Nissan Note 1.4 Acenta im Test

Raum-Pflege

Foto: Hans-Dieter Seufert 11 Bilder

Die Kompaktklasse hat Zuwachs bekommen. Mit dem Note sucht Nissan die Verbindung von Nutzwert, Raumökonomie und Fahrvergnügen. Zur Auswahl stehen zwei Benziner und zwei Diesel. Das Leistungsspektrum bewegt sich von 68 bis 110 PS. Erster Test mit dem 1,4-Liter-Benziner.

Auf die gern gestellte Frage, was man denn für ein Auto fahre, kann jetzt auch mit Note geantwortet werden. Note? Nie gehört. Aber es ist endlich wieder ein richtiger Name, wenn auch ein vieldeutiger, in der Übersetzung einerseits die Note der Musik, andererseits ein Zeichen.

Nissan versteht den im britischen Sunderland produzierten neuen Wagen nicht im musikalischen Sinne, sondern als Zeichen. Ein ganz neues ist er freilich nicht, denn hoch bauende Compacts in der Viermeter-Kategorie gibt es schon länger (siehe auch „Spotlight“ Seite 32).Doch Nissan fehlt ein solches Modell bislang, und da speziell diese Wagenklasse Zuwachsraten verzeichnet, möchte man gern dabei sein. Gut vier Meter in der Länge messen die wichtigsten Konkurrenten,und so lang ist auch der Note. Er basiert auf der Nissan Micra-Plattform, hat aber 2,60 Meter Radstand und ist knapp über anderthalb Meter hoch – „nicht zu hoch“, wie der Nissan-Chefdesigner mit dem einprägsamen Namen Taiji Toyota bemerkt.

Die Höhe suggeriert zusammen mit dem langen Radstand, man habe es mit einem weit größeren Auto zu tun. Doch man hat nicht. 4,08 Meter Länge und eine Breite von 1,69 Meter sind ein Vernunft-Maß, mit dem das Fahren in Parkhäusern seinen Schrecken verliert, kurzum ein Format, mit dem sich viele Autofahrer wegen des leichteren Handlings gerne bescheiden. Wenn es den Konstrukteuren dann noch gelingt, auf einer solchen Grundfläche viel Raum zu schaffen – umso besser. Bei dem grundsätzlich mit vier Türen versehenen Note ist das mit Bravour gelungen.

Das Raumgefühl vorne ist sogar üppig, doch den wahren Raumvorteil verspürt man im Fond. Dabei haben sich die klug abkupfernden Nissan-Konstrukteure eines nicht mehr ganz neuen, aber auch nicht allzu oft praktizierten Hilfsmittels bedient, nämlich der verschiebbaren Rücksitzbank. Immerhin 16 Zentimeter lassen sich so stufenlos einund ausfahren, das Kofferraum-Volumen variiert anteilig zwischen 280 und maximal 1332 Litern. Der Kofferraum selbst ist zweigeteilt, wobei zwei Abdeckplatten den tiefen Teil verschließen und dadurch nur die normalerweise ausreichende höhere Etage freigeben.

Davon hat man nicht viel,wohl aber vom ungewöhnlich großen Beinraum hinten. Auch bei nach hinten gefahrenen Frontsitzen bleibt viel Raum für Beine und Füße.

Kleine Klapptischchen aus Kunststoff hinter dem Frontmobiliar laden zum Vesper, und auch an Cupholdern fehlt es nicht. Dennoch wird man ein gutes Lokal zum Essen vorziehen. Das Interieur des Note ist nüchtern und streng, alles wirkt abwaschbar.

Allerdings soll ein Auto der Kompaktklasse weder Wohnzimmer noch Boudoir sein, und so hat die japanische Sachlichkeit auch ihre guten Seiten. Die Sitze sind bequem und leicht, aber ausreichend weit verstellbar, die Position am Lenkrad ist entspannt. Was den Armaturen- und Bedienbereich angeht, so hat Nissan beim neuen Note nicht versucht, alles noch einmal neu zu erfinden. Gut so, denn alles befindet sich nicht nur an der gewohnten, sondern auch an der richtigen Stelle. Man steigt ein und fühlt sich zu Hause – keine Selbstverständlichkeit in der Auto-Moderne.

Der Testwagen ist in der mittleren von drei Ausstattungsvarianten namens Acenta gehalten und nicht gerade arm an den allgemein geschätzten Goodies. Serienmäßig gibt es eine Radio/ CD-Einheit mit sechs Lautsprechern, Klimaanlage, elektrische Fensterheber auch hinten und Bordcomputer. ESP ist zusammen mit Kopf-Airbags vorne und hinten in dieser Note- Version nur gegen einen Aufpreis von 550 Euro zu haben. Bei den Motoren entsteht nur wenig Wahl-Qual.

Zwei Benziner, zwei Diesel, Leistungsspektrum von 68 bis 110 PS. Der Test-Note besitzt den Basis-Otto mit 1,4 Liter Hubraum und 88 PS. In einem 1146 Kilogramm schweren Auto, das hoch im Winde steht, ist das nicht übertrieben viel. Doch der langhubig ausgelegte Vierventiler macht seine Sache gar nicht schlecht – in den unteren Gängen sogar besser als erwartet. Vom Wesen her wirkt das Triebwerk typisch japanisch – emsig, gut am Gas hängend und nicht gerade leise. Null auf 100 km/h in 12,8 Sekunden sind nicht gerade temperamentlos, und erst jenseits von 130 km/h beginnen die Kräfte nachzulassen.

Die Autobahn ist deshalb nicht unbedingt die Domäne dieses kleinsten Motors, eher die Landstraße, wo auch die Drehfreude zur guten Laune beiträgt und damit die Brücke schlägt zu dem von Nissan postulierten Spagat zwischen Vernunft und Spaß. Auch vom Fahrverhalten her macht die quirlige Raumkapsel Vergnügen, am meisten durch die hervorragende Handlichkeit, das blitzschnelle Reagieren auf Lenkbewegungen.

Es gibt nur eine mäßige Untersteuerneigung in Kurven, Lastwechselreaktionen fehlen ganz. Auch die Bremsen enttäuschen nicht. Die beachtliche Agilität und das hohe Kurvenpotenzial werden nicht mit Federhärte erkauft. Besonders auf langen Bodenwellen zeigt das Fahrwerk gutes Schluckvermögen, kleinere Unebenheiten werden nicht ganz so gut verdaut. Insgesamt kann man, zusammen mit dem geschmeidigen Abrollen, von einem ausgewogenen Federungskomfort sprechen, allemal gut genug, um den Note nicht nur auf Kurzstrecke genießen zu können.

Er ist also wirklich ein Allrounder, hat Nutzwert und macht Fahrvergnügen. Note gut also, oder auch Fahren ohne Not.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • sehr gutes Raumangebot
  • saubere Verarbeitung
  • funktionelle Bedienung
  • wenig variabel
Fahrkomfort
  • bequeme Sitze
  • gut abgestimmte Federung
  • geschmeidiger Abrollkomfort
  • geringe Windgeräusche
  • bei hohen Drehzahlen aufdringliches Motorgeräusch
Antrieb
  • befriedigende Fahrleistungen
  • gutes Ansprechverhalten
  • gutes Drehvermögen
  • exaktes, leicht schaltbares Fünfganggetriebe
Fahreigenschaften
  • gutmütiges Fahrverhalten
  • sehr gute Handlichkeit
  • gute Traktion
  • um die Mittellage nicht ganz exakte Lenkung
Sicherheit
  • wirksame Bremsen
  • ESP nicht serienmäßig
Umwelt
  • erhöhter Kraftstoffverbrauch
Kosten
  • geringe Unterhaltskosten
  • 3 Jahre Garantie
  • lange Inspektionsintervalle

Fazit

Nissan hat den Kompaktwagen mit dem Note nicht neu erfunden, aber ein gutes Resultat abgeliefert. Er bekommt nur drei Sterne, weil der Innenraum nicht sonderlich variabel ist – und ESP nicht Serie.

Technische Daten
Nissan Note 1.4 Acenta
Grundpreis 15.990 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4100 x 1691 x 1550 mm
KofferraumvolumenVDA 280 bis 1332 l
Hubraum / Motor 1386 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 65 kW / 88 PS bei 5200 U/min
Höchstgeschwindigkeit 165 km/h
0-100 km/h 12,8 s
Verbrauch 5,9 l/100 km
Testverbrauch 7,6 l/100 km
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