Nissan Maxima QX 2.0 SE im Test

Neue V6-Motoren, ein modernes Fahrwerk, aber im optischen Auftritt eher konservativ: Der Maxima, die größte von Nissan in Europa angebotene Limousine, zielt auf das gesetztere Publikum der gehobenen Mittelklasse.

Er kann. Sie kann. Nissan. Alsdann: Das größte Problem, das dem neuen Maxima QX mit auf den Weg gegeben wurde, ist zweifellos dieser frisch erdachte Werbeslogan der Marke Eigenbau. Das restliche Begleitprogramm für die zweite Auflage der größten von Nissan in Europa angebotenen Limousine klingt auf jeden Fall wesentlich verlockender. Als da wäre der zumindest für das Einstiegsmodell Maxima QX 2.0 SLX äußerst scharf kalkulierte Preis: 39 995 Mark kostet dieser Viertürer der gehobenen Mittelklasse – und dafür gibt es schon einen V6-Vierventiler mit 140 PS, zwei Airbags, Servolenkung, ein Antiblockiersystem und elektrische Fensterheber ringsum.

Auf dem Weg zu mehr Luxus und Komfort beginnt aber auch bei Nissan das leidige Spiel mit Ausstattungspaketen: So ist für den SLX ein elektrisches Schiebedach nur in Kombination mit einem sogenannten Raumklang-System, Lautsprechern und elektrischer Antenne, lieferbar – Aufpreis 2.000 Mark. Oder Stufe zwei im Maxima- Programm: Der QX SE hat das Duo Schiebedach/Raumklang serienmäßig, das aber nur im Paket mit Veloursitzen, Holz für die Mittelkonsole, Leder für Lenkrad und Schaltknauf und Nebelscheinwerfern erhältlich ist. Kostenpunkt für den SE: immerhin schon 44.395 Mark.

In der Ausstattungsqualität der QX-Variante dieses Tests heißt das Modell immer noch Maxima SE, kostet aber 49 395 Mark. Denn es ist als dritte Station auf der auch bei Nissan nach oben offenen Einrichterskala mit Ledersitzen, die vorn elektrisch betätigt werden, und einer Klimaanlage extra ausgestattet – beide Optionen sind für den 2.0 SE nur gemeinsam zu haben. Diese in der Automobil-Industrie weitverbreitete Praxis soll aber nicht den Blick auf das mustergültige Verhalten von Nissan in Fragen der passiven Sicherheit versperren: Ab Werk ist der Maxima, dessen baugleiches Modell in Japan übrigens Cefiro genannt wird, mit zwei Airbags und Gurtstraffern vorn, Seitenaufprallschutz in den Türen und höhenverstellbaren Sicherheitsgurten ausgestattet.

Mit einer Länge von 4,77 Metern und einer Breite von 1,77 Metern gehört der Maxima zu den ausgewachsenen Limousinen seiner Klasse, gleichwohl wurde der zur Verfügung stehende Raum nicht konsequent genutzt. Das Gefühl luxuriösen Reisens entsteht lediglich auf den Vordersitzen, während im Fond eigentlich nur zwei Passagiere bequem untergebracht werden können. Überdies ist der Kofferraum des Maxima zwar glattflächig, aber mit 440 Litern Fassungsvermögen für ein Auto dieser Kategorie eindeutig zu klein. Außerdem läßt sich die Rückbank auch nicht gegen Aufpreis umlegen – hier ist die serienmäßig vorhandene Durchlademöglichkeit in der Mittelarmlehne nur ein schwacher Trost. Bei der Einrichtung des Innenraums hat Nissan die Hausaufgaben aber ordentlich erledigt: Der Maxima ist sehr gut verarbeitet, alle Hebel, Schalter und Instrumente liegen am richtigen Platz, außerdem sind ausreichend Ablagemöglichkeiten vorhanden.

Die hohe Funktionalität der Bedienungselemente erleichtert den Umgang mit dem Maxima, dem im automobilen Alltag nur eine gravierende Fehlleistung angekreidet werden kann: Die Wirkung der Bremsen läßt unter starker Belastung und Erwärmung deutlich nach – aus 100 km/h benötigt der QX bis zum Stillstand mit kalter Bremsanlage einen Weg von 43,9 Metern, bei erwärmten Bremsen aber 61,3 Meter. Die Talente der japanischen Limousine sind von einer gewissen Unauffälligkeit geprägt, die in dieser Wagenklasse durchaus gewünscht wird. Der durchzugsstarke Sechszylindermotor motiviert zu schaltfaulem Fahren im großen Gang, zumal er bei hohen Drehzahlen ein wenig von seiner ansonsten reichlich vorhandenen Laufkultur verliert. Der V6, den Nissan in einem neuen Motorenwerk baut, gehört jedoch nicht zu den Motoren, die mit Kraftstoff besonders sorgsam umgehen: Ein Durchschnittsverbrauch von 11,6 Litern bleifreiem Superbenzin auf 100 Kilometer ist für einen 140 PS-V6 zu hoch.

Das Maxima-Fahrwerk mit einer neuen Kompaktlenker- Hinterachse ist eine moderne Konstruktion, die vor allem auf gutmütige Fahreigenschaften getrimmt wurde. Ein guter Geradeauslauf gehört ebenso dazu wie das unproblematische Kurvenverhalten des Maxima, der im Grenzbereich sanft untersteuert. Weniger souverän: der Abrollkomfort des Nissan, dessen Vorderachse überdies beim Kreuzen von Bodenunebenheiten zum Stuckern neigt. In der Summe aller Eigenschaften gelang Nissan mit dem neuen Maxima im Vergleich zum Vorgänger ein bemerkenswerter Fortschritt, ohne einen Meilenstein zu setzen. Die Limousine schlägt sich achtbar im Segment der gehobenen Mittelklasse, ist ein solider, gut verarbeiteter Entwurf, der höchstwahrscheinlich auch ausgesprochen zuverlässig läuft. Was dem Maxima vielleicht fehlt, ist ein Stück Aufregung und Emotion.

Technische Daten
Nissan Maxima QX 2.0 SE
Grundpreis 22.699 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4770 x 1770 x 1415 mm
KofferraumvolumenVDA 440 l
Hubraum / Motor 1995 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 103 kW / 140 PS bei 6400 U/min
Höchstgeschwindigkeit 201 km/h
Verbrauch 9,9 l/100 km
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