Honda CR-V 2.2i, Mitsubishi Outlander 2.0, Opel Antara 2.0, Toyota RAV4

Wachs-Figuren

Foto: H.-D. Seufert 36 Bilder

Nicht nur das Angebot in der Klasse der kompakten SUV um den Toyota RAV4 wächst stetig, sondern zugleich die Größe der Neuerscheinungen. 

Einst war er ein Trendsetter. Und auch in seiner dritten Auflage seit 1994 gehört der RAV4 von Toyota bis heute zu den beliebtesten Typen in seinem Segment: den kompakten SUV, die zwar Allradantrieb haben, aber so gut wie nie asphaltierte Straßen verlassen.
Doch die Konkurrenz wächst, sogar in zweifacher Hinsicht. Denn wie beim Modellangebot kann bei Außenlängen bis 4,64 Meter wie bei der zweiten Generation des Mitsubishi Outlander – rund 25 Zentimeter mehr als beim RAV4 – von kompakt keine Rede mehr sein. Auch die Neuauflage des Honda CR-V (4,53 Meter) und der Opel Antara (4,58 Meter) liegen immer noch deutlich über dem Toyota.

Entsprechend großzügig fällt das Platzangebot aus, zumal die SUV-typische aufrechte Sitzposition ein Plus an Kniefreiheit in der zweiten Reihe ermöglicht. Hier punktet vor allem der Outlander, während der Antara im Fond das insgesamt luftigere Raumgefühl bietet. Nicht ganz mithalten kann der RAV4, bei dem es etwas enger zugeht.
Außerdem sitzen die Fondpassagiere hier auf einer vergleichsweise niedrig montierten Bank mit unzureichender Oberschenkelauflage. Die bequemsten Möbel offeriert vorne wie hinten der Honda CR-V. Seine in der Executive-Ausstattung serienmäßigen Ledersitze sind sehr komfortabel gepolstert und üppig dimensioniert. Spürbar straffer ist man hingegen im Mitsubishi und Opel untergebracht.

Obwohl SUV gerne als trendige Alternative zu Kombis gekauft werden, enttäuscht ausgerechnet der große und schwere Opel Antara in puncto Nutzwert. Zwar nicht bei der Zuladung – der Antara darf über 600 Kilogramm transportieren –, wohl aber beim Volumen. Er hält im Normalfall nur 370 Liter Kofferraum bereit. Selbst der zierliche Toyota bietet da 100 Liter mehr. Außerdem besitzt der Antara als Einziger in dieser Runde keine im Verhältnis 40:60 geteilte und verschiebbare Rückbank.

Die Fondsitze lassen sich lediglich separat im Kofferraumboden versenken. Gewinner in dieser Disziplin ist der Mitsubishi, der das größte Maximalvolumen offeriert und es dabei auch noch schafft, zwei herausklappbare Notsitze für Kinder im Kofferraumboden unterzubringen. Diese Sitze sind im Topmodell Outlander Instyle ebenso serienmäßig wie eine Reihe anderer nützlicher Extras. Mit 35 190 Euro ist er zwar kein billiges Vergnügen mehr, doch die Konkurrenz bewegt sich bis auf den RAV4 auf ähnlich hohem Niveau.

Der noch besser als der Mitsubishi ausgestattete Honda CR-V Executive kostet 34 900 Euro, der Opel Antara Cosmo 34 125 Euro. Der Toyota tritt in der mittleren Sol-Variante für 30 366 Euro an, wodurch er die Punktverluste im Ausstattungskapitel über den Grundpreis leicht wieder kompensiert. Diese Preise gelten jeweils für die Versionen mit Dieselmotor, die grundsätzlich einen vernünftigen Kompromiss zwischen Temperament und Wirtschaftlichkeit bieten.
Das gilt für den Opel allerdings nur mit Einschränkungen. Der erste von Daewoo entwickelte, 150 PS starke Dieselmotor genehmigt sich im Test mit über zehn Liter auf 100 Kilometer deutlich mehr als die Konkurrenz.

Der Zweiliter ist wie die Aggregate in CR-V und Outlander mit Partikelfilter ausgerüstet, muss jedoch nur die lascheren Euro 4-Abgas- Grenzwerte für leichte Nutzfahrzeuge einhalten, da sein zulässiges Gesamtgewicht fünf Kilogramm über der Grenze von 2,5 Tonnen liegt.
Vergleichsweise sparsam ist der neue, 136 PS starke 2,2-Liter- Diesel im RAV4, der sich im Mittel mit 8,1 L/100 km begnügt, seine Abgase aber ungefiltert in die Umwelt bläst. Bei den Fahrleistungen hat der 140 PS starke Honda leicht die Nase vorn, nur in der Elastizität ist der Opel mit seinem insgesamt kurz übersetzten Fünfganggetriebe im Vorteil.
Es lässt sich jedoch nicht sehr präzise und mit langen Wegen schalten. Deutlich exakter geführt sind die Hebel der Sechsgangboxen in Honda und Mitsubishi. Das Getriebe im Outlander, das wie der etwas dröhnige Zweilitermotor mit 140 PS von VW stammt, ist ebenfalls sehr kurz übersetzt, wodurch man bei schneller Autobahnfahrt ständig mit hohen Drehzahlen unterwegs ist. Hier zeigt sich zudem, dass die straffe Federung des Outlander lange Wellen zwar gut pariert, auf kurze Unebenheiten und Querfugen indes recht hölzern anspricht.

Beim Opel stören hingegen die ausgeprägten Karosseriebewegungen, die auf eine zu lasche Dämpferabstimmung hinweisen. Eindeutiger Sieger in der Komfortwertung ist der Honda mit einem sensiblen, sehr ausgewogenen Ansprechverhalten des Fahrwerks.

Auch bei der Fahrsicherheit rangiert der CR-V auf einem Spitzenplatz.

Er verhält sich bei Kurvenfahrt bis in den Grenzbereich ebenso wie der Mitsubishi weitgehend neutral. Der RAV4 und der Antara untersteuern hier etwas mehr. Jenseits des Grenzbereichs sind Agilität und Handling aber immer noch die Paradedisziplinen des RAV4, der sich mit seiner exakten Lenkung spielerisch über kurvenreiche Landstraßen dirigieren lässt. Deutlich schwerfälliger reagiert der Opel aufgrund seiner indirekten Lenkung und des hohen Gewichts.
Als erstes und bisher einziges Auto seiner Klasse bietet der Honda eine radarbasierte Abstandsregelung. Deren Sensor wird zudem für ein Sicherheitssystem genutzt, das bei einem drohenden Zusammenstoß zunächst den Fahrer warnt und sogar selbsttätig eine Bremsung einleitet, wenn wegen eines zu geringen Abstandes zum Vordermann ein Aufprall nicht mehr zu verhindern ist.

Dadurch kann zumindest die Unfallschwere vermindert werden. Im Gegenzug verzögern die Honda- Bremsen insgesamt nicht ganz so wirkungsvoll wie die der Konkurrenten. Als besonders standfest erweisen sich die Stopper des Mitsubishi, der sich freilich mit 148 Meter Bremsweg aus 100 km/h auf rechts und links unterschiedlich griffiger Fahrbahn (μ-split) einen Ausrutscher leistet.
Damit beim Vortrieb nichts ins Rutschen kommt, verfügen die vier SUV über ähnlich aufgebaute Allrad-Systeme, bei denen im Normalfall nur die Vorderräder angetrieben werden. Sobald diese auf glattem oder losem Untergrund den Grip verlieren, wird über eine Lamellenkupplung Antriebskraft zu den Hinterrädern geleitet. Spezielle Geländeuntersetzungen oder mechanische Sperren für Offroad-Einsätze gibt es nicht. Deren Aufgabe wird von der ESP-Regelung übernommen, indem einzelne durchdrehende Räder abgebremst werden. Anfahrtests auf Steigungshügeln mit 15 und 20 Prozent sowie rechts und links unterschiedlich griffigen Belägen meistern Honda, Mitsubishi und Opel souverän. Lediglich der Toyota kommt vor allem an steilen Steigungen nur mühsam von der Stelle.

Nicht nur in diesem Punkt ist die Konkurrenz dem Toyota RAV4 über den Kopf gewachsen. Dem rundum ausgewogenen Honda CR-V muss er sich deutlich, dem stattlichen Mitsubishi Outlander knapp geschlagen geben. Das schlechte Abschneiden des Newcomers Opel Antara zeigt jedoch, dass Größe nicht alles ist.

Fazit

1. Opel Antara 2.0 CDTi
405 Punkte

Bei Verbrauch und Fahreigenschaften leidet der Antara unter seinem hohen Gewicht. Lenkung und Schaltung sind unpräzise, der Laderaum klein.

2. Toyota RAV4 2.2 D-4D
438 Punkte

Der RAV4 bleibt Maßstab für Fahrspaß seiner Klasse. Sein Motor ist sparsam, hat aber keinen Rußfilter. Der Innenraum fällt knapp aus.

3. Mitsubishi Outlander 2.0 DI-D
441 Punkte

Stärken des Outlander sind üppiges Raumangebot, gute Fahrleistungen und hohe Fahrsicherheit. Komfort und Laufkultur sind eingeschränkt.

4. Honda CR-V 2.2i-CTDI
445 Punkte

Der neue CR-V überzeugt mit innovativer Sicherheitsausstattung, hohem Komfort, gutem Platzangebot und sicheren Fahreigenschaften.

Zur Startseite
Technische Daten
Honda CR-V 2.2i-CTDi Executive Mitsubishi Outlander 2.0 DI-D Instyle Opel Antara 2.0 CDTI Cosmo Toyota RAV4 2.2 D-4D Sol
Grundpreis 36.500 € 35.190 € 34.670 € 31.200 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4525 x 1820 x 1675 mm 4640 x 1800 x 1720 mm 4575 x 1850 x 1704 mm 4395 x 1815 x 1685 mm
KofferraumvolumenVDA 524 bis 1532 l 541 bis 1691 l 420 bis 1420 l 469 bis 1552 l
Hubraum / Motor 2204 cm³ / 4-Zylinder 1968 cm³ / 4-Zylinder 1991 cm³ / 4-Zylinder 2231 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 103 kW / 140 PS bei 4000 U/min 103 kW / 140 PS bei 4000 U/min 110 kW / 150 PS bei 4000 U/min 100 kW / 136 PS bei 3600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 187 km/h 187 km/h 180 km/h 180 km/h
0-100 km/h 10,4 s 11,2 s 11,7 s 10,6 s
Verbrauch 6,6 l/100 km 7,0 l/100 km 7,6 l/100 km 6,5 l/100 km
Testverbrauch 9,1 l/100 km 8,5 l/100 km 10,1 l/100 km 8,1 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Noch nicht registriert?

Erstellen Sie jetzt Ihr kostenloses Profil und profitieren Sie als registrierter Nutzer von folgenden Vorteilen:

  • Exklusiver Zugriff auf alle Test- und Messdaten der Redaktion
  • 360°-Ansichten von Autos
  • Schneller PDF-Kauf
Kostenlos anmelden
Die neue Ausgabe als PDF
SUV Erlkönig Land Rover Discovery Sport Land Rover Discovery Sport (2019) Künftig auch als Hybrid-SUV BMW Niere groß Retusche BMW-Nieren XXL Guck mal BMW, es geht noch breiter
Promobil
Hymer B MC EHG-Verkauf Thor will nachverhandeln Süße Museen Museen für Naschkatzen Süßes zum Lernen und Naschen
CARAVANING
Automatikgetriebe Automatik-Getriebe im Vergleich Automatisch besser schalten Hero Camper Ranger Seite Hero-Camper von Kronings Zwei neue Modelle aus Dänemark
Anzeige
Alle Automarken von A-Z
Markenbaum Sideteaser Erlkönige, Neuvorstellungen und Tests von allen Marken
Gebrauchtwagen Angebote