Mitte mehr - Opel Omega 2.5 V6, Audi A6 2.4, BMW 523i und Mercedes E 240

Opel lässt nicht locker. Mit dem neuen Omega startet der General-Motors-Ableger einen weiteren Versuch, in der oberen Mittelklasse Fuß zu fassen. Der Vergleich des Omega 2.5 V6 mit Audi A6 2.4, BMW 523i und Mercedes E 240 zeigt: Die Chancen standen noch nie so gut.

Eines wird auch das neue Gesicht des Opel Omega höchstwahrscheinlich nicht ändern können: Deutschlands Establishment in der oberen Mittelklasse beschränkt sich auf drei Namen – Audi, BMW und Mercedes. Opel gehört nicht dazu. Aber wer sagt, Opels bestes Stück könne es nicht mit den Offerten der Premiummarken aufnehmen? Mag die Reputation des Omega wegen anfänglicher Qualitätsmängel auch lädiert sein – spätestens seit dem jüngst erfolgten Facelift mit seinen flankierenden Maßnahmen reifte er zu einer Limousine, die den Vergleich mit der feinen Konkurrenz nicht scheuen muss.

Audi A6 2.4, BMW 523i, Mercedes E 240 – da gibt es fast nichts, worauf der Omega 2.5 V6 nicht die passende Antwort parat hätte. Format, Leistung, Technik – Punkt für Punkt erfüllt er die Kriterien in der oberen Mittelklasse. Nur in einem kann er nicht mithalten: Im Preis bleibt er um Längen hinter der Konkurrenz. 55.550 Mark kostet die 2,5-Liter-Version des Omega. Für den E 240 sind 67.048 Mark fällig, für den 523i 64.300 Mark, und der A6 2.4 steht mit 60.310 Mark in der Preisliste. Dabei ist schon der Basis-Opel ordentlich ausgestattet. ESP, bei Audi und Mercedes serienmäßig, ist aber selbst gegen Aufpreis nicht zu haben, und auch bei der Airbagbestückung hat der Omega das Nachsehen: Auf Kopfbags wie bei BMW (vorn) und Mercedes (vorn und hinten) hofft man im Fall des Falles vergebens, und auf die zusätzlichen Seitenairbags im Fond, die von den Konkurrenten gegen Aufpreis eingebaut werden, müssen Opel-Passagiere ebenfalls verzichten.

Davon abgesehen fehlt es aber an nichts, am wenigsten an Platz. Den gibt es in Hülle und Fülle, womit der Omega den ebenfalls geräumigen Rivalen von Audi und Mercedes nicht nachsteht. Dem enger geschnittenen BMW ist er deutlich überlegen. Und auch sein voluminöser Gepäckraum (530 Liter) hat das Niveau der oberen Mittelklasse. Durch Umklappen der Rücksitzlehne lässt er sich noch vergrößern, was Audi und BMW extra berechnen und Mercedes nicht einmal gegen Geld bieten kann. Dass man sich im Opel gut aufgehoben fühlt, liegt auch an den Sitzen. Sie sind etwas weicher gepolstert als bei den anderen, aber schön bequem, und werden nur vom noch besser ausgeformten Mercedes-Mobiliar übertroffen.

Beim Leistungsangebot macht in dieser Hubraumklasse keiner dem anderen etwas vor. Die Latte liegt bei 170 PS – der Audi hat 165 PS -, und auch beim Drehmoment sind keine nennenswerten Unterschiede zu verzeichnen. Zwischen 225 Nm und 230 Nm sind die Regel, der BMW schafft mit 245 Nm geringfügig mehr. Er ist der einzige, der sich statt des üblichen V6-Motors noch einen Reihensechszylinder leistet, und das zu seinem Vorteil. Kein anderer Motor in diesem Quartett arbeitet williger und kultivierter. Der BMW-Motor ist ein Genuss, den der sportliche Sound und die superpräzise Schaltung noch versüßt. Die V6-Konkurrenz unterscheidet sich dagegen nur graduell, der Opel-V6 klingt aber immer eine Idee rauer als die Triebwerke von Audi und Mercedes. Bei den Fahrleistungen trennt sich dann die Spreu vom Weizen. In Führung liegt klar der BMW, die drei Konkurrenten bewegen sich auf einem Niveau. Allerdings bricht der Opel bei den Elastizitätswerten ein, er erfordert deutlich mehr Schaltfleiß und verbraucht am meisten: Mit 12,8 L/100 km benötigt er im direkten Vergleich einen Liter mehr als Audi und BMW und zwei Liter mehr als der sparsame Mercedes.

Dass sich der Umgang mit diesen Limousinen im Alltag höchst angenehm gestaltet, hat auch mit den durchweg vorzüglichen Fahrwerksqualitäten zu tun. Der BMW profiliert sich einmal mehr als Fahrerauto, dennoch kommt der Federungskomfort nicht zu kurz. Mercedes und Opel wirken insgesamt weicher und komfortorientierter, wobei der Mercedes bei geringer Auslastung, der Opel dagegen bei voller Beladung den besseren Eindruck hinterlässt. Die Qualitäten des Audi-Fahrwerks haben sich nach der jüngst erfolgten Überarbeitung zwar verbessert, aber völlig ausgebügelt wurden die Schwächen nicht. Nach wie vor neigt der A6 auf langen Bodenwellen zu Torkelbewegungen, und kurze Anregungen beantwortet der Vorderwagen mit spürbarem Stuckern.

Bei den Bremsen ist es der Fünfer-BMW, der sich Blößen gibt. Die Konkurrenten, Opel Omega eingeschlossen, waren ihm klar überlegen. Damit ist auch die Frage beantwortet, ob der Omega den Vergleich mit den Renommierstücken der oberen Mittelklasse aushält. Er hält ihn aus. Auch wenn ihn vom Klassenbesten vorerst noch ein paar Pünktchen trennen.

Technische Daten
Mercedes E 240 Classic Opel Omega 2.5 V6 Tour BMW 523i Audi A6 2.4
Grundpreis 34.845 € 28.402 € 33.081 € 31.300 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4818 x 1799 x 1440 mm 4898 x 1776 x 1455 mm 4775 x 1800 x 1435 mm 4796 x 1810 x 1453 mm
KofferraumvolumenVDA 520 l 530 bis 1460 l 460 l 551 l
Hubraum / Motor 2398 cm³ / 6-Zylinder 2498 cm³ / 6-Zylinder 2494 cm³ / 6-Zylinder 2393 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 125 kW / 170 PS bei 5900 U/min 125 kW / 170 PS bei 6000 U/min 125 kW / 170 PS bei 5500 U/min 121 kW / 165 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 224 km/h 228 km/h 228 km/h 222 km/h
0-100 km/h 9,9 s 9,5 s 8,6 s 9,4 s
Verbrauch 10,7 l/100 km 10,4 l/100 km 9,4 l/100 km 9,8 l/100 km
Testverbrauch 10,6 l/100 km 12,8 l/100 km 11,6 l/100 km 11,7 l/100 km
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