Mazda 2, Opel Corsa, Peugeot 207

Klein-Kaliber

Foto: Achim Hartmann 51 Bilder

Die Neuauflage des Mazda 2 kommt optisch deutlich dynamischer daher als der kastenförmige Vorgänger. Was er über das Design hinaus noch zu bieten hat, klärt der Vergleich mit Opel Corsa und Peugeot 207.

Manche Typen werden beim Modellwechsel vom Klein- zum Großkaliber. So wuchs der Opel Corsa glatt um 16 Zentimeter gegenüber seinem Vorgänger, der Peugeot 207 ist sogar knapp 21 Zentimeter länger als der 206 und durchbricht damit locker die Vier-Meter- Marke. Gegen diesen Trend ist der neue Mazda 2 vier Zentimeter kürzer als der alte. Aber wichtiger noch: Die neue Nummer 2 schleppt knapp 100 Kilogramm weniger Gewicht mit sich herum. Diese Leichtigkeit vermittelt der kesse Mazda auch optisch. Besonders in der Seitenansicht wirkt er überaus dynamisch: große Glasflächen, schmale C-Säule, keilförmig ansteigende Fensterlinie, muskulöse Radläufe vorn – nichts erinnert mehr an den vanartigen, kastenförmigen Vorgänger. Der Peugeot setzt seine Akzente dagegen vor allem an der Front mit seinen extrem weit nach hinten gezogenen Scheinwerfern und dem riesigen Kühlermaul. Nur beim Opel Corsa dominiert in puncto Design eher teutonische Zurückhaltung. Die setzt sich im Innenraum jedoch nicht fort. Der Testwagen ist mit knallroten Polstern und ebensolchen Stoffeinlagen in den Türverkleidungen ausstaffiert.

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Vergleichstest Mazda 2 1.3, Opel Corsa 1.2, Peugeot 207 1.4
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Auch das Oberteil der Armaturentafel leuchtet in dieser Farbe, während die Mittelkonsole in schwarzer Klavierlack-Optik glänzt. Beim Peugeot sorgen weiße Zifferblätter der Instrumente und diverse Leisten in matt schimmerndem Alu-Look für Auflockerung im schwungvoll geformten Cockpit. Je nach Lichteinfall verursachen sie aber störende Reflexionen in Front- oder Seitenscheiben. Diese Gefahr besteht beim Mazda 2 kaum. Hier herrschen einfache Kunststoffe in dunklen Tönen vor, die zwar gut verarbeitet sind, aber weniger hochwertig wirken. Dadurch erscheint das Interieur insgesamt schlichter und etwas trist. Bescheiden ist der Mazda aber auch beim Preis. In Kombination mit der Top-Ausstattung Impression, zu der unter anderem 16-Zoll-Aluräder, Sitzheizung, Licht- und Regensensor sowie vier elektrische Fensterheber gehören, kommt die Version 1.3 MZR mit 86 PS auf 15 100 Euro. Mit 14 850 Euro noch etwas günstiger ist der 80 PS starke Opel Corsa 1.2 Edition. Hier müssen allerdings noch 360 Euro für das nur optional lieferbare ESP hinzuaddiert werden, das gerade im Kleinwagensegment zum Standard gehören sollte. Auch sonst bietet die Ausstattung nur das Nötigste. Zugute halten muss man dem Corsa aber, dass die Preisliste opeltypisch zahlreiche Extras bereithält, während Metallic-Lack beim Mazda die einzige Option ist. Ausstattungsmäßig dazwischen rangiert der Peugeot 207 in der Sport-Ausführung mit dem neuen 1,4-Liter-VTi-Motor für 16 700 Euro, der mit 95 PS der Stärkste des Trios ist. Ein Teil des hohen Budgets dürfte auf das gemeinsam mit BMW entwickelte Triebwerk entfallen, das auch im Mini eingesetzt wird und über verstellbare Ein- und Auslass-Nockenwellen sowie variablen Ventilhub auf der Einlass-Seite verfügt.

Der Aufwand zahlt sich aus, denn der Vierzylinder ermöglicht trotz knapp 200 Kilogramm höheren Testwagengewichts Beschleunigungswerte auf dem Niveau des Mazda 2, den er in puncto Durchzugskraft sogar weit hinter sich lässt. Dabei läuft der Peugeot-Motor bis auf einen Brummer um 5000 Touren angenehm leise und kultiviert. Insgesamt etwas kerniger klingt der Mazda-Vierzylinder, was aber nie störend wird. Den schlechtesten Eindruck – nicht nur in Sachen Laufkultur – hinterlässt das schwachbrüstige Opel-Triebwerk. Es nervt mit einer ausgeprägten Anfahrschwäche, spricht verzögert an und dreht nur unwillig hoch. Der geringfügig niedrigere Verbrauch gegenüber Mazda und Peugeot ist dafür nur ein schwacher Trost. Erste Wahl ist der Corsa allerdings, wenn es auf möglichst viel Platz für Passagiere und Gepäck ankommt. Durch die großzügigeren Türausschnitte gelingt der Einstieg nach hinten zudem leichter als bei Mazda 2 und 207, wo man die Köpfe deutlich mehr einziehen muss. Allerdings ist die Rückbank im Opel nicht sonderlich bequem, sondern hart gepolstert und wenig konturiert. Ähnliches gilt zudem für die vorderen Sitze. Am wohlsten fühlen sich die Hinterbänkler erstaunlicherweise im äußerlich kompakten Mazda. Knie und Köpfe haben ausreichend Platz, und auf den Polstern lassen sich selbst längere Strecken entspannt zurücklegen. Enttäuschend dagegen das Raumangebot im 207. Trotz seiner üppigen äußeren Dimensionen geht es vor allem hinten ziemlich beengt zu. Genug Beinraum im Fond gibt es nur, wenn die Frontpassagiere etwas nach vorne rücken. Dafür dürfen diese auf gut ausgeformten Sportsitzen Platz nehmen, die bei flotter Kurvenfahrt ordentlichen Seitenhalt bieten.

Den kann man gut gebrauchen, denn in Sachen Handling gehört der Peugeot zusammen mit dem Mazda zu den Quirligen im Lande. Der Corsa wirkt in dieser Disziplin vor allem wegen seiner indirekten, gefühllosen Elektro-Lenkung etwas träger, was sich auch an den mäßigen Werten für die Fahrdynamik-Tests ablesen lässt. Hier glänzt vor allem der Mazda. Das wird jedoch mit einer recht straffen Federung erkauft, die auf kurze Wellen nur unwillig anspricht und deren Schluckvermögen auf sehr groben Unebenheiten durch kurze Federwege eingeschränkt ist. Wesentlich besser verdaut der Peugeot solche Stöße, dessen Fahrwerk in diesem Trio den ausgewogensten Eindruck hinterlässt. Einen Ausrutscher leistet sich der Mazda im Bremsen- Kapitel. Während seine Stopper auf trockener Straße auch bei hoher Belastung zuverlässig verzögern, schießt er bei der Vollbremsung auf rechts und links unterschiedlichem Grip (μ-split) über die 150 Meter lange Testbahn hinaus. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum er am Ende nur auf dem dritten Platz landet. Der Punkte-Vorsprung auf den Corsa in der Eigenschaftswertung wird durch die hohen Festkosten ins Gegenteil verkehrt. Ganz oben auf dem Treppchen steht aber der Peugeot 207, der mit seinem kräftigen Motor und dem ausgewogenen Komfort punktet. Da er sich auch sonst in keinem Kapitel eine Schwäche leistet, behält er trotz seines höheren Preises die Nase vorn.

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Fazit

1. Peugeot 207 95 VTi Sport
446 Punkte

Der neue VTi-Motor macht aus dem 207 einen spritzigen Kleinwagen. Dazu passen die agilen Fahreigenschaften und die ausgewogene Federung.

2. Opel Corsa 1.2 Edition
438 Punkte

Für den Corsa sprechen vor allem seine geräumige Karosserie und seine günstigen Unterhaltskosten. Als Spaßverderber erweist sich der schlappe Motor.

3. Mazda 2 1.3 MZR Impression
437 Punkte

Hohe Fahrdynamik, sehr gute Ausstattung und ein günstiger Preis sind die Pluspunkte des Mazda 2. Auf µ-split ist der Bremsweg viel zu lang.

Technische Daten
Opel Corsa 1.2 Edition Peugeot 207 95 VTi Sport Mazda 2 1.3 MZR Impression
Grundpreis 15.170 € 17.050 € 15.890 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3999 x 1737 x 1485 mm 4030 x 1748 x 1472 mm 3885 x 1695 x 1475 mm
KofferraumvolumenVDA 285 bis 1100 l 270 bis 923 l 250 bis 787 l
Hubraum / Motor 1229 cm³ / 4-Zylinder 1397 cm³ / 4-Zylinder 1349 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 59 kW / 80 PS bei 5600 U/min 70 kW / 95 PS bei 6000 U/min 63 kW / 86 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 168 km/h 185 km/h 172 km/h
0-100 km/h 12,3 s
Verbrauch 5,5 l/100 km 6,1 l/100 km 5,2 l/100 km
Testverbrauch 8,2 l/100 km
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