Mazda 323 F 1.5 im Test

Kompakt-Kasse

Mazda 323 F 1.5

100.000 Dauertest- Kilometer stellten für den Mazda 323 F eine Übung ohne große Probleme dar.Wenn der japanische Kompakte aber mal in die Werkstatt mußte, wurde es meist teuer.

Ein Mazda im Dauertest war im positiven Sinne immer unspektakulär. Egal ob 121, 323, 626 oder MX-5, die Dauertest-Wagen überstanden die 100 000 Kilometer-Distanz stets ohne große Probleme. Totalausfälle, die eine Weiterfahrt unmöglich gemacht hätten, kamen nicht vor.

Die hohe funktionale Mazda- Qualität ist auch den Autokäufern nicht verborgen geblieben. Deutlich machen das die Verkaufszahlen. So gehört der Mazda 323 in der Kompaktklasse zu den meistverkauften ausländischen Autos auf dem deutschen Markt. In diesem Jahr will Mazda Deutschland etwa 40 000 Kompakte verkaufen. Davon sollen rund 50 Prozent auf die 323 F-Version entfallen, das Gros von ihnen mit dem 88 PS starken 1,5 Liter- Vierzylinder-Benzinmotor. Bei seiner Markteinführung im September 1994 ging der 323 gehandikapt an den Start. Mit 28 490 Mark, die das Basis- Modell damals kostete, war es schlichtweg zu teuer. Wer Fahrer- und Beifahrer- Airbag wollte, mußte sogar 990 Mark draufzahlen. Ein Opel Astra mit 90 PS kostete im Erscheinungsjahr des Mazda nur 25 217 Mark, ein gleich starker VW Golf war für 27 720 Mark zu haben.

Der 323 F mußte billiger werden – darum wurde bereits im November 1994 nachgebessert, und die Airbags gehörten bei gleichem Verkaufspreis fortan zum serienmäßigen Lieferumfang. Um zu überprüfen, ob man für sein Geld auch beim neuen Modell die hohe Mazda-Zuverlässigkeit bekommt, trat im Dezember 1994 ein grüner Mazda 323 F 1.5 mit 88 PS zum Dauertest an. Extras wie Metallic- Lackierung, ABS, Fahrer- und Beifahrer-Airbag sowie Klimaanlage verteuerten den Grundpreis um 5540 Mark auf 34 030 Mark. 1996 wäre das gleich ausgestattete Auto für 33 390 Mark zu bekommen. Die 2500 Mark, die man auch heute noch für eine Klimaanlage ausgeben muß, sind sinnvoll angelegtes Geld. Denn der Viertürer in Coupéform heizt sich durch die sehr schräg stehenden Fenster selbst bei moderaten Außentemperaturen stark auf. Auch auf höchster Stufe laufend schafft es die Lüftung nicht, das Auto abzukühlen. auto motor und sport-Mitarbeiter Michael Schröder war es bereits im April zu warm im 323. Sein Kommentar: „Ohne Klimaanlage wäre es viel zu heiß – wie soll es erst im Sommer werden?“

Belüftung durch etwas heruntergelassene Seitenfenster ist auch keine Lösung. Die vorderen Seitenscheiben machen beim Absenken nicht nur oben einen Spalt frei, sondern auch an der Türsäule. Heftige Zugluft am Fahrerhals ist die Folge. Gelobt wurden die rahmenlosen Seitenscheiben allerdings dafür, daß sie auch bei hoher Geschwindigkeit dicht anliegen und kaum Windgeräusche verursachen.

Von feuchtem Wetter war die Lüftung ebenso schnell überfordert wie von Wärme. Sobald es regnete, waren die hinteren Seitenscheiben beschlagen. Abhilfe schaffte wiederum nur die Klimaanlage. Dennoch wurde sie oft abgeschaltet, weil der mitlaufende Klimakompressor die Motorleistung deutlich herabsetzt. Störend wirkt dieses Phänomen besonders an Steigungen auf der Autobahn.

Das bevorzugte Revier des 323 ist die Autobahn ohnehin nicht. Wer mit dem kleinvolumigen Motor längere Zeit mit hoher Geschwindigkeit unterwegs ist, wird schnell zum guten Freund der Tankwarte. Ein Spitzenverbrauch von mehr als elf Litern auf 100 Kilometer und der gemittelte Testverbrauch von 9,6 Litern sind heute einfach nicht mehr zeitgemäß. So lagen die Tankintervalle teilweise unter 400 Kilometern; eine zu früh warnende Leuchte verkürzte die Etappen zwischen den Zapfsäulen zusätzlich. Zurückhaltung übte der Motor dafür beim Ölkonsum. Insgesamt mußten außerhalb der Ölwechselintervalle nur zehn Liter Schmierstoff für insgesamt 179,50 Mark nachgefüllt werden. Pro 1000 Kilometer verbrauchte der Vierzylinder also 0,1 Liter Öl – eine vernachlässigbar geringe Menge.

Nehmerqualitäten mußten die Fahrer bei der Geräuschentwicklung beweisen. Der Motor quittiert hohe Drehzahlen mit lautem Brummen und Dröhnen. Es finden sich außerdem immer wieder Bemerkungen in den Bordkarten, die das niedrige Drehmoment des 1,5 Liter- Vierventilers beklagen. Zusätzlich kreideten einzelne Redakteure dem Motor starkes Lastwechsel-Ruckeln an, das insbesondere in der Stadt und bei Stop-and-go störte. Kritisch äußerte sich Burkhardt Hübner über die bei Kilometerstand 34 658 für 547 Mark aufgezogenen Sommerreifen vom Typ Toyo 600 F8: „Das Abrollgeräusch ist unglaublich, viele Winterreifen sind leiser.“ Dafür hielten die Toyo lange und mußten erst nach knapp 50 000 Kilometern getauscht werden.

Als großes Übel erwiesen sich die Sitze des 323. Unabhängig von der Körpergröße des Fahrers bekamen sie einheitlich schlechte bis sehr schlechte Noten. Zu tief, zu hart, Rundrücken fördernde Lehne und extrem schweißtreibender Bezug waren die Kritikpunkte. Sichtbaren Verschleiß wiesen die Sitzmöbel aber auch nach 100 000 Kilometern nicht auf.

Überhaupt merkte man dem 323 die vielen Kilometer kaum an. Zum Knarren aus dem Bereich des Handschuhfachs, das den ganzen Test über hin und wieder auftrat, kamen nur wenige Geräusche hinzu, und die ließen sich stets mit wenig Aufwand beheben. Ausgeleierte Schalter oder Hebel und abgegriffene Armaturen sucht man am Testende ebenso vergebens wie durchgescheuerte Teppiche. Zugenommen hat aber die Flatterneigung der Spiegel, die ab 135 km/h sogar dazu führt, daß sich der Beifahrerspiegel bisweilen selbst verstellt.

Trotz aller Zuverlässigkeit ging es nicht ohne unfreiwillige Werkstattaufenthalte ab. Davon entfielen aber allein fünf auf Reparaturen am Radio. Ansonsten steht der aktuelle 323 F seinem direkten Vorgänger, der 1992 ebenfalls einen Dauertest über sich ergehen lassen mußte, an Zuverlässigkeit kaum nach. Besser war auch der Dauertest-Mercedes C 180 nicht, der sein Fahrprogramm Anfang 1996 beendete. Erstmalig mußte eine Werkstatt mit dem Mazda bereits nach 12 771 Kilometern angelaufen werden. Die Zentralverriegelung schloß nicht mehr, und darum mußte ein Schalter ausgetauscht werden. Die Arbeit wurde auf Garantie durchgeführt.

zerplatzt die hintere rechte Seitenscheibe, bleibt aber im Rahmen. Ersatz ist nicht sofort lieferbar, und so muß der Mazda einige Tage später noch einmal in die Werkstatt. Durch diese Reparatur entstanden aber keine Kosten.

Das sieht bei den alle 15 000 Kilometer anfallenden normalen und den alle 30 000 Kilometer nötigen großen Inspektionen schon ganz anders aus. Hier zeigt sich der Mazda von seiner unangenehmen, weil teuren Seite. Zwischen 508 Mark und 630 Mark waren für eine große Inspektion fällig. Zum Vergleich: Eine große Inspektion kostet beim über dem Mazda rangierenden Audi A4 rund 480 Mark.

Ein Problem, mit dem schon der 1994 getestete Mazda 626 zu kämpfen hatte, tauchte auch beim 323 wieder auf: Die Zündschlüssel sind aus so billigem Material, daß sie leicht einreißen und sogar abbrechen. Beim 323 F war es bei Kilometerstand 80 300 soweit.

Bei 89 514 Kilometern wurden im Rahmen der 90 000 Kilometer-Inspektion die Antriebsriemen für Lichtmaschine und Klimakompressor ausgewechselt. Die Wartungsunterlagen schreiben den Austausch für nur 54,63 Mark zwar vor, in diesem Fall hätten sie ihren Dienst aber noch eine ganze Weile verrichten können. Stark verschlissen waren sie nämlich noch nicht.

Teuer wurde der Austausch des Zahnriemens, der die Nokkenwelle antreibt, und das Einstellen der Ventile. Knapp 320 Mark waren unter anderem deshalb fällig, weil der 1,5 Liter- Motor noch über die mittlerweile stark angejahrten Tellerscheiben verfügt, die das Ventilspiel justieren.

Als wenig verschleißanfällig zeigte sich die Bremsanlage. Die vorderen Bremsbeläge mußten erst bei Kilometerstand 60 874 erneuert werden und waren dann bei 106 458 Kilometern zusammen mit den Scheiben vorn und den hinteren Belägen wieder verbraucht. Die Revision der Bremse am Testende war mit insgesamt 694 Mark die teuerste Reparatur. Die Kosten sind dann auch der Knackpunkt am Mazda 323. Trotz geringer Reparaturanfälligkeit lagen die Betriebskosten bei 4,5 Pfennig pro Kilometer; Kraftstoff, Öl und Reifenverschleiß nicht einmal mitgerechnet. Ein vergleichbarer Golf kommt nach den Dauertest-Erfahrungen von auto motor und sport mit zwei Pfennig pro Kilometer aus. Selbst der Mercedes C 180 begnügt sich mit 2,2 Pfennig.

Auch der nach Dekra- Schätzung ermittelte Wiederverkaufswert von 15 400 Mark ist für ein populäres Kompaktklasse- Auto enttäuschend niedrig. So bleibt am Ende trotz weitgehend positiver Bilanz ein zwiespältiger Eindruck vom 323 F. Denn bei hohen Wartungs- und Ersatzteilpreisen kommen nur die Werkstätten auf ihre Kosten.

Abgastest: Der Mazda 323 ist noch nach der alten europäischen Abgasvorschrift aus dem Jahr 1992 (91/441/EWG) typgeprüft worden, die inzwischen der wesentlich verschärften Anforderung 93/116/EWG gewichen ist.

Auch Autos mit höherer Laufleistung können die alten Grenzwerte erfahrungsgemäß meist ohne Mühe einhalten. Das gilt auch für den Mazda 323. Die obligate Abgasmessung am Ende des Dauertests auf dem Rollenprüfstand des TÜV Bayern- Sachsen in München ergab folgende Werte (Seriengrenzwerte in Klammern): Kohlenmonoxid (CO): 1,67 (3,16) Gramm pro Kilometer, Summenwert aus Stickoxiden (NOx) und Kohlenwasserstoffen (HC): 0,32 (1,13) Gramm pro Kilometer. Damit erzielte der Mazda ein gutes Ergebnis.  

Mängel im Überblick: Zu den wenigen billigen Reparaturen am 323 gehörte der Wechsel von Lichtmaschinen- und Klimaanlagen-Keilriemen. Bei Kilometer 89 514 waren dafür 54 Mark fällig. Die vorderen Bremsbeläge mußten im Test nur zweimal gewechselt werden. Der erste Satz hielt fast 61 000 Kilometer, der zweite wurde 45 000 Kilometer später ausgetauscht. Bei der 90 000 Kilometer-Inspektion mußte der Nockenwellen- Zahnriemen gewechselt werden. Inklusive Ventilspiel- Kontrolle waren dafür knapp 320 Mark zu bezahlen. Form und Material der Zündschlüssel sind bei Mazda so unglücklich gewählt, daß nach 82 866 Kilometern zwei Ersatzschlüssel angefertigt werden mußten. Die Zündkerzen werden beim Mazda 323 F nur alle 30 000 Kilometer gewechselt, dafür sind sie mit gut sieben Mark pro Stück teuer

Ich bin mit meinem halbjährigen Mazda 323 F 1.5 vollauf zufrieden. Bisherige Kilometerleistung: 24 000, Durchschnittsverbrauch acht bis neun Liter. Bisherige Mängel: Linker Außenspiegel verstellt sich nach ein paar Kilometern. Neue schöne Optik, sehr gute Sitzposition, eingeschränkte Sicht nach hinten (wie beim alten 323 F), geräumiger Kofferraum, ansehnliche Armaturen. Der Motor ist nicht mehr so durchzugsstark wie bei der alten 88 PS-Version. Den Mazda 323 F kann ich nur empfehlen.
Rico Kreußig, Leonberg

Ich habe den 323 F 1.5 im November 1995 erworben. Neben dem gelungenen Design des sportlichen Coupés fällt der gesamte Innenraum positiv auf. Die Sitze wurden enorm verbessert, was sich bei langen Strecken bemerkbar macht. Der Motor ist angenehm leise – auch bei höheren Drehzahlen. Die Kurvenlage ist hervorragend, und die 88 PS genügen auch, um flotten Fahrspaß zu genießen. Auf der Landstraße pendelt der Verbrauch um sieben Liter. Verbrauchswerte über acht Liter kommen nur zustande, wenn ich längere Strecken mit Geschwindigkeiten über 150 km/h fahre. Eindeutige Schwachstelle sind für mich die Bremsen, sie reagieren erst bei gutem Zutreten. Die Metallic- Lackierung scheint mir mehr als empfindlich zu sein.
Michael Guth, Bad Camberg
 
Ich habe meinen Mazda 323 F (1.9, 114 PS) im Februar 1995 gekauft und bin überaus zufrieden. Besondere Faktoren für den Kauf waren unter anderem das sportliche Aussehen, die Spritzigkeit und die Verarbeitung. Das Auto hat eine reichhaltige Serienausstattung, so daß ich als Extras nur noch das elektrische Schiebedach und die Metallic-Lackierung dazugekauft habe. Als Mangel empfinde ich das zu tiefe Gurtschloß, was beim Angurten mit Hakeleien verbunden ist. Der Mazda ist ein schnelles und doch geräumiges Familienauto. Als besonders positiv empfinde ich die leichtgängige Servolenkung. Das Auto spricht sofort auf leichte Lenkkorrekturen an und läßt sich jederzeit sicher beherrschen.
Mario Eckstein, Gera

Seit Februar 1995 bin ich im Besitz eines Mazda 323 F 1.5. Mit dem Fahrzeug bin ich im Prinzip vollends zufrieden, was die Fahrleistungen und das Handling betrifft. Da das Auto vom Händler aus schon viele Zubehörteile extra angebracht bekam (Spoiler, Nebelscheinwerfer, Auspuffanlage), habe ich auch schon einige außerplanmäßige Werkstattaufenthalte in Kauf nehmen müssen. Schon in der ersten Woche löste sich der Spoiler, der auf Kulanz befestigt wurde. Im Mai 1995 wurde der Spoiler noch einmal auf Kulanz befestigt, mit dem Hinweis, ein möglicher Neider hätte versucht, ihn abzureißen, und verbunden mit der Frage, ob ich durch die Waschanlage fahren würde, was nicht so gut sei. Der Spoiler hielt nach dem zweiten Werkstattaufenthalt bis Dezember 1995. Der dritte Aufenthalt war nötig. Diesmal wollte die Werkstatt die Reparatur bezahlt haben. Begründung von Mazda: äußere Gewalteinwirkung. Die kann ich mir nicht erklären, weil keinerlei Spuren von Gewalteinwirkung zu sehen sind. Normalerweise gilt eine dreijährige Garantie für alle Originalteile, also auch für Zubehörteile, oder verstehe ich den Werbeslogan womöglich falsch?
Andreas Lüddeke, Habichtswald-Ehlen

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Technische Daten
Mazda 323 F 1.5
Grundpreis 14.311 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4245 x 1695 x 1355 mm
KofferraumvolumenVDA 346 l
Hubraum / Motor 1489 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 65 kW / 88 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 175 km/h
Alle technischen Daten anzeigen
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