Mercedes C 55 AMG

Kräfte messen

Foto: Hans-Dieter Seufert

Mit neuem Gesicht und einem 367-PS-Achtzylinder-Motor präsentiert sich das stärkste und sportlichste C-Klasse-Modell.

Ton ab. Läuft. Nach dem Drehen des Zündschlüssels gibt das stärkste C-Klasse-Modell von Mercedes, der C 55 AMG, ein unverwechselbares Statement ab. Ein tiefes Grummeln dringt aus den vier Auspuffrohren, keinen Zweifel daran lassend, dass sich unter der Motorhaube acht Zylinder versammeln. Damit wird eines der wesentlichsten Unterscheidungsmerkmale gegenüber dem Vorgänger C 32 AMG deutlich, dem Kollege Wolfgang König einst den Klang eines Staubsaugers bescheinigte. Beim C 32 AMG waren es nur sechs Töpfe, allerdings aufgeladen durch einen im V der Zylinder sitzenden, von der Kurbelwelle angetriebenen Kompressor. Der V8 im neuen AMG muss sich sein Nahrungsgemisch selbst ansaugen. Die Differenzen in den technischen Daten fallen auf den ersten Blick bescheiden aus.

Mit 367 PS übertrifft der Achtzylinder den Kompressor- V6 um gerade mal 13 Pferdestärken, die allerdings bei geringerer Drehzahl (5750 statt 6100/min) anfallen. Als Bestätigung für die Uralt-Weisheit, dass Hubraum durch nichts zu ersetzen ist, dient mehr die fülligere Drehmomentkurve. Sie überschreitet bereits bei 2000/min die 400-Newtonmeter-Marke, um schließlich bei 4000/min in 510 Newtonmetern zu gipfeln. Der abgelöste V6 brauchte 4400/min, um 450 Nm zu stemmen. All dies spricht für eine optimierte Motorcharakteristik.

Aus einem Hammer wurde ein Dampfhammer. Der großvolumige V8 geht mit der C-Limousine um, als seien deren 1660 Kilogramm nur leichtes Marschgepäck. Ganz gleich, bei welcher Drehzahl der Fahrer aufs Gas steigt – der Motor hämmert mit einem Schub los, der die Insassen nachdrücklich in die Lehnen der bequemen Sportsitze drückt. Das hohe Drehvermögen – der AMG-Motor dreht blitzschnell und mühelos bis auf 6700/min – stempelt den Achtzylinder zusammen mit dem spontanen, fast schon brutalen Ansprechen aufs Gas zu einem echten Sportmotor, der den C 55 in nur 5,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h katapultiert. Wobei sich zwangsläufig die Frage stellt, ob ein solches Triebwerk nicht bestens mit einem handgeschalteten Getriebe kombiniert wäre. Das freilich gibt es nicht, weil Mercedes keinen Zahnradsatz im Programm hat, der dem Ansturm des gebotenen Drehmoments gewachsen wäre. 

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • gutes Raumangebot funktionelle Gestaltung guter Qualitätseindruck
Fahrkomfort
  • bequeme Sitze übersichtliche Bedienung gute Klimatisierung
  • sehr straffe, bei geringem Tempo schlecht ansprechende Federung
Antrieb
  • sehr durchzugsstarker und drehfreudiger V8-Motor gutes Ansprechverhalten exzellente Fahrleistungen gut abgestimmte Automatik
Fahreigenschaften
  • sehr sicheres Kurvenverhalten gute ESP-Abstimmung agiles Handling präzise Lenkung
  • kein Sperrdifferenzial lieferbar
Sicherheit
  • gute Sicherheitsausstattung gut dosierbare, standfeste Bremsen
Umwelt
  • schadstoffarm nach Euro 4 angemessener Verbrauch
Kosten
  • hoher Preis hohe Unterhaltskosten nur zwei Jahre Gewährleistung

Fazit

Stärker ist in dieser Klasse keiner. Der C 55 AMG verbindet enorme Fahrleistungen mit hoher Antriebskultur. Handling und Fahrsicherheit liegen auf höchstem Niveau. Ein echter Sportwagen – auch was den Federungskomfort angeht.

Übersicht: Mercedes C 55 AMG
Technische Daten
Mercedes C 55 AMG
Grundpreis 64.322 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4611 x 1744 x 1412 mm
KofferraumvolumenVDA 455 l
Hubraum / Motor 5439 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 270 kW / 367 PS bei 5750 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
0-100 km/h 5,3 s
Verbrauch 11,9 l/100 km
Testverbrauch 14,1 l/100 km
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