Opel Astra Caravan 1.9 CDTI Cosmo im Test

Astra-Logie

Opel Astra Caravan 1.9 CDTI

Die Sterne standen gut für den Opel Astra: Ohne große Dramen meisterte er die Dauertest-Distanz. Ein paar Wünsche bleiben trotzdem offen.

Ungerechtes Leben: Nivea ist Creme und Tesa ein Klebefilm, egal welcher Produktname auf der Packung steht – aber Caravan ist irgendwas, meist ein Wohnanhänger. Dabei hat kein deutscher Hersteller eine traditionsreichere Kombi-Bezeichnung zu bieten als Opel. Die GM-Tochter verwendet sie seit 1953, um die konzeptionelle Mitte zwischen Car und Van zu betonen. Und vor allem: Der Name ist heute aktueller als je zuvor.

Zwei Dauertest-Jahre mit dem Opel Astra Caravan beweisen es. Wem ein Van zu viel Auto ist, der kann immer noch mit dem klassischen Kombi glücklich werden. Er kann flüssig um die Ecken kacheln und trotzdem Kühlschränke oder Kinderzimmerregale durch die Gegend karren. Besonders mit diesem Wesenszug machte sich der 150 PS starke Diesel-Kombi im Dauertest- Fuhrpark beliebt – auch bei Fahrern, die ihn bisher nicht auf der Rechnung hatten. Verblüffte Frage in der gelben Dauertest-Begleitkarte: „Warum kauft man sich eigentlich keinen Opel Astra Caravan?“

Mögliche Antwort: Weil er in der getesteten Verwöhn-Version kein allzu volkstümliches Auto mehr ist. Etwas mehr als 26 000 Euro kostet der Opel Astra 1.9 CDTi Caravan heute in der vornehmen Cosmo-Ausstattung, nochmal über 7000 Euro würden die Extras des Testwagens verschlingen. Auf einige kann man verzichten, der tägliche Umgang mit dem fast voll ausgestatteten Kombi zeigte es. So gab es selbst unter eiligen Astra-Fahrern kaum einen, der mehr als einmal die Sporttaste des optionalen IDS-Plus-Fahrwerks drückte. Im Dynamik-Programm sprechen Gas und Lenkung zwar zackiger an, aber die Federung wird so hart, dass einem auf schlechter Wegstrecke das Frühstück zwischen den Rippen zu tanzen scheint. Als Bestandteil des 1485 Euro teuren Performance-Pakets hat das IDS-Plus-Fahrwerk außerdem 17-Zoll-Räder, die dem Fahrkomfort nicht zuträglich sind.

Weitere Anwärter für das Streich-Konzert bei der Astra-Bestellung: Die optionale Handyhalterung ist dem Knie des Beifahrers im Weg. Und auch die Flex Organizer genannte Kofferraumaufteilung (125 Euro) erwies sich als Beigabe, für die es selten Verwendung gab. Dabei riss der Astra kaum eine Dienstfahrt ohne reichlich Gepäck ab. Klagen über zu knappes Ladevolumen wurden dabei niemals laut – wohl aber die Vermutung, dass die Bagage besser aufgehoben sein könnte als die Fahrgäste auf der Rückbank.

Tatsächlich geht es im Astra-Fond nicht großzügig zu. Für hoch gewachsene Passagiere ist die Beinfreiheit knapp, selbst Dreijährige monierten in ihren Kindersitzen den mangelnden Bewegungsraum, weil sie mit den Füßen gegen die Vordersitze stießen. Womöglich sind sie vom geräumigeren Golf V und der Weite moderner Minivans verwöhnt – richtig glücklich wurden sie besonders auf Langstrecken nicht.

Vorne lässt es sich kommoder reisen: „Äußerst bequeme Sitze“ und „sehr gute Verstellmöglichkeiten“ loben die Dauertest-Notizen – mit einer Einschränkung: Die Sitzposition ist zu hoch für 1,85-Meter-Passagiere, die gerne mehr als einen fingerbreiten Spalt Kopffreiheit hätten.

Es gab nicht vieles, was die Astra- Reisenden wirklich genervt hätte, aber einige Anmerkungen wiederholen sich fast so oft wie Tankstopps und Wagenwäschen. So wurden immer wieder die fummeligen Antipp-Blinker kritisiert. Nur wenige Opel-Benutzer hatten Verständnis für die viel zu niedrig platzierten Regler der Klimaanlage und die sparsam im Interieur verteilten Ablagemöglichkeiten. Mancher schimpfte bei der Innenraumreinigung über den Filzbelag des Gepäckraums, der Krümel und kleine Schmutzpartikel wie Klettband festhielt. Wie bei vielen Kompaktwagen war keiner mit der Rundumsicht zufrieden. Und einige, die im Astra durch die Hitze des Hochsommers fuhren, beklagten ein zeitweiliges Schwächeln des Kühlaggregats.

Bei Außentemperaturen über 30 Grad kam es öfter vor, dass die Klimaanlage nur noch warme Luft ins Innere blies. Das irritierte viele Astralogen schon deshalb, weil sich die Temperatur im Normalfall schnell und wirksam senken ließ. Tatsächlich handelte es sich nicht um einen Defekt, sondern offenbar um eine konstruktive Schwäche – eine von wenigen, die sich der Astra leistete.

Seine Störungsliste ist kurz, aber nicht völlig frei von Ärgernissen. Bis Tachostand 87 000 fiel er nur mit einzelnen Klein- Gebrechen auf, darunter eine eingerissene Laderaumabdeckung, die auf Garantie getauscht wurde und sich bald wieder zerlegte, weil eine Kunststoffschweißnaht offenbar zu schwach war.

Dann aber sprang im Schiebebetrieb häufig der vierte Gang heraus, ein neuer Radsatz im Getriebe wurde fällig – für deftige 1375 Euro. Opel übernahm die Rechnung auf Garantie, bei normalen Jahresfahrleistungen hätte der Kunde bezahlen müssen.

Immerhin ist der Defekt wohl keine typische Astra-Krankheit, die Leserzuschriften zeigen es . Plötzlicher Leistungsverlust beim Common-Rail-Diesel kommt jedoch öfter vor – auch beim Dauertest-Kombi. Der zog bei Kilometer 95 783 nicht mehr so entschieden wie gewohnt und blies Ladeluft ab. Die Ursache war banal: eine lose Schraubverbindung am Ladeluftkühler. Trotzdem half nur ein Werkstattbesuch, der bei einigen Leserautos auch nötig war, weil ein defekter Diesel-Partikelfilter den Astra lahmgelegt hatte.

Eine andere Spielart der Leistungsverweigerung hielt der Redaktions- Astra mehrere 100 Kilometer nach Testende bereit – sie geht deshalb nicht in die offizielle Bilanz ein: Dieses letzte Mal lief er nicht richtig, weil das Ansaugrohr wegen einer fehlerhaften Einlassregelung ausgetauscht werden musste. Rechnungsbetrag: 850 Euro.

Wenn alles glatt läuft, steht der Kompakt- Opel nur selten länger beim Händler. Ganze zwei Inspektionen waren während der 100 000-Kilometer-Distanz nötig, sie kosteten zusammen 645 Euro. Damit gehört der Astra zu den anspruchslosen Typen seiner Klasse. Nach nur 9,6 Liter Öl verlangte er in seiner Dienstzeit, lediglich ein Mal mussten die vorderen Bremsbeläge getauscht werden. Bis zum Schluss verzögerte er mit der ersten Garnitur Bremsscheiben und hatte unterm Strich Wartungskosten von einem halben Cent pro gefahrenem Kilometer verursacht. Die Bilanz zeigt, dass Astra-Fahren trotz der exklusiven Ausstattung kein übermäßig teurer Spaß ist. Zwar hat er nach 100 000 Kilometern fast die Hälfte seines Listen-Neupreises verloren, aber dieses Schicksal teilt er selbst mit dem Klassenprimus und Dauertest-Tabellenführer VW Golf 2.0 TDI. Überhaupt liegen die Kontrahenten auf vergleichbarem Kostenniveau: Sogar der Verbrauchsschnitt von 7,6 Liter Diesel auf 100 Kilometer ist der gleiche, und bei den Kilometerkosten gelingt es dem Astra, den Golf knapp zu unterbieten. Auch das war eine überraschende Entdeckung vieler Astra-Fahrer: Noch nie gab es einen Opel, der dem Golf so nah auf die Pelle gerückt wäre. „Ausgezeichneter Qualitätseindruck, praktisch Gleichstand mit Golf V“, steht in der gelben Dauertest-Karte – vor allem wirkt der Astra auch mit sechsstelligem Tachostand noch verwindungssteif und unverschlissen.

Viele Fahrer, denen der Pumpe- Düse-Motor des Golf zu vernehmlich hämmerte, lobten beim Umsteigen zudem die gepflegtere Laufkultur des Opel-Triebwerks. Dass der 150-PS-Diesel des Astra im unteren Drehzahlbereich weniger rabiat anreißt als der VW Motor, galt unter den Opel-Benutzern als okay, weil es insgesamt ja keineswegs an Durchzug fehlt.

Der lange sechste Gang konnte auch bei schnellen Autobahnetappen meist eingespannt bleiben, noch bei 200 km/h Dauertempo auf freier Strecke wirkte der 150-PS-Astra nicht angestrengt. Das galt selbst für seine Fahrer, die sich über das sportliche Handling freuten. Auch ohne Sport-Programm gefiel ihnen die Feinfühligkeit seiner Lenkung, die lang anhaltende Neutralität und geringe Karosseriebewegung in Kurven, das griffige Pedalgefühl beim Bremsen und die präzise Schaltung. Häufigstes Problem auf schnellen Dienstreisen: Viele Linksfahrer rechneten nicht mit einem Opel Astra, der im Rückspiegel so schnell größer wird.

Sie unterschätzen ihn. Ungerechtes Leben: Denn wahrscheinlich ist er der gelungenste Caravan, den Opel seit 1953 baute.

Seit April 2006 fahre ich einen Astra 1.9 CDTi Caravan mit Automatik. Bisher habe ich etwa 8000 Kilometer zurückgelegt, der Verbrauch beträgt rund acht Liter Diesel auf 100 Kilometer. Allerdings weist das Multifunktionsdisplay mit einer Abweichung von 15 bis 20 Prozent einen viel zu optimistischen Wert aus. Bisher gab es nur einen schwerwiegenden Mangel: Ein Defekt an den Sensoren des Partikelfilters führte dazu, dass der Motor bei laufender Fahrt plötzlich abstarb. Da die Ursache nicht sofort ermittelt werden konnte, war ich gleich drei Mal mit dieser unschönen Situation konfrontiert.
Michael Rupp, 70599 Stuttgart
 
Seit Oktober 2004 besitze ich einen Astra 1.8 Cosmo und bin von diesem Auto begeistert. Fahreigenschaften, Komfort und Qualität sind ausgezeichnet. Unzufrieden bin ich jedoch mit der schlechten Übersichtlichkeit. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 8,4 Litern, allerdings sind im Überlandbetrieb problemlos Werte um die 7,5 Liter zu erreichen.
Lars Hornauer, 61352 Bad Homburg v.d.H.

Schon beim Kauf meines Astra 1.8 Caravan Sport konnte ich positive Erfahrungen machen: Während ich bei mehreren besuchten VW-Händlern entweder ignoriert oder als Bittsteller abgefertigt wurde, haben mich die Opel-Händler sehr freundlich bedient, es wurden spontan Probefahrten angeboten und ein vernünftiges Angebot für den Altwagen erstellt. Nach 35 000 Kilometern gibt es nichts Negatives zu berichten. Insbesondere mit der Verarbeitung des Astra bin ich zufrieden. Auch an die Bedienung von Blinker- und Wischerhebel habe ich mich schnell gewöhnt, allerdings vermisse ich bei den Instrumenten das Kühlwasserthermometer. Der Verbrauch liegt um sieben Liter – es könnte weniger sein, wenn Opel für diese Motorvariante einen sechsten Gang angeboten hätte.
Dirk Thiele, 25336 Klein Nordende
 
Seit März 2005 bin ich Besitzer eines Astra 1.9 CDTi Caravan mit Dieselpartikelfilter. Nur ein Mal hat er mich enttäuscht, als die Leistung plötzlich abfiel und ich die Werkstatt ansteuern musste, wo der Partikelfilter ausgetauscht wurde. Seitdem fährt er, so meine ich, noch besser als vorher. Das IDS-Plus-Fahrwerk ist auf welligen Autobahnen nicht immer ein Genuss, entschädigt dafür auf kurvigen Landstraßen aber restlos. Auch der kultivierte und kraftvolle Motor stellt mich sehr zufrieden. Opel hat seine Hausaufgaben gemacht!
Frank Wintermeyer, 64569 Nauheim

Der Astra 1.9 CDTi Caravan ist für uns als Familie mit zwei Kindern das ideale Auto. Wir schätzen seinen großen Kofferraum, die besonders im Vergleich zu den TDI-Motoren des VW-Konzerns bessere Laufkultur und den niedrigen Verbrauch (6,9 Liter/100 Kilometer). Auch Verarbeitung und Materialien sind in Ordnung, wenn da nicht gelegentliche Vibrationsgeräusche vom Armaturenbrett wären. Auch hat Opel leider an Ablagen gespart: Nirgendwo lässt sich vernünftig eine Flasche unterbringen.
Dirk Eska, 90471 Nürnberg
 
Innerhalb von 18 Monaten habe ich mit dem Astra 1.7 CDTi Caravan über 150 000 Kilometer zurückgelegt. Außer einem defekten Radio und einem Sensor für den Ladeluftkühler hat es keine außerplanmäßigen Werkstattbesuche gegeben. Und das, obwohl der Wagen vom ersten Kilometer an fast immer am Limit bewegt wurde. Hut ab!
Martin Reichle, 87600 Kaufbeuren

Nach 27 000 Kilometern mit unserem Astra GTC 1.7 CDTi sind meine Frau und ich begeistert. Wir waren nur einmal kurz in der Werkstatt, weil der Außentemperaturfühler aus der Halterung gesprungen ist. Ansonsten: Die Fahrleistungen sind mehr als zufriedenstellend, nichts klappert, und der Aktionsradius liegt selbst bei etwas schnellerer Fahrt bei rund 900 Kilometern. Außerdem ist der Wagen nett anzusehen: Manche unserer Nachbarn wollten gar nicht glauben, dass das wirklich ein Opel ist.
Mirko Musan, 50259 Pulheim
 
Im Vergleich zum Vorgänger stellt der aktuelle Astra ein Quantensprung dar. Kein Knistern, kein Klappern, keine Mängel – ich würde meinen Caravan 1.6 Sport jederzeit wieder kaufen.
Marc Frey, 68259 Mannheim 

 

Abgastest: Alle Abgaswerte innerhalb der Norm
Keine Auffälligkeiten nach 100 000 Dauertest-Kilometern: Bei der vom TÜV Süd in Böblingen durchgeführten Abgasmessung nach Euro 4 zeigt sich, dass der Astra alle gültigen Grenzwerte unterbietet. Auch der Partikelfilter (bei Dauertestbeginn Option, heute Serie) hat den Langstreckentest offensichtlich ohne Probleme überstanden.

Drei Extratouren in die Werkstatt, aber kein Totalausfall mit Liegenbleiben.

Vor- und Nachteile

  • Saubere Verarbeitung
  • Großer Gepäckraum
  • Kultivierter, kraftvoller Motor
  • Agiles Handling
  • Guter Gesamtkomfort
  • Präzise Schaltung
  • Griffige Bremsen
  • Bequeme Sitze vorn
  • Niedriger Verbrauch
  • Gutes Fern- und Abblendlicht
  • Lange Inspektionsintervalle
  • Niedrige Wartungskosten
  • Wenig Platz im Fond
  • Zu hohe Sitzposition vorn
  • Ruppiges Abrollen (17-Zoll-Räder)
  • Anfahrschwäche
  • Teilweise unpraktische Bedienung
  • Nach hinten unübersichtlich
  • Fehlende Ablagemöglichkeiten
  • Deutliche Windgeräusche
  • Schwankende Wirkung der Klimaanlage bei sehr großer Hitze
Technische Daten
Opel Astra 1.9 CDTI Cosmo
Grundpreis 25.810 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4249 x 1753 x 1460 mm
KofferraumvolumenVDA 380 bis 1300 l
Hubraum / Motor 1910 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 110 kW / 150 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 208 km/h
Verbrauch 5,8 l/100 km
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