Vergleich Mini One D, VW Polo 1.4 TDI Blue Motion

Flink wie ein Diesel

Mini One D, VW Polo 1.4 TDI Blue Motion, Frontansicht Foto: Achim Hartmann 32 Bilder

Der neue Mini und der modellgepflegte VW Polo stehen mit Euro-6-Dieselmotoren in den Startlöchern. Im direkten Vergleich müssen sie zeigen, welches Konzept besser zündet.

Fünf Jahre hat es gedauert, bis der New Mini in der dritten Generation vorstellig wurde. Genauso lang ließ der VW Polo auf sein Facelift warten. Zwar bekam er mit der getesteten Fresh-Edition ein neues Sondermodell auf Basis der Comfortline-Ausstattung, auf den ersten Blick hat sich bei ihm aber nicht allzu viel getan. Gerade einmal um zwei Millimeter wuchs der Wolfsburger in die Länge, neun Millimeter in die Höhe. Die Breite und das Kofferraumvolumen blieben unverändert, sodass die leicht überarbeiteten Front- und Heckschürzen die markantesten Merkmale sein dürften, die aufmerksamen Fahrern des Vorgängermodells auffallen. Wen wundert es, bei 68.343 Neuzulassungen allein in Deutschland im vergangenen Jahr trifft das Polo-Design offenbar genau den Nerv der Kundschaft.

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Bei der dritten Generation des Mini legten die Designer dagegen deutlich stärker Hand an. Mit größeren Überhängen, anderen Front- und Rückleuchten, gewachsenem Radstand und zehn Zentimetern mehr Außenlänge hebt sich der Neue bereits optisch deutlich von seinem Vorgänger ab.

VW Polo mit Normausstoß von 88 Gramm

Doch genug der Äußerlichkeiten. Schließlich setzt gerade das Facelift der fünften Polo-Generation auf innere Werte. Wie zum Beispiel auf den neuen drehfreudigen 1,4-Liter-TDI, der je nach Auslegung 75, 105 oder, wie im Testwagen, 90 PS leistet und damit die beiden 1,2- und 1,6-Liter-Aggregate ablöst. Sein maximales Drehmoment von 230 Nm bringt der Dreizylinder schon bei 1.500 Touren, und er hat genug Druck, den VW Polo zügig anzuschieben.

Der neue Selbstzünder-Triple im Mini (Teil des neuen Baukasten-Motorkonzepts) spielt seine 95 PS noch etwas besser aus. In Kombination mit dem knackig geführten Sechsganggetriebe wirkt er trotz des minimal geringeren Drehmoments deutlich spritziger, kräftiger – und kultivierter. Den Standardsprint erledigt er in 11,9 Sekunden, der VW Polo braucht eine halbe Sekunde länger.

Beim Rennen um die Öko-Krone liegen beide quasi gleichauf. Seinen etwas höheren Testverbrauch von 5,8 l/100 km gegenüber den 5,6 Litern des Mini kontert der VW Polo dank Blue-Motion-Technologie und damit serienmäßiger Start-Stopp-Automatik mit einem Normausstoß von 88 Gramm CO2 pro Kilometer (Mini: 89 g/km). Die Euro-6-Abgasnorm erfüllen beide.

Beim Thema Fahrspaß dreht der Mini dafür wieder mächtig am Rad. Mit bequemeren Sportsitzen (ab 960 Euro), Sportlederlenkrad (330 Euro) und Leichtmetallrädern (ab 1.300 Euro) ausgestattet, braust der Mini dank straff abgestimmten Federelementen, agilem Eigenlenkverhalten und der tendenziell spitzeren Lenkung voller Elan über kurvige Pisten. Dynamikfreunde nehmen dafür sogar das Gepolter auf Querfugen in Kauf. Ganz klar: Der Komfort-Chef im Vergleich kommt aus Wolfsburg. Egal ob leer oder beladen, speziell auf unebener Fahrbahn bietet der VW Polo mehr Reserven.

Apropos Reserven bei der Zuladung: Mit 548 Kilogramm sticht der kleine VW den Mini mit 410 Kilogramm klar aus. Ähnliches passiert, wenn man das Maßband zückt: Außer bei der Kopffreiheit für Fahrer und Beifahrer bietet der VW Polo überall mehr Platz. Ob beim Normsitzraum, im Fond oder beim Kofferraumvolumen mit 280 und 952 Litern bei umgeklappter Rückbank zu 211 und 731 Litern im Mini, der Polo gibt sich deutlich großzügiger. Zudem wirkt der Mini wegen seiner weit nach vorn gerückten Dachkante und der kleineren Fensterflächen nicht so luftig wie der Polo.

Keyless Go ist im Mini Serie

Anders sieht es im Kapitel Sicherheit aus. Dank vehement zupackender Stopper bremst der Mini den VW Polo mit 35,7 Metern aus 100 km/h um eine halbe Wagenlänge aus. Hinzu kommt das umfangreiche Angebot an serienmäßigen Airbags sowie die optionalen LED-Scheinwerfer mit Abbiegelicht für 990 Euro. LED kann der VW Polo nur beim Rück- und Tagfahrlicht — der Rest erstrahlt mit klassischen H7-Halogen-Leuchten.

Deutlich verbessert hat sich der Mini beim Thema Bedienung. Der Tacho wanderte aus dem pizzagroßen Gehäuse in der Mittelkonsole direkt ins Blickfeld des Fahrers, die Fensterheber in die Türen, und in der Mittelkonsole befindet sich neben Schalthebel, Navi (ab 800 Euro) und Handbremse nichts, was man dort nicht erwarten würde. Ganz ohne die altbekannten und frickeligen Kippschalter will man allerdings nicht auskommen und platzierte für das serienmäßige Keyless-Go-System einen leuchtend roten Start-Stopp-Kippschalter in die Fahrzeugmitte.

Der VW Polo bleibt sich treu, startet standardmäßig klassisch per Schlüsseldreh, und auch sonst blinkt außer dem Warnlämpchen für das vergleichsweise früh eingreifende ESP nichts unerwartet. Weder das Touchscreen-Navi aus dem Golf (505 Euro) noch die Make-up-Spiegel in den Sonnenblenden.

VW Polo mit günstigerer Zusatzausstattung

Wer statt dem VW Polo den Mini mit dem Excitement-Paket für 170 Euro entert, erhält die Erleuchtung — in Grün, Rot, Gelb und Blau und allem, was dazwischenliegt. Denn sowohl der LED-Ring rund um das Navi als auch die Ambientebeleuchtung für Fußraum, Türen und Mittelkonsole lassen sich in der Farbe stufenlos variieren. Nun ja, Geschmacksache.

Zudem lässt man sich bei Mini die Extras traditionell teuer bezahlen. So werden aus den 19.400 Euro Grundpreis beim Testwagen mit der Chili-Ausstattungsvariante (3.300 Euro) und Dreingaben wie automatisch abblendbaren Innen- und Außenspiegeln (400 Euro), Parkassistent (350 Euro), dem Visual Boost Radio für 500 Euro mit 6,5-Zoll-Display, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und dem Mini Controller auf BMWs iDrive-Basis schnell mehr als 30.000 Euro. Allein die 17-Zoll-Aluräder schlagen mit 1.300 Euro zu Buche. Die Wolfsburger rufen beim VW Polo Fresh dagegen nur 335 Euro für gleich großes Leichtmetall auf, für das Radio werden nur 325 Euro fällig, und die Parkpiepser für vorn und hinten sind ab Comfortline Serie. Alles in allem kommt der Polo unwesentlich schlechter ausgestattet auf nur 22.335 Euro und schubst den Mini trotz überzeugender Eigenschaftswertung kurz vor Schluss doch noch von Rang eins.

Fazit

1. VW Polo 1.4 TDI BMT Fresh
496 Punkte

Für vergleichsweise kleines Geld bietet der VW Polo den besseren Kompromiss aus Fahrspaß, Komfort und Platzangebot.

2. Mini One D
490 Punkte

Der Mini macht fast alles richtig und gewinnt verdient die Eigenschaftswertung. Die Aufpreispolitik kostet aber den Sieg.

Technische Daten
Mini One D One VW Polo 1.4 TDI BMT Fresh BlueMotion Technology
Grundpreis 21.000 € 19.975 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3821 x 1727 x 1414 mm 3972 x 1682 x 1453 mm
KofferraumvolumenVDA 211 bis 731 l 280 bis 952 l
Hubraum / Motor 1496 cm³ / 3-Zylinder 1422 cm³ / 3-Zylinder
Leistung 70 kW / 95 PS bei 4000 U/min 66 kW / 90 PS bei 3500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 190 km/h 184 km/h
0-100 km/h 11,9 s 12,4 s
Verbrauch 3,8 l/100 km 3,4 l/100 km
Testverbrauch 5,8 l/100 km
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