Mehr sein als klein - Peugeot 206 Tendance 110 und Toyota Yaris TS

Mit knapp 110 PS sind die Stadtflitzer Peugeot 206 Tendance 110 und Toyota Yaris TS auch für flottes Landstraßen- und Autobahntempo gut gerüstet.

Seit Frühjahr bietet Toyota den Yaris auch mit einem 106 PS starken 1,5-Liter-Motor an. Doch während der vergleichbare 206 nicht einmal mit einem Schriftzug auf seinen 1,6-Liter mit 109 PS hinweist, prangen an Heck und Kühlergrill des stärksten Yaris die Buchstaben TS - Toyota Sport.

Mit Gittergrill, Sportauspuff samt verchromtem Endrohr sowie breiteren Reifen auf Alufelgen unterstreicht der kleine Japaner zusätzlich seine Ambitionen. Und im Innenraum garnieren elektrische Fensterheber und Außenspiegel, Sportsitze und ein RDS-Radio mit CD-Spieler den stattlichen Basispreis von 29.337 Mark. Für rund 2.600 Mark weniger verzichtet man bei Peugeot 206 Tendance 110 nicht nur auf ein Radio und die Alufelgen, sondern auch auf eine sportliche Optik.

Außerdem fällt auf, dass der Yaris zwar kürzer ist als der 206, dafür aber höher, was eine aufrechtere Sitzposition erlaubt und damit vergleichbare Platzverhältnisse wie im Peugeot schafft. Doch ihre wahren Werte offenbaren die Kleinen erst beim Fahren. Denn beide sprinten in weniger als zehn Sekunden von null auf 100 km/h, ihre Höchstgeschwindigkeiten liegen bei annähernd 200 km/h.

Noch bedeutsamer als eine um acht km/h höhere Höchstgeschwindigkeit ist beim Peugeot ohnehin sein spürbares Plus an Laufkultur und die subjektiv bessere Durchzugskraft, die jedoch von den Messwerten widerlegt wird. Denn trotz seines Hubraum- und Drehmoment-Mankos beschleunigt der Yaris im großen Gang schneller, wobei er bereits knapp oberhalb der Leerlaufdrehzahl sauber Gas annimmt. Zudem tritt der 1,5-Liter-Vierventiler spritziger an.

Nutzt man die gebotenen Reserven aus, muss allerdings häufig geschaltet werden, was im Peugeot mehr Freude macht als im Toyota. Dessen Fünfganggetriebe ist nämlich reichlich knöchern zu bedienen und viel zu kurz übersetzt. Schon bei 130 km/h rotiert die Kurbelwelle 4.000 Mal pro Minute, und genau in diesem Bereich dröhnt und brummt der Motor nervtötend.

Beim 206 dagegen sind die Lärmphasen weniger ausgeprägt und auf schmalere Drehzahlbereiche beschränkt. Auch wenn es gilt, die Leistung auf die Straße zu bringen, gebärdet sich der Fronttriebler ziviler. Eine Traktionskontrolle vermisst man viel seltener als beim Yaris, der stark untersteuernd und mit dem kurveninneren Vorderrad scharrend durch enge Kehren schiebt.

Überdies hat der Peugeot den besseren Komfort. Obwohl die Federung auf Querfugen und kurzen Stößen zum Stuckern neigt, filtert sie die gröbsten Unebenheiten heraus und bietet ein passables Abrollverhalten. Dagegen geht die straffe Abstimmung (Tieferlegung, härtere Dämpfer) und die engen, zu hohen Sitze des Yaris TS selbst hartgesottenen Sportfahrern auf Dauer an die Nieren.

Positiv: Die präzisere Lenkung macht den Yaris erfrischend agil, außerdem hält er in kritischen Situationen die größeren Reserven bereit. Selbst bei abruptem Gaswegnehmen bleibt er sicher auf Kurs, erst bei hoher Zuladung drängt er dezent und gut kontrollierbar mit dem Heck zum Kurvenaußenrand.

Mit so viel Gutmütigkeit sollte man im 206 nicht rechnen. Schon leer reagiert er heftiger auf Lastwechsel, mit Beladung verstärkt sich diese Tendenz noch, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden. Trotzdem gibt es dafür Punktabzug, denn unter dem erhöhten Aufwand leidet nicht nur der Fahrspaß, sondern auch die Sicherheit - ESP gibt es bei beiden nicht einmal als Option.

Weitere Zugeständnisse sind allerdings kaum gefordert. Die Bremsen packen kraftvoll und standfest zu, die Sicherheitsausstattung beider Autos (ABS, Front- und Seitenairbags, fünf Kopfstützen) entspricht dem Klassenstandard. Pluspunkte verdient sich hier der Peugeot mit einem Dreipunktgurt in Fondmitte und der Möglichkeit, den Beifahrer-Airbag abzuschalten.

Somit ergibt sich am Ende ein Vorsprung für den 206, der sich vor allem als komfortablere Alternative empfiehlt. Agiler und sportlicher ist klar der Yaris, der jedoch mit seinem harten Fahrwerk und dem dröhnenden Motor auf Dauer zur Plage wird.

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