Opel Astra Coupé 2.2 im Test

Guter Komfort, schlechte Agilität

Bereits 1997 wurde die Produktion des Opel Calibra-eingestellt, erst jetzt rollt der Nachfolger zu den Händlern – allerdings nicht mehr auf der Basis des Vectra, sondern auf der Astra-Plattform.

Bei Opel versteht man sich schon lange auf den Bau von Coupés. Kadett, Rekord, Manta und Monza reihen sich neben dem Calibra in die Ahnengalerie des neuen Astra Coupés ein, das bei Bertone in Italien gefertigt wird und ab 2001 auch als Cabrio lieferbar ist.

Technische Basis ist die Astra Limousine. Radstand und Karosseriebreite sind identisch, nicht jedoch die Höhe (minus 3,4 cm) und die Gesamtlänge (plus 1,5 cm im Vergleich zum Viertürer). Die Folge: ein im Vergleich zu anderen Coupés sehr gutes Raumangebot. Hier fühlen sich selbst vier Personen an Bord wohl, zumal sie ihr Gepäck in einem mit 460 Liter Volumen geradezu großzügig bemessenen Kofferraum verstauen können. Einschränkungen müssen lediglich bei der Kopffreiheit gemacht werden.

Bei Coupés geht es aber mehr um Lust als um Last, weshalb die neue Astra-Variante ihre Reize vor allem auf kurvenreichen Strecken ausspielen soll. Doch das gelingt deshalb nicht, weil dem Zweitürer trotz sportlicher Fahrwerksabstimmung jene Agilität und Leichtfüßigkeit fehlt, die ein Ford Focus bereits als konventionelle Limousine mitbringt. Die Lenkung könnte einen Schuss direkter sein, und das Eigenlenkverhalten statt untersteuernd etwas neutraler, dann wäre hier an Stelle des Biedermanns vielleicht ein echter Brandstifter unterwegs. Der Motor, ein neuer, 147 PS starker 2,2-Liter-Alu-Vierzylinder, bringt das Potenzial dazu mit, denn er dreht mühlos hoch und bietet nicht zuletzt wegen des angenehm eng gestuften Fünfganggetriebes gute Fahrleistungen und hohe Elastizität.

Die straffe Fahrwerksabstimmung sowie die um zwei Zentimeter abgesenkte Karosserie haben das Handling nicht verbessert, aber den Komfort auch nicht entscheidend verschlechtert. Lange Bodenwellen absorbiert das Astra Coupé absolut geschmeidig, nur Querfugen und Kanaldeckel versetzen den Vorderwagen beim Überrollen in leichtes Zittern. Auch die serienmäßigen Sportsitze bringen keine unzeitgemäße Härte ins Spiel. Eine Einschränkung muss dennoch gemacht werden: Die Sitzfläche könnte mehr Seitenhalt bieten.

Bleibt die Frage nach dem Preis: Mit 42.900 Mark für die 147-PS-Version rangiert Opel auf Konkurrenz-Niveau, zumal eine umfangreiche Ausstattung mitgeliefert wird: Front- und Sidebags, Bordcomputer, Lederlenkrad, Klimaanlage, ESP und Radio sind Serie. Weitere Bestandteile des Astra Coupé-Pakets: guter Federungskomfort, ein durchzugsstarker Motor und sichere Fahreigenschaften. Schade nur, dass sportliches Handling auch gegen Aufpreis nicht erhältlich ist.

Fazit

Coupé-Zugeständnisse müssen hier nicht gemacht werden: Komfort und Raumangebot rangieren fast auf Limousinen-Niveau. Im Handling fehlt dem Astra Coupé jene Agilität, die man von einem sportlichen Auto erwartet.

Technische Daten
Opel Astra Coupé 2.2 Tour
Grundpreis 23.505 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4267 x 1709 x 1390 mm
KofferraumvolumenVDA 460 bis 1150 l
Hubraum / Motor 2198 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 108 kW / 147 PS bei 5800 U/min
Höchstgeschwindigkeit 218 km/h
Verbrauch 8,4 l/100 km
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