Neues Viergefühl

Am aufgefrischten Audi A4 scheint sich oberflächlich betrachtet wenig geändert zu haben. Die meisten Modifikationen verbergen sich unter dem Blech.

Wie man ihn auch dreht und wendet, der renovierte Audi A4 unterscheidet sich optisch nur in Nuancen vom Vorgänger: Ein paar Retuschen an den Stoßfängern, am Kühlergrill, an den Scheinwerfern und an den Rückleuchten, das war’s schon. Große Überraschungen erwarten die Passagiere selbst im Innenraum nicht. Der gediegene Eindruck, den der Vorgänger hinterließ, wird durch eine neue und übersichtlich gestaltete Mittelkonsole und den großzügigen Einsatz von Softlack auf nahezu allen Kunststoff-Flächen vertieft. Das ändert nichts an den Platzverhältnissen im A4: Schräg stehende Seitenscheiben engen den Schulterbereich ein, das Platzangebot hinten liegt wie gehabt unter dem Klassendurchschnitt.

Lob verdient die passive Sicherheit. Insgesamt sechs Airbags schützen die Passagiere. Front- und Sidebags tun dies serienmäßig, die Sideguards kosten 750 Mark Aufpreis. Auch das Ergebnis der Fahrwerks-Überarbeitung kann sich sehen lassen. Lange Bodenwellen überrollt der Audi geschmeidig und ohne nachzuschwingen. Und trotz der komfortablen Abstimmung lassen sich Kurven zügig angehen.

Weil die Antriebskraft auf alle vier Räder verteilt wird, sorgt ein Allradantrieb grundsätzlich für ein Plus an Fahrstabilität. Dieses Quäntchen mehr ist auch beim A4 Quattro zu spüren. Er bleibt bei hohen Kurvengeschwindigkeiten lange neutral und beginnt dann untersteuernd über die Vorderräder zu rutschen, aber nur, wenn das bei der Topversion serienmäßige ESP abgeschaltet ist. Bei dessen Aktivierung – dies geschieht bei jedem Motorstart –, wird das Untersteuern wirkungsvoll unterbunden. Eine Schwäche hat das System aber doch. Bei extremen Fahrmanövern beginnt der A4 unvermittelt mit dem Heck auszubrechen. Erst nach einer Gedenksekunde setzt dann das ESP ein.

Nicht ganz zum hohen Anspruch des Hauses Audi will die Leistung der Bremse passen. Kalt verzögert sie mit 10,4 m/s² zwar vehement, aber erwärmt neigt sie zu leichtem Fading und verschlechtert ihre Leistung auf eher durchschnittliche 9,1 m/s². Ganz anders der 193 PS starke 2,8-Liter-V6. Hier ist nichts Durchschnittliches zu entdecken. Der Sechszylinder zieht wie ein Büffel und das über ein sehr breit gestrecktes Drehzahlband. Dabei bleibt er angenehm leise. Sein Testverbrauch von 11,8 L/100 km bewegt sich im Konkurrenzumfeld aber am oberen Rand.

Eine Neu-Inszenierung im eigentlichen Sinn ist der A4 zwar nicht, aber die Modellpflege ist spürbar: Kleine Unzulänglichkeiten wurden ausgebügelt, mit den verbliebenen kann man gut leben.

Fazit

Der Feinschliff hat dem A4 gut getan. Eine höherwertige Qualitätsanmutung, agileres Handling, verbesserter Komfort und der kräftige Motor des Topmodells stehen auf der Haben-Seite. Der Anschaffungspreis und der Verbrauch trüben das positive Bild ein wenig.

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Technische Daten
Audi A4 2.8 Quattro
Grundpreis 32.850 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4478 x 1733 x 1415 mm
KofferraumvolumenVDA 440 bis 720 l
Hubraum / Motor 2771 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 142 kW / 193 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 238 km/h
0-100 km/h 7,9 s
Verbrauch 10,4 l/100 km
Testverbrauch 11,8 l/100 km
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