Opel Zafira 2.2 16V Comfort im Test

Im Test: Opel Zafira 2.2 mit Automatik.

Bei der Durchforstung seines Modell-Programms kann der neue Opel-Chef Carl Peter Forster eigentlich nur am  Zafira ungetrübte Freude haben. Seit gut zwei Jahren auf dem Markt, behauptet der bei Porsche in Weissach konzipierte Minivan die Marktführerschaft in einem wachsenden, aber gleichwohl hart umkämpften Segment. Opels Zafira ist zugleich Beweis dafür, dass der Kunde technische Intelligenz honoriert. Sein Wettbewerbsvorteil ist vor allem die Flexibilität der einzigartigen Sitzanlage, mit der sich der Zafira im Handumdrehen vom Fünfzum Siebensitzer verwandeln lässt. Bisher konnte die im Kompaktvan-Segment immer größer werdende Konkurrenz diesem überzeugenden System noch keine bessere Lösung entgegensetzen.

Im Zuge der jährlichen Modellpflege wird der Zafira Schritt für Schritt aufgewertet. Zum Basismodell 1.6 16 V mit 100 PS gesellte sich unlängst ein von 82 auf 100 PS erstarkter Diesel, der 1,8-Liter-Benziner leistet statt 115 nun 125 PS. Zusätzlich wird das Antriebsangebot bald nach oben erweitert: Ab Herbst wird die leistungsstarke OPC-Variante mit einem aufgeladenen Vierzylinder angeboten, der aus zwei Liter Hubraum 192 PS schöpft. Ebenfalls neu für leistungsorientierte Zafira-Fahrer: der 2,2-Liter-Vierzylinder mit 147 PS. Eine angemessene Antriebsquelle für den Siebensitzer, die sich durch zusätzlichen Erwerb der vergleichsweise preiswerten Viergangautomatik (2.360 Mark) zu einem sehr angenehmen Komfortpaket schnüren lässt. Dabei beeindruckt der in den USA bei GM Powertrain entwickelte Aluminium-Vierzylinder mit einer Laufruhe, die gut ausgeglichenen Sechszylindern nahe kommt.

Mit seinen 147 PS ist der Zafira im Bedarfsfall dann auch zügig unterwegs. In 11,8 Sekunden sprintet der mit zwei Glasdächern und Ausstattungspaketen überfrachtete Testwagen (Leergewicht 1.507 Kilogramm) auf 100 km/h, als Spitze werden knapp 190 km/h erreicht. Diese Werte könnten besser sein, aber die Viergangautomatik zwingt zu Kompromissen. So sind die Drehzahlsprünge nach der Schaltdrehzahl (6.200/min) sehr groß, und bei Höchstgeschwindigkeit im vierten Gang liegen nur knapp 5.000 Umdrehungen an, wo der Motor noch nicht seine Höchstleistung erreicht. Zwar versucht die Getriebesteuerung das Manko durch spontane Gangwechsel selbst bei höherem Autobahntempo auszugleichen, aber das eher wirkt störend.

Wer jedoch den einem Familienauto angemessenen Fahrstil pflegt, den guten Federungskomfort und die niedrige Geräuschkulisse genießt und in dem serienmäßigen ESP lediglich eine beruhigende, aber nie auszulotende Sicherheitsoption sieht, findet in diesem Zafira den richtigen Partner. Dazu passen allerdings nicht die Bremsen, die hier im Gegensatz zu vorher getesteten Zafira-Modellen schon im kalten Zustand nur schwach verzögern. Trotz des hohen Aufbaus überrascht der Zafira mit einem niedrigen Verbrauch von weniger als zehn Litern pro 100 Kilometer, so dass sich die leistungsstarke Version, die 23.000 Euro kostet, durchaus auch als wirtschaftliche Alternative innerhalb der Zafira-Baureihe empfiehlt.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • Flexibles, gutes Raumangebot, funktionelle Karosserie
  • Kopfstützen nicht neigbar, unübersichtliches Ausstattungsprogramm, Radio mit integriertem Bordcomputer und Navigationssystem (Aufpreis) schwer zu bedienen.
Antrieb
  • ausgesprochen laufruhiger, kräftiger Vierzylinder
  • Nicht sinnvoll programmierte Viergangautomatik
Fahrkomfort
  • ausgewogener Federungskomfort
Fahreigenschaften
  • sichere Fahreigenschaften
  • schwache Bremsen
Kosten
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Technische Daten

Opel Zafira 2.2 16V Comfort
Grundpreis 23.540 €
Außenmaße 4317 x 1742 x 1634 mm
Kofferraumvolumen 150 bis 1700 l
Hubraum / Motor 2198 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 108 kW / 147 PS bei 5800 U/min
Höchstgeschwindigkeit 188 km/h
0-100 km/h 11,8 s
Verbrauch 9,5 l/100 km
Testverbrauch 9,2 l/100 km
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