interessiert sind. Warum der Fördertopf nicht aufgestockt wird, bleibt schleierhaft – auch vor dem Hintergrund, dass noch viel Geld aus der E-Auto-Förderung nicht abgerufen wird. Der ADAC-Test zeigt darüber hinaus: Die Technik ist gut, aber (noch) nicht zukunftssicher. Hier müssen die Anbieter ran.

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