Mercedes E 350 CGI

Spritzen-Kraft

Foto: Hans-Dieter Seufert 27 Bilder

Mercedes macht Ernst mit der Benzin-Direkteinspritzung. In der E-Klasse gibt es jetzt einen CGI-V6, der nicht nur mehr leistet als sein Vorgänger, sondern auch weniger verbrauchen soll. Was dran ist, klärt der Test.

Die Altgedienten unter den Daimler-Entwicklern haben einen bewährten Standard- Spruch, wenn sie auf technische Neuerungen bei Konkurrenten angesprochen werden: „Des hen mir scho vor dreißig Jahr geteschtet.“ Mag ja sein, aber letztlich entscheidend ist, wer was in Serie produziert. Und der Daimler-Versuch mit Benzin- Direkteinspritzung im CLK war 2002 ein glatter Schuss in den Ofen: kein Minderverbrauch, rauer Motorlauf, keine Käufer. Erste waren sie trotzdem, die Männer unter dem Stern: Schon der legendäre 300 SL aus den fünfziger Jahren spritzte seinen Kraftstoff direkt in die Brennräume. Aber damals ging es noch nicht um Verbrauch oder günstige Emissionswerte, sondern schlicht um möglichst hohe Leistungsausbeute. Jetzt also der Neustart: Der Mercedes E 350 CGI löst den bisherigen E 350 ab. Nicht überall – in Ländern mit zweifelhafter Benzinqualität bleibt alles beim Alten –, wohl aber auf den europäischen Kern-Märkten. Was hat der Kunde davon? Zunächst einmal weniger Geld im Portemonnaie. Denn die jüngste Ausführung der Mittelklasse- Limousine kostet 1172 Euro mehr als die alte Ausführung ohne den Zusatz CGI für Charged Gasoline Injection. Und mehr Leistung: Der Sechszylinder mit Direkteinspritzung liefert mit 292 PS genau 20 Pferdestärken mehr als die Version mit Kanaleinspritzung. Zu verdanken ist dies der extrem hohen Verdichtung (12,2 statt 10,7:1), aber auch dem gesteigerten Drehzahlniveau. Die Höchstleistung fällt nun erst bei 6400 statt 6000/min an. In der Praxis sind die Auswirkungen messbar, wenn auch nicht von Belang für den Durchschnittsfahrer. Für den Sprint von null auf 100 km/h erzielt der CGI den höchst beachtlichen Wert von 6,6 Sekunden, ein früher von auto motor und sport geprüfter E 350 kam auf 6,9 Sekunden. Allein dies würde den technischen Aufwand allerdings kaum rechtfertigen. Denn der ist hoch: Neue Zylinderköpfe, bei denen so genannte Piezo-Injektoren im Zentrum des Brennraums sitzen. Diese Injektoren spritzen das Benzin pro Arbeitstakt mehrmals mit extrem hohem Druck ein, was eine gleichmäßigere und fast vollständige Verbrennung ergibt. Darum geht es letztlich schon immer beim Benzinmotor, denn je exakter der Kraftstoff dosiert werden kann, desto geringer wird der Verbrauch. In der Endzeit des Vergasers gab es deshalb wahre mechanische Kunstwerke. Verglichen mit einer modernen Einspritzung waren sie trotzdem nicht mehr als Gießkannen.

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Einzeltest Mercedes E 350 CGI
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Vor- und Nachteile

Karosserie
  • – gute Platzverhältnisse für Passagiere und Gepäck – saubere Verarbeitung – funktionelle Gestaltung –befriedigende Übersichtlichkeit
Fahrkomfort
  • – sehr guter Federungskomfort – bequeme Sitze –gute Klimatisierung –geringes Innengeräusch
  • –teilweise verbesserungswürdige Bedienung
Antrieb
  • –gut ansprechender, drehfreudiger V6-Motor –sehr gute Fahrleistungen – hohe Laufkultur – gut abgestimmte Siebengang- Automatik
Fahreigenschaften
  • – sicheres Kurvenverhalten –stabiler Geradeauslauf –gute Handlichkeit – präzise Lenkung
Sicherheit
  • – sehr wirksame, standfeste Bremsen – umfangreiche Sicherheitsausstattung
Umwelt
  • – günstiger Benzinverbrauch –geringe Schadstoff-Emission
Kosten
  • – guter Wiederverkaufswert
  • –hoher Preis –zahlreiche Aufpreise – nur zwei Jahre Garantie

Fazit

Beim 350 CGI kommen erstklassige Fahrleistungen und günstiger Verbrauch zusammen. Im Fahrkomfort ist die E-Klasse noch up to date, das Infotainment-System entspricht nicht der neuesten Generation.

Übersicht: Mercedes E 350 CGI
Technische Daten
Mercedes E 350 CGI Elegance
Grundpreis 53.134 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4852 x 1822 x 1484 mm
KofferraumvolumenVDA 540 l
Hubraum / Motor 3498 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 215 kW / 292 PS bei 6400 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
0-100 km/h 6,6 s
Verbrauch 8,8 l/100 km
Testverbrauch 11,5 l/100 km
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