Maserati Quattroporte

Die neue Licht-Gestalt

Foto: Hans-Dieter Seufert

Der viertürige Maserati ist eine einzigartige Alternative in der Luxusklasse: Unter dem Limousinen-Kleid verbirgt sich ein Rasse-Sportwagen mit 400 PS starkem V8-Motor.

Wenn Italiens  Staatspräsident  Sandro Pertini  in den Achtzigern  seinen Vertrauten Enzo  Ferrari in Maranello besuchte,  fuhr er stets mit seinem Dienstwagen  vor – einem Maserati  Quattroporte.  Eines Tages erzählte ihm  der Ferrari-Chef den Grund,  warum er Maserati als Konkurrenten  nie ernst genommen habe:  „Als ich einmal meine Autobahn-  Maut entrichten wollte,  stand vor meinem Ferrari ein  Maserati. Als ich bezahlte, sagte  der Mann am Kassenhäuschen:  ‚Sehen Sie, Commendatore, das  da vor Ihnen ist der Ferrari für  die Armen.“‘  Wie sich die Zeiten ändern.  Heute, nach der Übernahme  der Dreizack-Marke durch Ferrari,  ist der Quattroporte das  heimliche Flaggschiff aus Luca  di Montezemolos Sportwagenschmiede  – auch wenn er nicht  der Teuerste ist.

Gerade die wirklich Erfolgreichen,  die sich und anderen  nichts mehr beweisen müssen,  schätzen den dezenten Auftritt  des Quattroporte. Es ist der Abstand  zu Schumi-Hype und Angeberei,  der feinsinnigen Menschen  wohl tut.  Mit subtilen Details reizt  der Viertürer die Sinne empfindsamer  Autoliebhaber. Allein  im Innenraum prangen  stolz 16 Dreizacke. Der verchromte  Quattroporte-Schriftzug  am Armaturenbrett ist nicht  aufgeklebt, sondern wie eine  wertvolle Intarsie eingelassen.

Ganz genau sollte man dabei  aber nicht hinsehen.  Der Filz in der praktischen  Ablagebox unter dem Armaturenbrett  verliert schon seine ersten  Härchen, und das Dämmmaterial  unter der Klappe im  Kofferraumboden erinnert an  Billig-Putzlumpen, die aus  Stoffresten gepresst werden.  Ein optischer Genuss sind  dagegen die breiten, annehmbar  bequemen Sitze, die im Verein  mit dem angenehm steil stehenden  Lenkrad eine gute Position  am Steuer erlauben. Das Platzangebot ist vorn  wie hinten eher Unterkante  Oberklasse. Doch auch im Fond  sitzt man nicht schlecht, die beiden  Einzel-Fauteuils lassen sich  zum Liegesitz flachlegen fast  wie in einem Maybach. Der beste  Platz ist indes der Fahrersitz.  

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • ordentliches Platzangebot geschmackvolles Interieur
  • Verarbeitungsmängel
Fahrkomfort
  • guter Basiskomfort geringes Innengeräusch
  • Stuckerneigung
Antrieb
  • harmonische Kraftentfaltung sehr gute Fahrleistungen hohes Drehvermögen gute Laufkultur
  • unharmonischer Automatikmodus
Fahreigenschaften
  • sportliches Handling guter Geradeauslauf präzise Lenkung
Sicherheit
  • gute Sicherheitsausstattung gute, standfeste Bremsen gut abgestimmtes ESP
  • Seitenairbags hinten nicht lieferbar
Umwelt
  • sehr hoher Verbrauch erfüllt nur Euro 3
Kosten
  • angemessener Preis drei Jahre Garantie inkl. Inspektionen
  • hohe Unterhaltskosten

Fazit

Der Quattroporte ist der beste Maserati aller Zeiten: schnell, handlich und annehmbar komfortabel, bereitet er jede Menge Fahrspaß. Für Autoliebhaber kommt er als sportliche Alternative zum Establishment ernsthaft in Frage.

Übersicht: Maserati Quattroporte
Technische Daten
Maserati Quattroporte 4.2 V8
Grundpreis 114.320 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 5052 x 1895 x 1438 mm
KofferraumvolumenVDA 450 l
Hubraum / Motor 4244 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 294 kW / 400 PS bei 7000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 275 km/h
0-100 km/h 5,7 s
Verbrauch 18,9 l/100 km
Testverbrauch 17,9 l/100 km
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