Oberklasse-Ikonen

E-Klasse, A6 und 5er

Foto: Achim Hartmann, Hans-Dieter Seufert 36 Bilder

Eine repräsentative Limousine mit verhaltenen Trinksitten heißt bei Audi A6 2.7 TDI, bei BMW 520d und bei Mercedes E 220 CDI. Die Karten für diesen Vergleichstest-Klassiker sind neu gemischt, denn der Mercedes wurde frisch geliftet.

Sie sind der Traum des deutschen Autofahrers: Audi A6, BMW Fünfer und Mercedes E-Klasse. Gemeinsam tummeln sie sich zuverlässig unter den Top 25 der deutschen Zulassungsstatistik. Dennoch muss man sich einen der großen drei erst mal leisten können. Ein handgeschalteter E 220 CDI wird nicht unter 39.092 Euro abgegeben, ein vergleichbarer 520d kostet 35.900 Euro.

Ein günstigerer Einstieg in die Welt des 5er ist nicht möglich, wobei man sich hier - wie beim Mercedes - mit einem Vierzylindermotor zufrieden geben muss. Der A6 2.7 TDI liegt preislich zwischen den beiden Kontrahenten und wirkt dennoch wie ein Schnäppchen. Denn er bietet für 37.890 Euro einen prestigeträchtigen V6, der zudem zehn PS mehr leistet als die Motoren von Mercedes und BMW. Keine Frage, das Antriebskapitel kann der Audi für sich entscheiden.

Der Diesel im Audi läuft unaufdringlich leise

Dazu kommt kräftiger Schub, wenn der Turbo in die Brennräume pustet. Unterhalb von 1.700/min spielt sich allerdings wenig ab, was für Stadtfahrten bedeutet: Es darf, nein, es muss fleißig geschaltet werden, um dem Turboloch zu entgehen. Die Audi- Schaltung mag noch so knackig funktionieren: In einer Limousine von diesem Kaliber wirken ständige Gangwechsel deplatziert. Eine Automatik ist hier also in jedem Fall eine Überlegung wert.

Nötiger hätte sie allerdings der 520d, dessen Anfahrschwäche stärker ausgeprägt ist als die des Audi. Durchzugskraft und Elastizität sind ebenfalls spürbar schlechter, was auf der Autobahn Überholvorgänge in die Länge zieht. Die erledigt der Mercedes ähnlich spielerisch wie der Audi.

Fahrdynamisch liegt der BMW leicht vor dem Audi

Die Unterschiede lassen sich guten Gewissens allerdings nur auf abgesperrten Strecken erfahren. Die E-Klasse ist nicht ganz so agil. Dazu trägt die leicht indifferente Lenkung sowie die Fahrwerksabstimmung bei. Denn beim Mercedes wankt auf welligen Strecken die Karosserie, was Unruhe und Schwerfälligkeit mit sich bringt. Ohnehin wirkt die E-Klasse mit Stahlfederung weniger ausgewogen als die Versionen mit Luftfederung. Auf kurze Stöße reagiert das Stahl-Fahrwerk bockig, bei langen Wellen schwingt es nach.

Trotz aller Änderungen kann die E-Klasse diesen Vergleich nicht gewinnen. Sie ist ohne Zweifel ein gutes Auto. Handgeschaltet und stahlgefedert ist sie aber weniger ausgewogen als der homogene BMW und der Audi mit V6-Motor - und teurer ist sie noch dazu.

Fazit

1. Mercedes E 220 CDI
513 Punkte

In der Eigenschaftswertung bleibt der E 220 CDI kaum hinter den Konkurrenten. Handikaps sind die unharmonische Federung, das Schaltgetriebe und der hohe Preis.

2. Audi A6 2.7 TDI
516 Punkte

Laufkultur und Durchzugskraft sind die Stärken des A6 2.7 TDI bei leicht erhöhtem Verbrauch. Beim Handling ist der A6 auf Fünfer-Niveau, beim Komfort nicht ganz.

3. BMW 520d
523 Punkte

Günstiger Einstandspreis und niedriger Verbrauch gepaart mit gutem Komfort und hoher Fahrsicherheit bescheren dem 520d den ersten Platz. Der Motor wirkt schlapp.

Technische Daten
Audi A6 2.7 TDI BMW 520d Mercedes E 220 CDI Classic
Grundpreis 39.350 € 36.828 € 41.055 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4916 x 1855 x 1459 mm 4841 x 1846 x 1468 mm 4856 x 1822 x 1483 mm
KofferraumvolumenVDA 546 l 520 l 540 l
Hubraum / Motor 2698 cm³ / 6-Zylinder 1995 cm³ / 4-Zylinder 2148 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 132 kW / 180 PS bei 3300 U/min 120 kW / 163 PS bei 4000 U/min 125 kW / 170 PS bei 3800 U/min
Höchstgeschwindigkeit 230 km/h 223 km/h 227 km/h
0-100 km/h 8,9 s 10,4 s 9,8 s
Verbrauch 7,0 l/100 km 5,9 l/100 km 6,4 l/100 km
Testverbrauch 9,1 l/100 km 8,2 l/100 km 8,5 l/100 km
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