Mercedes C 32, BMW M3 und Audi S4

Der Audi S4 fordert die Sechszylinder-Konkurrenten BMW M3 und Mercedes C 32 AMG mit V8-Motor und Allradantrieb heraus.

Jetzt sind sie komplett,
die drei Muskeltiere. Mit dem neuen Audi S4 hat die VW-Tochter ein viel versprechendes Konkurrenzmodell zu BMW M3 und
Mercedes C 32 AMG auf die Räder gestellt.

Kompletten Artikel kaufen
Vergleichstest BMW M3, Mercedes C 32 AMG, Audi S4
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 3 Seiten)
1,49 €
Jetzt kaufen

In der Leistung liegen die drei so dicht beieinander, als hätten sie sich abgesprochen. 344 PS beim Audi, 343 beim BMW, mit 354 PS geringfü-
gig mehr beim Mercedes. Die
Wege zu derartiger Potenz führen allerdings durch eine höchst unterschiedliche Technik-Landschaft.

Am einfachsten macht es sich auf den ersten Blick Mercedes. Der bekannte 3,2-Li-
ter-V6-Motor mit Dreiventil-
technik, der als Sauger seinen Dienst in der Großserie leistet, bekommt für die AMG-Version einen Kompressor zwischen die beiden Zylinderreihen gepflanzt.

Das von der Kurbelwelle angetriebene Gebläse setzt die Verbrennungsluft unter einen Überdruck von maximal einem bar. Vorteile des Konzepts:
vergleichsweise bescheidenes Drehzahlniveau (Nenndrehzahl 6100/min) und eine besonders füllige Drehmomentkurve.

Die M GmbH von BMW setzt auf das klassische Rennmotoren-Rezept der hohen Drehzahl. Dazu dient ein eigens für den M3 entwickelter Reihensechszylinder, der alle Merkmale ausgefeilten Motorenbaus aufweist.

Sechs Drosselklappen steuern den Gaswechsel der hoch (11,5:1) verdichteten Maschine, die Nockenwellen verfügen über variable Steuerung. Damit erreicht der Sauger fast die gleiche Literleistung wie der Kompressormotor des Mercedes, muss aber den Drehzahlgipfel bis auf eine Höhe von 7900/min stürmen. e

Die dritte Variante steuert Audi bei. Acht Zylinder statt nur sechs, rund ein Liter mehr Hubraum als bei den Triebwerken der Konkurrenz. Trotzdem sind auch dem Audi-V8, der gegenüber den bekannten 4,2-Motoren eine komplette Neukonstruktion mit kettengetriebenen Nockenwellen darstellt, hohe Drehzahlen nicht fremd. Für die Maximalleistung muss sich seine Kurbelwelle 7000 Mal in der Minute drehen.

Bei den Fahrleistungsmessungen hat der neue Audi zunächst einmal das Nachsehen. Er schleppt, serienmäßig mit Allradantrieb ausgerüstet, das mit Abstand höchste Gewicht mit sich herum. Bei ihm muss jede Pferdestärke fünf Kilogramm in Bewegung setzen. Beim Mercedes sind es 4,7 Kilogramm, beim BMW als leichtestem Konkurrenten sogar nur 4,6 Kilogramm.

Obwohl der Audi nicht ganz so vehement beschleunigt wie die beiden anderen, gibt es keinen Zweifel, dass der neue V8 ein wahres Prachtstück darstellt. Weil das E-Gas schon bei kleinen Bewegungen des Gaspedals für einen großen Öffnungswinkel der Drosselklappe sorgt, beißt der Motor so gierig zu wie ein hungriges Raubtier. Für den subjektiven Leistungseindruck ist dieses aggressive Ansprechen der entscheidende Faktor.

Unter Volllast dreht der
Audi-Motor seidenweich und ohne Vibrationen hoch. Kraft liefert er in jedem Drehzahl-bereich. Schon bei 1500/min setzt heftiger Durchzug ein, der mit steigender Drehzahl kontinuierlich zunimmt. Für schaltfaules Bummeln ist dieser Motor ebenso gut gerüstet wie für sportliches Fahren mit hohem Drehzahlniveau.

Das angenehme Geräuschbild ergänzt den rundum guten Eindruck. Das V8-Grummeln im unteren Drehzahlbereich weicht mit steigender Drehzahl einem wohl abgestimmten
Fauchen, das aber selbst bei 7000/min keine lästige Laut-stärke annimmt.

Ganz anders der Sechszylinder des BMW. Das von ihm intonierte Trompeten, trefflich gemixt aus Ansaug- und Auspuffgeräusch, hat zweifellos einen hohen akustischen Reiz.

Aber der gemessene Schalldruck bestätigt, was das Ohr empfindet: Der BMW wird beim Ausnutzen der Leis-tung sehr laut. Ab 7500/min enthält das Geräusch des Sechszylinders einen rauen Unterton. Der Sprint macht Spaß im M3, aber die Dauerbeschallung bei konstant schneller Autobahn-Fahrt beeinträchtigt den Reisekomfort stark.

Die Reaktionen aufs Gas erfolgen beim BMW ähnlich spontan wie beim Audi. Aber die Durchzugskraft im unte-
ren Drehzahlbereich wirkt weit weniger nachdrücklich. Die Beschleunigung aus dem Drehzahlkeller ist zwar alles andere als schlapp. Aber oberhalb von 5000/min legt der Motor in einer Art und Weise zu, die alles, was sich darunter abspielt, wenig eindrucksvoll erscheinen lässt. Die Leistungscharakte-
ristik ist ganz klar die eines kompromisslosen Sportmotors.

Der Kompressor-V6 des Mercedes spricht eine anders orientierte Kundschaft an. Er ist nur in Verbindung mit einer Fünfgangautomatik zu haben. Die stellt aber, unter sport-
lichen Gesichtspunkten, trotz der schnellen Reaktionen einen Kompromiss dar.

Auf kurvenreichen Stre-cken, die einen häufigen Wechsel der Übersetzung bedingen, agiert das Automatikgetriebe nicht ganz so treffsicher wie die Kombination eines geüb-ten Fahrers mit einem eng gestuften Sechsganggetriebe. Audi und BMW demonstrieren das überzeugend, wobei sich das BMW-Getriebe noch eine Spur exakter schalten lässt.

Unter den üblicherweise herrschenden Verkehrsbedingungen erweist sich die Automatik des Mercedes als höchst angenehm. Zumal die bullige Drehmomententwicklung und das weniger aggressive Ansprechverhalten des Kompressor-Triebwerks den Boden bereiten für eine von drehzahlgieriger Hektik freie Fahrweise.

Trotz seiner hohen Leistung spielt der AMG-Mercedes weniger konsequent die Rolle der Sportlimousine. Er bietet gelassenen, aus dem Vollen schöpfenden Motorkomfort. Das Arbeitsgeräusch des V6 bleibt zurückhaltend. Und das ist auch gut so, denn von sportlichem Sound kann keine Rede sein.

Die unterschiedliche Philosophie der Motorenkonzepte hat natürlich Auswirkungen auf den Verbrauch. Am höchsten liegt er beim Mercedes. Die automatische Kraftübertragung und die beträchtliche Antriebsleistung, die der Kompressor verschlingt, machen sich negativ bemerkbar. Beim Audi sind es das hohe Gewicht und der Allradantrieb, die den Benzindurst des V8 in die Höhe treiben.

Dessen Normwerte liegen etwas über denen des Mercedes, in der Praxis erweist er sich allerdings als geringfügig weniger durstig. Wirklich sparsam für ein Auto dieser Leistungsklasse ist allein der BMW, der, allerdings bei gänz-
lich M3-untypischer Fahrweise,
die Zehnlitergrenze klar zu unterschreiten vermag.

Die von den Motoren geprägten unterschiedlichen Charaktere werden von den Fahrwerkseigenschaften trennscharf hervorgehoben. Audi und BMW setzen konsequent auf Handling. Beide wirken wieselflink. Sie zeigen ausgeprägte Neutralität und Gutmütigkeit bei hoher Querbeschleunigung.

Der Audi bietet zudem den Vorteil der überlegenen Traktion des Allradantriebs. Der BMW, mit Hinterachssperre, bringt seine Kraft besser auf den Boden als der Mercedes. Trotzdem: Je geringer die Reibwerte, desto weiter klafft die Schere zwischen vier und zwei angetriebenen Rädern.

Der Mercedes reagiert nicht so spontan auf Lenkbefehle und wirkt wegen seines mehr untersteuernd ausgelegten Kurvenverhaltens weniger agil. Höchste Gutmütigkeit in Extremsituationen kann auch ihm bescheinigt werden. Beim Bremsen verliert er ein paar Punkte, was man aber als Meckern auf höchs-tem Niveau verstehen darf.

Als schnelles Auto für die lange Strecke bleibt der Mercedes ers-te Wahl. Denn nur er verfügt über einen Federungskomfort, der diese Bezeichnung verdient. Sein Fahrwerk ist straff abgestimmt, steckt aber Bodenwellen so sauber weg, dass sie nicht belästigend werden.

Bei sportlichen Autos mag das nebensächlich erscheinen. Aber die rüde Art, mit der Audi und BMW lange Wellen auf der Autobahn als exakte Kopie an die Insassen weiter reichen, bedingt ausgeprägte Nehmerqualitäten. Kurze Unebenheiten auf Landstraßen zweiter Ordnung kommen bei beiden hart und trocken durch, wobei im Audi die komfortabelsten Sitze für eine gewisse Linderung sorgen.

Die Gesamtwertung lässt eine klare Abstufung erkennen. Erst die Noten im Detail beschreiben ein Kontrastprogramm, das jeder Geschmacksrichtung gerecht wird. Der BMW als reinrassiger Sportwagen, was auch die nur zweitüri-ge Coupé-Karosserie bekräftigt. Der Mercedes als Komfortlimousine für höchste Leistungsansprüche.

Der neue Audi S4 hält sich klug in der Mitte, um am Ende als lachender Erster dazustehen.

Fazit

1. BMW - M3 Coupé - 49422
487 Punkte

3. BMW M3: Ein Sportwagen reinsten Wassers - sehr schnell, sehr laut, sehr hart. Im Verbrauch düpiert er die Konkurrenz, aber die hohen Festkosten machen diesen Vorteil zunichte.

2. Audi S4
523 Punkte

in prachtvoller V8-Motor und erstklassige Fahreigenschaften setzen den Maß- stab in der Klasse der hochkarätigen Sportlimousinen. Mehr Komfort würde das Bild abrunden.

3. Mercedes C 32 AMG
512 Punkte

Mit Automatik und komfortablem Fahrwerk präsentiert er sich weniger kompromisslos sportlich als die Konkurrenz. Wichtigstes Manko: zu hoher Verbrauch.

Neues Heft
Top Aktuell Mini Countryman Cooper D All4, VW T-Roc 2.0 TDI 4Motion Style, Exterieur VW T-Roc gegen Mini Countryman Kleine Diesel-SUV im Test
Beliebte Artikel Mercedes C30 AMG im Test Sportliche Schub-Karre Audi RS 6 Avant im Test Avantissimo
Anzeige
Sportwagen McLaren 720S Spider McLaren 720S Spider Supersportwagen als Cabrio Nissan GT-R50 by Italdesign Nissan GT-R50 by Italdesign 990.000 Euro-Sportwagen zum 50ten
Allrad Audi SQ5 3.0 TFSI Quattro, Exterieur, Heck SUV Neuzulassungen November 2018 Audi und Porsche unter Druck Erlkönig Land Rover Defender 110 Erlkönig Land Rover Defender (2020) Der Landy kehrt zurück!
Oldtimer & Youngtimer Aston Martin Heritage EV Concept Aston Martin Heritage EV Concept Elektroantrieb für Klassiker BMW 507 Graf Goertz Die teuersten Promi-Autos 2018 2,6 Millionen für Goertz-507
Promobil Mitmachen und gewinnen Movera Cleanmaxx Handstaubsauger Ford Nugget Plus Ford Nugget Plus im Test Campervan mit Heck-Bad
CARAVANING Mitmachen und gewinnen Movera Cleanmaxx Handstaubsauger Campingplatz-Tipp Costa Verde Campingplatz-Tipp Portugal Orbitur-Camping Rio Alto