Nissan Qashqai 1.6dCi 4x4, Frontansicht Peter Wolkenstein
Nissan Qashqai 1.6dCi 4x4, Frontansicht
Nissan Qashqai 1.6dCi 4x4, Seitenansicht
Nissan Qashqai 1.6dCi 4x4, Heckansicht
Nissan Qashqai 1.6dCi 4x4, Seitenansicht
Nissan Qashqai 1.6dCi 4x4, Frontansicht 18 Bilder

Nissan Qashqai 1.6dCi 4x4 im Test

Platz 1 in der SUV-Klasse

Die zweite Generation des Nissan-Crossover ist so beliebt wie die erste. Ein 1.6 dCi 4x4 Acenta absolvierte die 100.000-km-Distanz in der Redaktion. Und war der zuverlässigste SUV aller Zeiten.

Eigentlich müssten Sie gar nicht weiterlesen. Der Nissan Qashqai beendet den Dauertest so unspektakulär, wie er ihn begann. Mit null Fehlern. Vorlautes Auftreten ist seine Sache nicht, der Nissan-SUV hält sich gern im Hintergrund und macht das, was er am besten kann: unauffällig ein gutes Auto sein.

Qashqai Acenta für 29.500 Euro Basispreis

Am 13. März 2015 beginnt er seine Dienstzeit in der Redaktion, in der Acenta-Ausstattung mit 130-PS-Diesel und Allradantrieb genau 29.500 Euro teuer. Dazu kommen gerade mal zwei Sonderausstattungen: Connect-Navi für 900 Euro sowie Dark Grey Metallic für 550 Euro. Es zeigt zum einen, dass gute Autos nicht teuer sein müssen, und zum anderen, dass die preiswerte Acenta-Version keineswegs zu mager ausgestattet ist.

Trübes H7-Licht

Beim Licht hätten wir uns vielleicht eine teurere Option gewünscht, denn das serienmäßige H7-Licht funzelt eher trübe in die Nacht, jedenfalls wenn man es mit modernen LED-Lichtsystemen vergleicht. Full LED gibt es für den Qashqai im Übrigen nur als Bestandteil der teuren Tekna-Ausstattung (rund 5.000 Euro Aufpreis). Viele andere angenehme Zutaten gehören dagegen zur Acenta-Version, unter anderem die Sitzheizung. Deren Wirkung hielten manche Nutzer allerdings für zu schüchtern. Wichtiger noch als temperierte Sitzflächen sind jedoch andere serienmäßige Beigaben des Qashqai Acenta, etwa das Assistenz-Paket mit Notbremsassistent, Fernlicht- und Spurhalteassistent sowie Licht- und Regensensor.

Nissan Qashqai 1.6dCi 4x4, Cockpit, Marcus Peters
Hans-Dieter Seufert
Trotz des intensiven Dauertests ist das Interieur noch gut in Schuss.

Keinem der vielen Nutzer schien etwas Wesentliches zu fehlen, nur sehr gelegentlich wünschten sich einige der Winterfahrer eine Frontscheibenheizung, weil die serienmäßige Klimaautomatik mitunter etwas Zeit benötigt, um die Scheibe trocken zu pusten. Lob gibt es dagegen für das Navi. Einfache Bedienung und schnelle Routenberechnung werden ihm attestiert, da scheint auch verschmerzbar, dass es keine Echtzeit-Verkehrsinfos gibt. Ebenfalls erfreulich einfach zeigt sich die Bluetooth-Anbindung von Telefon und Mediaplayer, auch am digitalen Radioempfang gibt es nichts zu bemäkeln.

Kein Ausfall auf 100.000 Kilometern

Weshalb wir Ihnen das jetzt hier lang und breit erzählen? Weil es sonst nichts zu berichten gibt über den Qashqai. Während der eineinhalb Jahre und knapp über 100.000 Kilometer ist kein einziger Ausfall zu verzeichnen. Keiner. Nur einmal müssen die Wischerblätter ausgetauscht werden. Macht 67,33 Euro. Und insgesamt 1,7 Liter Öl werden zwischen den Wartungsterminen nachgefüllt. Sonst nichts.

Wenig Verschleiß bei Reifen und Bremsen

Zur sehr guten Kostenbilanz trägt neben dem zurückhaltenden Treibstoffkonsum (7,1 Liter Diesel auf 100 Kilometer im Gesamtdurchschnitt) ebenso der sehr niedrige Reifenverschleiß bei. Die als Erstausrüstung montierten Michelin Primacy 3 bleiben für fast 65.000 km am Fahrzeug und haben danach dennoch 20 Prozent Restprofil vorzuweisen. Im Winter kommt ein Satz Bridgestone Blizzak LM-80 Evo zum Einsatz, nach 35.000 km kann der Satz mit 50 Prozent Profiltiefe weiterverwendet werden – beide Reifensätze übrigens in der serienmäßigen Dimension 215/60 R 17 H.

Ähnlich zurückhaltend zeigt sich der Nissan beim Bremsenverschleiß. Lediglich die vorderen Beläge müssen einmal ausgetauscht werden. Es bleibt, abgesehen von den Wischerblättern, die einzige Verschleißreparatur, sie kostete 142,73 Euro.

Nissan Qashqai 1.6dCi 4x4, Motor, Heinrich Lingner
Hans-Dieter Seufert
Der 130 PS-Diesel im Qashqai 1.6dCi ist leise, kultiviert und äußerst sparsam.

Es gab auch Kritik am Qashqai

Bevor Sie nun meinen, es bleibe weiterhin bei einer reinen Lobhudelei, seien nun auch einige Eigenschaften des Qashqai erwähnt, die auf mehr Kritik als Zustimmung stießen. Das betrifft vor allem den Federungskomfort. „Hoppelig“, „unbeladen sehr unkomfortabel“ und ähnlich lesen sich einige Eintragungen zum Fahrzeug. Vor allem kurze Unebenheiten, wie sie häufig auf Autobahnen anzutreffen sind, verdaut der Nissan nur unvollkommen. Dabei teilt die Hinterachse die kräftigeren Stöße aus. Mit erhöhter Zuladung wird das Ansprechen etwas verbindlicher, ohne allerdings wirklich gut zu werden. Daran ändert auch die Nissan-eigene aktive Fahrkomfortregelung wenig, bei der gezielter, sanfter Bremsdruck Nick- und Wankbewegungen entgegenwirken soll (Serie bei Acenta). Dass der Qashqai dennoch häufig als „sehr gutes Langstreckenauto“ gelobt wurde, liegt unter anderem an der großen Reichweite (über 1.000 km bei sehr sparsamer Fahrt) und den guten Sitzen.

Knapper Laderaum

Die kommen nur den ausgesprochen groß gewachsenen Redeaktionsmitgliedern zu knapp vor. Alle anderen hätten allenfalls die komplizierten Verstelleinrichtungen kritisieren können. Elektrisch verstellbare Sitze gibt es jedenfalls nur in den teureren Ausstattungsversionen.
Die ein oder andere kritische Anmerkung gibt es zum Laderaum, der sei für vier Personen etwas knapp bemessen. Mit 430 Litern Fassungsvermögen und beinahe 1.600 Litern maximalem Ladevolumen ist er allerdings klassenüblich, kaum ein Kompakt-SUV hat da wesentlich mehr zu bieten. Als überwiegend gut wird das Platzangebot für die Passagiere befunden.

Platz 1 für den Qashqai

Zum Motor ist wenig Negatives zu vermerken, höchstens dass er ein kleines Turboloch pflegt und seine Schaltung nicht auf sportlich-knackigen Wegen operiert. Geschenkt – und angesichts des günstigen Verbrauchs und der sonstigen Qualitäten Jammern auf hohem Niveau.

Traktionsprobleme gibt es offenbar nie, auch wenn der Allrad-Modus im Qashqai die Hinterräder erst bei erhöhtem Traktionsbedarf per Visco-Kupplung dazuschaltet. Die meisten Kunden verzichten ohnehin auf den teuren Allradantrieb (2.000 Euro Aufpreis), 90 Prozent nehmen ihren Qashqai als Fronttriebler, wohl auch, weil die Allrad-Option nur beim 130-PS-Diesel verfügbar ist.

Die Beliebtheit des kompakten Nissan ist am Restwert des Testwagens abzulesen: Auf 16.150 Euro wird er am Ende des Dauertests geschätzt, das entspricht einem Wertverlust von knapp 48 Prozent, wodurch er auch in dieser Wertung weit vorn liegt. Mit null Fehlern liegt er im Mängelindex seiner Klasse ohnehin auf Platz eins.

Stärken & Schwächen

Nach Schwächen muss man schon ziemlich suchen beim Nissan Qashqai. Sieht man vom mäßigen Federungskomfort und der zum Teil billigen Materialanmutung im Innenraum ab, gibt es fast nur Positives zu vermelden. Nicht so gut gefiel das trübe Halogenlicht, Full LED gibt es nur in der Topausstattung Tekna (Serie). Das Navi (1.130 Euro) hinterließ bis auf einen Systemabsturz einen positiven Eindruck. Einige empfanden die Wirkung der Sitzheizung zu zögerlich, diese gehört zur Serienausstattung.

Nissan Qashqai 1.6dCi 4x4, Seitenansicht
Peter Wolkenstein
0 Mängel: So lautet das Dauertest-Ergebnis für den Nissan Qashqai. Besser geht nicht.

So beurteilen Sie den Nissan Qashqai

Meinen Qashqai Acenta 1.6 dCi mit 130-PS-Diesel habe ich im Februar 2014 als Neufahrzeug übernommen. Der ursprünglich ins Auge gefasste BMW X3 wäre ausstattungsbereinigt doppelt so teuer gewesen. Mittlerweile habe ich in knapp zwei Jahren 39.000 km zurückgelegt. Nach vielen Jahren ausschließlich mit sogenannten deutschen Premium-Marken wollte ich mal ausprobieren, ob es auch für deutlich weniger Geld geht. Und es geht überraschend gut. Das Fahrzeug läuft bislang absolut störungsfrei, lediglich die Software des Navigationsgerätes musste kurz nach Fahrzeugübernahme neu aufgespielt werden. Das Navi für 800 Euro funktioniert übrigens besser als das meines vorher gefahrenen BMW für über 3.000 Euro. Der 130-PS-Motor ist sehr drehfreudig, durchzugsstark, ausreichend laufruhig und reicht im Alltagsbetrieb völlig aus. Außerdem ist er ausgesprochen sparsam: Bislang habe ich im Schnitt exakt 5,8 Liter Diesel verbraucht, obwohl der Wagen auf Autobahnen und Landstraßen durchaus flott bewegt wird.

Peter Kreissl aus Furth

Hier meine Erfahrung mit dem neuen Nissan Qashqai: Am 1. April 2014 wurde mein Qashqai 1.6 dCi Xtronic zugelassen. Ganze vier Wochen lief alles ohne Probleme. Dann ging es Schlag auf Schlag. Insgesamt neun Mängel machten mir das Fahrzeug in kurzer Zeit madig: Knarzende Bremsen, Lackschaden am Übergang der Windschutzscheibe ins Dach, defekter Gaspedalsensor, spinnende Parkpiepser, abstürzendes Navi, Rasseln beim Beschleunigen und weitere Defekte machten insgesamt neun Werkstatttage nötig, um dann lediglich ganze vier Mängel wirklich dauerhaft zu beheben. Mithilfe eines Anwalts und eines Gutachtens wurde die Rückabwicklung des Kaufvertrages eingefordert, was die Kundenbetreuung erst mal ablehnte. Erst eine Mail an den Vorstand des Importeurs mit allen Daten und Fakten brachte dann eine schnelle Lösung. Das Fahrzeug wurde nach sieben Monaten und rund 10.000 km zurückgenommen.

Hans-Joachim Grunewald aus Haan

Vor- und Nachteile

  • sparsamer, sehr leiser und kultivierter Motor
  • gut abgestuftes Schaltgetriebe
  • langstreckentaugliche Sitze
  • gutes Platzangebot
  • sehr sichere Fahreigenschaften
  • gut verarbeitetes, langlebiges Interieur
  • gute Rundumsicht
  • wirksame Klimaanlage
  • problemlose USB-Anbindung
  • schnelles, einfach bedienbares Navi
  • praxistaugliche Rückfahrkamera
  • große Reichweite
  • geringer Reifen- und Bremsenverschleiß
  • günstige Kosten
  • eingeschränkter Federungskomfort
  • mäßiges Licht
  • lange Schaltwege
  • gefühllose Lenkung
  • unpraktische Sitzverstellung
  • ausgeprägte Anfahrschwäche
  • langsam ansprechende Sitzheizung

Fazit

Viel bessere Alltagsautos für rund 30.000 Euro gibt es eigentlich nicht zu kaufen. Der kompakte Nissan glänzt nicht nur mit buchstäblich makellosem Mängelindex, er ist zudem sehr sparsam und geht äußerst pfleglich mit Verschleißteilen um. Nur einmal mussten die vorderen Bremsbeläge gewechselt werden, je ein Satz Sommer- und Winterreifen reichten für die Dauertestdistanz, und beide Reifensätze sind noch nicht am Limit. Dass der Fahrwerkskomfort etwas dürftig ist und der Motor untenrum etwas schlapp wirkt, erscheint dagegen wie verzeihliche Charakterschwächen.

Technische Daten

Nissan Qashqai 1.6 dCi 4x4 Acenta
Grundpreis 29.890 €
Außenmaße 4377 x 1806 x 1595 mm
Kofferraumvolumen 430 bis 1585 l
Hubraum / Motor 1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 96 kW / 130 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 190 km/h
0-100 km/h 10,5 s
Verbrauch 4,9 l/100 km
Testverbrauch 7,0 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
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