Opel Zafira Dani Heyne
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Opel Zafira III im Gebrauchtwagen-Check

Ein gebrauchter Raum-Traum?

Wer erwischt sich nicht ab und an dabei, mehr Platz im Auto haben zu wollen? Vor allem Freizeitsportler, Großeinkäufer und Jungväter. Für sie ist der Opel Zafira interessant: luftig, flexibel – und haltbar? Fragen wir Meister Wünsch!

Die Frage nach der Haltbarkeit muss noch kurz warten. Als Meister Wünsch den blauen Opel Zafira, Baujahr 2014, erblickt, kramt er in seinen Gedanken. „Da war doch was mit diesem Modell“, murmelt er und reicht zur Begrüßung eine volle Kaffeetasse. „Rost kann es nicht gewesen sein, solche Probleme kennt diese Zafira-Generation ja gar nicht mehr.“

Nach einem genüsslichen Schluck Kaffee läuft er langsam um den großen Opel, bleibt am Heck stehen, zeigt auf den Turbo-Schriftzug und ruft: „Ich hab’s, das war’s: Es ist der 1,4er-Turbobenziner, dazu gab es kürzlich eine Info.“ Was der Meister meint: Opel hat den Herstellerhinweis fürs Motorenöl verändert, als Reaktion auf eine unschöne Serie von Motorschäden. Denn bei den Turbobenzinern kann es zum sogenannten LSPI-Problem kommen. Die Abkürzung steht für „Low-Speed Pre-Ignition“ und beschreibt eine klopfende Verbrennung. Allerdings nicht wie einst bei hohen Drehzahlen, sondern bei hoher Last im niedrigen Drehzahlbereich – genau da, wo die Turbolader das Drehmoment der Motoren steigern. Meister Wünsch kennt das Problem: „Beim aufgeladenen 1,4er können kleinste Mengen Öl in die Brennräume huschen und unkontrolliert verbrennen – was die Kolben nachhaltig schädigt.“

Beim 1.4 Turbo auf die Ölsorte achten

Er macht eine Pause und fügt hinzu: „Ein neues Motorenöl – LM Special Tec DX1 5W-30 – soll das Problem unterbinden. Daher lohnt es sich bei einem entsprechend motorisierten Zafira besonders, den Ölzettel oder das Serviceheft zu studieren. Denn je eher auf das besagte Motorenöl gewechselt wurde, desto besser für den Motor – und damit den neuen Besitzer.“ Während der Meister seinen Kaffeebecher leert, werfen wir einen Blick auf die Modellgeschichte des Opel Zafira. 1999 kam er auf den Markt, als Erlöser des Sintra, der stets mehr Ami als Europäer war und entsprechend mäßig zusammengebaut wurde. Mit dem Zafira wollte Opel alles besser machen. Vor allem im Innenraum, wo ein unschlagbar praktisches Sitzkonzept Einzug hielt, das man bei Porsche entwickeln ließ. Schnell erarbeitete sich der Zafira damit den Ruf des talentierten Familientyps. Wunderbar flexibel, mit wenigen Ausnahmen haltbar – und bezahlbar.

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Der erste Eindruck zählt. Wobei ein frisch gewaschener Motorraum immer ein gutes Zeichen ist. Hier darf es ein wenig schmutzig sein.

Daran hat sich bis zur dritten Generation nicht viel geändert. Gebraucht ist unser knapp 4,65 Meter langer Testkandidat nach dreieinhalb Jahren und nur 22.100 Kilometern äußerlich in sehr guter Verfassung. Und mit den aufgerufenen 18.350 Euro kostet er gerade einmal die Hälfte des einstigen Neupreises. Der Erstbesitzer hat ihm die gute Innovation-Ausstattung spendiert. Unter anderem sind an Bord: sieben Sitze, Klimaautomatik, Parkpiepser, Rückfahrkamera, 17-Zoll-Alus, das sehr gute adaptive Lichtsystem, Sitzheizung vorn, ein beheizbares Lederlenkrad und sogar der integrierte Fahrradträger.

„Typischer Fall von voller Hütte“, beschreibt Meister Wünsch die gute Ausstattung des Opel, schwingt sich auf den Fahrersitz und testet vor der Probefahrt Klimaanlage und Sitzheizung. Das erste System muss regelmäßig gereinigt und gewartet werden, sonst funktioniert es irgendwann nicht mehr. Die Sitzheizungen halten normal ein Autoleben lang – beim Zafira fallen jedoch gern mal die Heizmatten aus. Neue haben Carbonfäden, was sie haltbarer machen soll.

Turbobenziner ist gute Wahl

„Wärmt und kühlt“, ruft Meister Wünsch und startet zur Probefahrt. Der Antritt des 1,4ers ist beachtlich und dürfte die meisten Fahrer völlig zufriedenstellen. Merke: Mit 140 PS und 200 Newtonmetern lebt es sich im Zafira prima – und sofern Opel das Motorenproblem mit dem neuen Öl wirklich im Griff hat, dürfte dieser Antrieb angesichts der aktuellen Dieselproblematik derzeit die erste Wahl sein.

Meister Wünsch fährt zumindest zufrieden Richtung Hebebühne. „Keine ungewöhnlichen Geräusche, Bremsen packen gut zu, und in der Lenkung spürt man kein Spiel. Schauen wir mal, wie das Teil von unten aussieht.“

Bremsen auf Rost prüfen

Auf halber Höhe checkt er wie immer die Bremsen – und lässt sich dabei ungewöhnlich viel Zeit. Ein ausführlicher Blick auf die Bremsen lohnt „Beim Zafira sollte man stets die Tragbilder der Bremsscheiben genau im Auge behalten. Hier kommt es immer wieder zu ungewöhnlich viel Rost – vor allem an der Hinterachse. Nicht selten liegt es an den Fahrern selbst, die die Bremse zu sanft bedienen.“ Ein Tipp, nicht nur für den Zafira: Hin und wieder kräftig in die Eisen steigen hilft tatsächlich – und die Scheiben bleiben schön blank. Der Unterboden des Zafira sieht aus wie neu: kein Rost, keine mechanischen Beschädigungen. Der Antrieb wunderbar trocken, die Achsmanschetten nicht eingerissen, alle Kugelgelenke der Vorderachse gut in Schuss. Auch das Flexrohr des Auspuffs erinnert an ein Neuteil. So wie der Endschalldämpfer – er ist serienmäßig komplett aus Edelstahl.

„Tja“, sagt Meister Wünsch zufrieden, „hier werden wir nichts außer Grund zum Loben finden. Bei dem Kilometerstand hätte mich alles andere auch gewundert. Opel ist längst wieder auf Kurs.“ Schauen wir auf den Kurs eines Zafira von 2014: Mit dieser Ausstattung und so wenigen Kilometern liegen die Preise zwischen 18.000 und 20.000 Euro. Einfachere Versionen sind schon ab 14.500 Euro zu haben.

Fazit

So ein Zafira ist der Richtige, wenn Sie ein Auto mit möglichst viel Platz brauchen – aber keine Lust haben, ein Vermögen für einen VW-Bus zu bezahlen. In den größten Opel passt nämlich auch erstaunlich viel rein. Und sein Flex7-Sitzsystem punktet mit vorbildlicher Variabilität, weshalb es bei einem Familienmobil unbedingt an Bord sein sollte. Bei den Motoren geht die Empfehlung aktuell klar in Richtung 1,4-Liter-Turbobenziner mit 140 PS, gerne mit Automatik. Hier aber unbedingt auf das richtige Öl achten, Opel hat es nach einer Serie von Motorschäden verändert.

Das gefällt uns:

All der Platz in diesem Wagen. Ein Traum vom mobilen Raum – ohne die Ecken und Kanten eines großen Busses. Und trotzdem reicht es für eine passende Prise Charakter. Zumindest im Innenraum. Ja, Volkswagen mag den Multivan haben – aber im Van-Bereich ist der Zafira eine attraktive Alternative zu VW Sharan und Touran. Auch als Gebrauchter.

das stört uns:

Opel hat zu früh aufgegeben. Nein, nicht der integrierte Fahrradträger FlexFix ist gemeint – den gibt es noch für den Zafira der dritten Generation. Wo aber ist dieses charmante, weil höchst flexible Sitzkonzept der ersten beiden Zafira- Generationen geblieben? Es ist nicht mehr serienmäßig an Bord, sondern nur noch bei den hochpreisigeren Versionen. So ist die Marktlage:

So ist die Marktlage:

Sagen wir es so: Gebrauchte Zafira dürften so schnell nicht ausgehen. Zumindest sieht es nicht danach aus, wenn man nach Modellen ab 2011 sucht. In den gängigen Gebrauchtwagenbörsen werden aktuell fast 3.000 Anzeigen gelistet. Ex-Taxen mit entsprechend hohen Kilometerständen sind dabei verlockend günstig – von denen sollte man jedoch die Finger lassen.

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