Mazda 3 Sport 1.6 Exclusive im Test

Dynamik und Agilität im Mazda 3 Sport

Foto: Hans-Dieter Seufert

Mit Agilität und dynamischem Auftritt soll der Mazda 3 Sport zunächst als Schrägheck-Version Terrain gewinnen. Der Nachfolger des 323, wirkt ganz einfach modern, gefällig und wohlproportioniert.

Es hätte beim Mazda 3 Sport nicht unbedingt dieser Farbe bedurft, um zu zeigen: Wir bauen keine grauen Mäuse mehr. Doch dieses leuchtende Safrangelb ist mehr als ein fröhlicher Farbklecks im Alltagsgrau, mehr als die optimistische Antithese zu den dominierenden Silber-, Anthrazit- und Schwarz-Tönen – allesamt nur Variationen des Begriffs farblos. Es ist Zeichen des Anspruchs von Mazda auf einen Platz an der Sonne, und den hat sich Mazda redlich verdient. Denn mit ihrer erneuerten Modellpalette gehört die Ford-Tochter trotz allgemeiner Flaute derzeit zu den großen Gewinnern auf dem deutschen Markt.

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Einzeltest Mazda 3 Sport
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Nach dem Mazda 6 in der Mittelklasse, dem kleinen Mazda 2 und dem sportlichen Mazda RX-8 folgt nun der Mazda 3 als Nachfolger des Mazda 323, mit dem die Japaner auch in der Kompaktklasse wieder ganz vorn mitmischen wollen. Und während das Publikum noch über die neuen Opel Astra und VW Golf diskutiert, wirkt der Rivale ganz einfach modern, gefällig und wohlproportioniert. Er verzichtet auf jegliche Exaltiertheit, ohne an Charakterschwäche zu leiden. Schon die äußere Form der Schrägheck-Version Sport – ein Stufenheck-Modell folgt in Kürze – spricht eine solide, hochwertige Sprache, wobei die Emotionen nicht zu kurz kommen. Darüber hinaus ist er eine sehr stattliche Erscheinung, die besonders mit ihrer Länge (4,42 Meter) den üblichen Rahmen ihrer Klasse sprengt und fast an ausgewachsene Limousinen wie den BMW 3er heranreicht. Wegen seines raumsparenden Frontantriebs mit quer eingebautem Motor übertrifft ihn der Mazda 3 MZR 1.6 Sport sogar im Platzangebot für die Passagiere, geizt aber beim Gepäckvolumen. Gerade mal 300 Liter und damit weniger als bei Astra und Golf (je 350 Liter) stehen zur Verfügung, dazu eine flache Ablage für Kleinzeug über dem Notrad im Souterrain des Heckabteils. Die im Verhältnis 40 zu 60 geteilte Rücksitzlehne lässt sich bei Bedarf auf die Bank legen, schafft jedoch keinen ebenen, wirklich groß-zügigen Laderaum (635 Liter bis zur Fenster-Unterkante).

Ganz offensichtlich genießen die Insassen des Mazda 3 Sport 1.6 höhere Priorität, was schon der bequeme Einstieg über vier serienmäßige, weit öffnende Türen andeutet. Selbst hinten wird eine respektable Bein- und Kopffreiheit geboten, zudem sorgen die Vordersitze mit guter Seitenführung und großer Beinauflage gerade auf langen Strecken für Wohlbehagen. Eine Höhenverstellung und Lordosenstütze gibt es allerdings nur für den Fahrer, und das Lenkrad ist zwar in der Tiefe, aber nicht in der Höhe justierbar. Trotzdem dürfte ein normal gewachsener Europäer keine Probleme haben, eine passende Sitzposition im Mazda 3 zu finden. Leichte Bedienung, saubere Verarbeitungsqualität und die annehmbare Übersichtlichkeit der Karosserie tun ein Übriges, um schnell mit dem Mazda 3 vertraut zu werden. Nur die Bedienung von Radio, Klimatisierung und Navigationssystem (Extra) erschließt sich nicht auf Anhieb und wirkt zum Teil umständlich.

Einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt auch die Ausstattungspolitik von Mazda. Das meiste, was heute als unverzichtbar gilt, ist zwar serienmäßig an Bord, anderes hingegen nicht einmal gegen Aufpreis oder nur im Paket lieferbar. So bleiben Xenonscheinwerfer mit Reinigung, Licht- und Regensensor, Diebstahlsicherung und Außenthermometer dem Mazda 3 Sport 2.0 Top mit 150 PS vorbehalten, die Mazda 3 Sport 1.6-Version wartet erst in der getesteten Exclusive-Ausstattung für faire 2200 Euro extra mit Klimaanlage, ESP, Alufelgen und Radiobedienung am Lenkrad auf. In Sachen Insassenschutz bietet indes schon das 1,4-Liter-Basismodell Front-, Seiten- und Kopfairbags, dazu ABS mit Bremsassistent und elektronischer Kraftverteilung, aber ESP nicht einmal gegen Aufpreis. Beim Crashverhalten wähnt sich Mazda hingegen auf der sicheren Seite, weil der Vorderwagen die gleichen tragenden Strukturen wie der neue Volvo S40 und der künftige Ford Focus aufweist und die Knautschzonen im Volvo-Sicherheitszentrum optimiert wurden.

Die technische Verwandtschaft mit den Konzernbrüdern macht sich überdies in einem Handling bemerkbar, das auch den Fahrspaß nicht zu kurz kommen lässt. Kurvige Landstraßen nimmt der Dreier so flink und problemlos wie die Wedelgasse, mit maximaler Zuladung (454 Kilogramm) liegt er bei schnellen Kursänderungen noch ruhiger als leer. Selbst in Spitzkehren schiebt der Fronttriebler nur zart über die Vorderräder, Lastwechselreaktionen sind höchstens im Ansatz feststellbar. Dabei wird der Fahrer – im Gegensatz zur elektrohydraulischen Lenkhilfe im Zweiliter – von einer konventionellen Servolenkung unterstützt, die angenehm spontan und präzise arbeitet. Erst bei flotter Slalomfahrt wirkt sie etwas gefühllos und leichtgängig, während das Stabilitätsprogramm den Wagen sehr fein dosiert auf Kurs hält. Abgerundet wird der Eindruck hoher Fahrsicherheit von vier kräftig zupackenden Scheibenbremsen, die auch bei starker Belastung in ihrer Wirkung kaum nachlassen. Allerdings geht der Gewinn an Dynamik im Mazda 3 Sport 1.6 merklich zu Lasten des Federungskomforts. Lange Bodenwellen filtert das straff abgestimmte Fahrwerk noch ausreichend geschmeidig weg, doch kurze Unebenheiten und Querfugen quittiert es eher unsensibel und mit trockenen Stößen. Außerdem meldet sich dann die normalerweise unauffällig abrollende 16-Zoll-Optionsbereifung mit unschönen Poltergeräuschen zu Wort.

Ein echter Leisetreter ist der Mazda ohnehin nicht, was weniger von Fahrwerk oder Karosserie als vom Motor herrührt. Denn der kultivierte 1,6-Liter-Vierzylinder legt einen sportlichen Klang an den Tag, der bei hohen Drehzahlen einen kernigen Unterton annimmt. Auch Fahrleistungen (null auf 100 km/h in 11,4 Sekunden) und Testverbrauch (9,5 Liter auf 100 Kilometer) reißen nicht gerade vom Hocker, und trotzdem fühlt man sich insgesamt passend motorisiert. Das liegt vor allem am guten Ansprechverhalten des Vierventilers im mittleren Bereich, das mehr auf das Konto der kurzen Übersetzung als auf sein stämmiges Drehmoment geht. So kann man vergleichsweise schaltfaul im Verkehr mitschwimmen, zumal sich der Umgang mit dem Fünfgang-Getriebe als sehr präzise und leichtgängig erweist.

Und weil zum günstigen Preis auch eine anerkannt solide Machart plus Drei-Jahres-Garantie gehören, darf man wohl vom besten Golf sprechen, den Mazda je gebaut hat. Ein Farbtupfer im Allerlei der heiß umkämpften Kompaktklasse also – auch wenn er nicht in Safrangelb lackiert ist.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • sehr gutes Raumangebot
  • solide Verarbeitung
  • umfangreiche Serienausstattung
  • gewöhnungsbedürftige Bedienung
  • wenig Zusatzausstattung
  • kleiner, unebener Gepäckraum
Fahrkomfort
  • gute Sitze und Fahrerposition
  • Klimaanlage serienmäßig
  • straffe, stößige Federung
  • kerniges Motorgeräusch
Antrieb
  • befriedigende Fahrleistungen
  • gutes Ansprechverhalten
  • exakt schaltbares Getriebe
  • im oberen Drehzahlbereich laut
Fahreigenschaften
  • sicheres Kurvenhalten
  • sauberer Geradeauslauf
  • agiles Handling
  • präzise Servolenkung
Sicherheit
  • wirksame, standfeste Bremsen
  • feinfühlig regelndes ESP
  • gute Sicherheitsausstattung
Umwelt
  • schadstoffarm nach Euro 4
  • relativ hoher Benzinverbrauch
Kosten
  • angemessener Kaufpreis
  • 3 Jahre Basisgarantie
  • 12 Jahre Garantie gegen Rost

Fazit

Mazda hat mit dem Mazda 3 Sport 1.6 Exclusive einen geräumigen, soliden und fahrsicheren Kompaktwagen auf die Räder gestellt, der auch Fahrspaß bereitet. Bis auf den mäßigen Federungskomfort und den knappen Kofferraum ist ihm kaum etwas vorzuwerfen.

Technische Daten
Mazda 3 MZR 1.6 Sport Comfort
Grundpreis 16.590 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4420 x 1755 x 1465 mm
KofferraumvolumenVDA 300 bis 1272 l
Hubraum / Motor 1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 77 kW / 105 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 182 km/h
0-100 km/h 10,9 s
Verbrauch 7,2 l/100 km
Testverbrauch 8,4 l/100 km
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