Toyota Corolla

Neues Modell, reife Leistung

Toyota Corolla Verso 2.0 D-4D

Die neunte Generation des Toyota-Klassikers steht bei den Händlern. Zum ersten Test tritt der Kompaktwagen als Zweitürer mit dem 1,4 Liter großen und 97 PS starken Benzinmotor an.

Der Corolla, Jahrgang 2002, führt das Design des Yaris weiter: knubbelnasiger Kühlergrill, mandelförmige Scheinwerfer, ausgeprägte Frontschürze. Das hohe Heck mit den sich nach außen reckenden Schultern kommt ebenfalls dynamisch daher, erschwert aber das Einparken.

Toyota hat den Corolla im Vergleich zum Vorgänger um sechs Zentimeter verlängert. Auch der Radstand legte zu. Er beträgt nun 2,60 Meter. Damit gibt es jetzt für die Mitfahrern im Fond genügend Platz. Und dank der bequemen und gut konturierten Sitze sowie ausreichender Ellenbogen- und Kopffreiheit lässt es sich hinten selbst auf längeren Strecken gut aushalten.

Vorn sind die Sitze fast wie in einem Sportwagen ausgeformt. Sie bieten dem Rücken viel Seitenhalt und sind komfortabel gepolstert. Aber große Fahrer finden keine optimale Position zum Lenkrad, weil dieses nur höhenverstellbar ist.

Mit stattlichen 97 PS aus nur 1,4 Liter Hubraum liegt der Vierzylinder des Corolla am oberen Ende des Konkurrenz-Spektrums. 6000 Umdrehungen sind dafür nötig, und auch die 4800 Umdrehungen, bei denen das maximale Drehmoment (130 Nm) erreicht wird, deuten an, dass der kleine Vierzylinder eine sportliche Leistungscharakteristik aufweist. Kräftiger Durchzug schon bei niedrigen Drehzahlen ist nicht seine Stärke, aber er dreht freudig hoch und sorgt, wenn fleißig geschaltet wird, für gute Fahrleistungen. Hohe Drehzahlen bedeuten auf der anderen Seite einen stark ansteigenden Geräuschpegel. Im Bereich der Höchstgeschwindigkeit wird der Motor zur dominierenden Geräuschquelle. Die Folge der hochtourigen Fahrweise: ein Verbrauch von 9,3 L/100 km im Testmittel.

Zum sportlichen Charakter des Triebwerks passt das agile Fahrwerk. Die Abstimmung von Federung und Dämpfung wirkt zwar weniger komfortbetont als beim Vorgänger, aber vor allem lange Bodenwellen werden souverän absorbiert. Nur schnell aufeinander folgende kurze Unebenheiten bringen den Corolla aus der Ruhe.

Im Handling ist ein klarer Fortschritt zu erkennen. Trotz merklicher Seitenneigung hat der Toyota nichts gegen eine sportliche Fahrweise, zumal die mit variabler Servounterstützung ausgerüstete Lenkung leichtgängig und präzise arbeitet. Dem Grenzbereich nähert er sich mit zunehmender Neigung zum Schieben über die Vorderräder. Und auf Lastwechsel reagiert das Heck mit leichtem Eindrehen in die Kurve.

In Verbindung mit den standfesten Bremsen bietet der Corolla ein sicheres Fahrverhalten, das mit einer Fahrdynamikregelung gekrönt werden sollte. ESP, das bei Toyota VSC (Vehicle Stability Control) heißt, ist wie der Bremsassistent erst ab der 1,6-Liter-Version vorgesehen. Die übrige Sicherheitsausstattung ist mit Fahrer-, Beifahrer- und Seitenairbags sowie einem System zum Schutz vor Schleudertraumata klassentypisch.

Klassentypisch ist auch der Preis: 14.850 Euro kostet der Kompakte. Kein Sonderangebot, doch ein reeller Tarif für den ausgereiftesten Corolla, den es je gab.

Fazit

Aus dem Corolla ist ein ernst zu nehmender Golf-Konkurrent geworden. Endlich gibt es im Fond genügend Platz, die Haptik im Innenraum ist gut, das Fahrverhalten sicher und das Design ansprechend. Unverständlich ist allerdings, dass es ESP beim 1,4-Liter-Modell nicht einmal gegen Aufpreis gibt.

Technische Daten
Toyota Corolla 1.33 Town
Grundpreis 14.850 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4180 x 1710 x 1475 mm
KofferraumvolumenVDA 289 bis 1190 l
Hubraum / Motor 1398 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 71 kW / 97 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 185 km/h
0-100 km/h 12,3 s
Verbrauch 6,7 l/100 km
Testverbrauch 9,3 l/100 km
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