Mazda 5, Opel Zafira,Toyota Corolla Verso

Zauberwürfel

Foto: Hans-Dieter Seufert 27 Bilder

Kastenförmige Gestalt, trickreiche Klappmechanismen: Die siebensitzigen Kompaktvans Mazda 5, Opel Zafira und Toyota Corolla Verso verzaubern nicht nur kleine Passagiere und große Familien. Im Vergleichstest beweisen die rund 140 PS starken Benziner Allroundqualitäten.

Wer hat eigentlich behauptet, die Deutschen seien geburtsmüde? Beim Blick auf das Kompaktvan- Segment könnte man stattdessen an ein Comeback der Großfamilie glauben. Ungeachtet der durchschnittlichen Kinderzahl von nur rund 1,4 pro Familie integrieren die Ingenieure hier sieben Sitzplätze auf 4,40 Meter Außenlänge. Immerhin sind die Zeiten, in denen man zum Entdecken dieser Möglichkeiten bandscheibenmordende Plackerei auf sich nehmen musste, vorbei.

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Vergleichstest Mazda 5, Opel Zafira, Toyota Corolla
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Die drei Testkandidaten bieten clevere Klappmechanismen mit dem Vorteil, alle Sitze ständig verfügbar zu haben, ohne Garagen und Kellerräume zu blockieren. Und wenn mal eine ganze Rasselbande mit muss, genügen zwei, dreiHandgriffe, und der Shuttlebus ist startklar. So auch beim Mazda 5 mit seinem Karakuri genannten Sitzkonzept und parklückenfreundlichem Zustieg durch Schiebetüren links und rechts. Sie eröffnen jeweils 70 Zentimeter breite Luken, was allerdings wenig daran ändert, dass das Entern der letzten Reihe Gelenkigkeit erfordert, obwohl die Einzelsitze in Reihe zwei nach vorn gleiten. Der Aufenthalt ganz hinten ist auf Dauer höchstens Steppkes zuzumuten, Erwachsene denken eher an Harakiri statt Karakuri. Reihe zwei logiert deutlich komfortabler, auch wenn man dort auf Armauflagen in den Schiebetüren verzichten muss.

Eine Extraportion Ingenieursgeist steckt im Sitzkonzept, bei dem der Mittelplatz nur bei Bedarf ausklappt. Im Normalzustand als Ablage dienend, verwandelt er sich mittels eines sehenswerten Mechanismus durch Herausklappen der Sitzfläche aus einem Fach im linken Sitz in einen schmalen Notsitz. Ist das maximale Ladevolumen von 1566 Litern gefragt, lassen sich alle Sitze flachlegen, wenn auch mit einer kleinen Stufe.

Beim Toyota Corolla Verso klappt das einfache und klemmsichere Flachlegen sogar ohne Stufe, der Gepäckraum fällt mit 1563 Litern ähnlich aus wie beim Mazda. Passagiere in der verschiebbaren Mittelreihe genießen mit einzeln verstellbaren Rückenlehnen ein kathedralenartiges Raumgefühl, die Plätze sechs und sieben taugen allerdings nur für Kids. Im Opel Zafira, dem Urvater des Siebensitz-Klappkonzepts, geht es ganz hinten trotz breiter Aussparungen als Armauflagen ebenfalls klaustrophobisch zu. Reihe zwei bietet neben einer harten Polsterung eine etwas erhöhte Positon mit gutem Überblick – und den Flex7-Mechanismus: Mit einem Handgriff schwenkt das Sitzpolster hydraulisch unterstützt nach oben, mit einem weiteren Griff lässt sich die einteilige Bank komplett nach vorn schieben.

Ein ebener Laderaum mit stabiler Abtrennung nach vorn sowie üppige 1820 Liter Volumen sind das Ergebnis. Details wie das in einer praktischen Kassette untergebrachte Trennnetz, kratzunempfindliche Kunststoffe, eine Edelstahl-Ladekante sowie das optionale Gepäcksicherungssystem mit Schienen und Gurten erleichtern die Nutzung im Alltag.

Knapp geschnittene Vordersitze mit zu kurzen Flächen und die sichtbehindernde, massive A-Säule kosten allerdings Punkte. Dafür gefällt der 23 590 Euro teure Zafira mit seiner einfachen Bedienbarkeit und klar ablesbaren Instrumenten. Die Ausstattung der Edition-Variante enthält Klimaanlage, CD-Radio und Tempomat, Luxus wie Aluräder, Bordcomputer oder elektrische Fensterheber hinten kosten ebenso wie Navigation und DVD-Entertainment extra. Sein neuentwickelter 1,8-Liter-Benziner mit variabler Ventilsteuerung und Schaltsaugrohr ist zwar verhältnismäßig sparsam, aber weder besonders durchzugsstark noch kultiviert.

Häufige Gangwechsel im knochigen Fünfganggetriebe sind die Folge. Kein Grund zur Schadenfreude im Toyota-Lager: Auch deren 1,8-Liter-VVT-i – mit aufwendiger Ventilverstellung ausgerüstet – brummt blutleer vor sich hin und hat Mühe, den Verso aus niedrigen Drehzahlen in Schwung zu bringen. Deutlich schwungvoller fällt die Ausstattung des als Executive 25 600 Euro teuren Siebensitzers aus.

Neben Nettigkeiten wie Lederlenkrad, Alurädern und einem Knieairbag für den Fahrer klotzt er mit Front- und Heckkamera als Rangierhilfe sowie einem Audio- und Navigationssystem mit DVD. Dessen Steuerung mittels Berührungsbildschirm plus Tasten bedarf im Gegensatz zu den anderen Bedienelementen jedoch einiger Gewöhnung.

Die fällt beim Mazda 5 kürzer, mögliche Aufpreise dafür üppiger aus: So addieren sich zum Grundpreis von 24 200 Euro inklusive Klimaautomatik und Xenonlicht nochmals 2500 Euro für DVD-Navigation plus Rückfahrkamera.

Wer nach Oberklasse-Entertainment mit DVD, ausklappbarem Siebenzoll-Bildschirm im Dachhimmel und 20 GB-Festplattenspeicher für bis zu 3000 Musiktitel verlangt, wird für 2800 Euro bedient. Doch auch ohne Techno-Vollprogramm macht der Mazda Freude: Sein Zweiliter-Motor präsentiert sich kultiviert und durchzugsstark, das Cockpit übersichtlich, während die Mittelkonsole mit Silberdekor und schmalen Tasten unverblümt dänisches Nobel-HiFi-Design zitiert.

Passend dazu absorbiert das Fahrwerk vor allem kurze Unebenheiten weitgehend rückstands- und polterfrei. Im Zusammenspiel mit dezenten Windgeräuschen ergibt das einen für Kompaktvan-Verhältnisse beachtlichen Langstreckenkomfort. Auf der Landstraße kompensiert der Mazda dann seine spürbare Seitenneigung mit agilem Handling, das erst auffällig spät durch das elektronische Stabilitätsprogramm eingebremst wird.

Beim μ- Split-Test fällt er zudem wegen seines viel zu langen Bremsweges dramatisch durch (siehe Spotlight). Der Opel bremst besser, federt und dämpft jedoch deutlich straffer. Sein optionales, sportiv abgestimmtes IDS-Plus-Fahrwerk mit elektronisch gesteuerten Dämpfern reduziert dabei die Aufbaubewegungen, spricht aber auf harte Absätze unnötig ruppig an.

Etwas geschmeidiger operieren Federn und Dämpfer des Corolla Verso, was jedoch nichts daran ändert, dass er nur Platz drei erreicht. Den Sieg holt sich der Opel Zafira, knapp vor Schiebetür-Newcomer Mazda 5.

Fazit

1. Opel Zafira 1.8 Edition
464 Punkte

Einfache Bedienbarkeit, sichere Fahreigenschaften und das üppige Ladevolumen bringen dem Opel trotz seines unkomfortablen IDS Plus- Fahrwerks den Sieg.

2. Mazda 5 2.0 MZR Top
462 Punkte

Hoher Fahrkomfort, der kräftige Zweiliter, die praktischen Schiebetüren und hohe Variabilität sichern dem Neuling trotz des miesen µ-Split- Ergebnisses Rang zwei.

3. Toyota Corolla Verso 1.8
460 Punkte

Executive-Topausstattung, clevere Klappmechanismen, aber ein relativ kleiner Gepäckraum, schlapp antretender Benziner und etwas schlechtere Bremswerte: Platz 3.

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Technische Daten
Opel Zafira 1.8 Edition Toyota Corolla Verso 1.8 VVT-i 7-Sitzer Executive Mazda 5 2.0 MZR Top
Grundpreis 24.482 € 25.600 € 25.500 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4467 x 1801 x 1635 mm 4360 x 1770 x 1660 mm 4505 x 1755 x 1615 mm
KofferraumvolumenVDA 140 bis 1820 l 423 bis 1563 l 112 bis 1566 l
Hubraum / Motor 1796 cm³ / 4-Zylinder 1794 cm³ / 4-Zylinder 1999 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 103 kW / 140 PS bei 6300 U/min 95 kW / 129 PS bei 6000 U/min 107 kW / 146 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 197 km/h 195 km/h 196 km/h
0-100 km/h 11,6 s 11,3 s 10,2 s
Verbrauch 7,6 l/100 km 7,8 l/100 km 8,2 l/100 km
Testverbrauch 9,6 l/100 km 10,0 l/100 km 10,5 l/100 km
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