Outlander, X-Trail, Toyota RAV4

Landarbeiter

Foto: Hans-Dieter Seufert 15 Bilder

Mitsubishi Outlander, Nissan X-Trail und Toyota RAV4 sollen dank Allradantrieb sowohl auf Asphalt wie auf Waldwegen zu Hause sein. Der Vergleichstest offenbart große Unterschiede.

 Noch vor 15 Jahren fuhren praktisch nur Träger grob karierter Hemden und Freunde des Waidwerks ein allradgetriebenes Auto. Heute dagegen scheint fast jeder Stadtmensch auf die Jagd zu gehen, und sei es auch nur nach Schnäppchen. Ein solches war schon der erste Toyota RAV4, der 1994 den Boom der vierradgetriebenen Freizeitmobile auslöste, die Gelände meist nur als Stichstraße zur Pferdekoppel unter die Räder kriegen. Den RAV4 gibt es längst in der zweiten Generation, und die muss sich, anders als der Ur-RAV, mit einer ganzen Reihe von Konkurrenten herumschlagen. Dazu zählt der jüngst geliftete Nissan X-Trail ebenso wie der vor kurzem erschienene Mitsubishi Outlander, die sich hier zum Vergleichstest mit Zweiliter-Benzinmotoren ins Gewühl stürzen. Permanent wird die Kraft allerdings nur beim RAV4 an alle Räder geleitet, auf griffigem Untergrund verteilt er jeweils 50 Prozent an die Vorder- und Hinterachse. Mitsubishi hat seinem Outlander ein Antriebs-Paket verpasst, das auch im Pajero Pinin Dienst versieht und vornehmlich die Vorderräder mit Kraft versorgt. Erst wenn die Elektronik dort Schlupf registriert, werden die Hinterräder zugeschaltet. Nissan hat sich für eine eigene Allrad-Alternative entschieden und bietet die Möglichkeit, in den Antriebsstrang einzugreifen. Per Drehschalter kann zwischen reinem Vorderrad-Antrieb und automatischer Aktivierung der hinteren Räder bei Schlupf an der Antriebsachse gewählt werden. Selbst ein starrer Durchtrieb mit komplett gesperrtem Mittendifferenzial ist möglich. Durch dieses Antriebskonzept ist der X-Trail seinen Mitstreitern im Gelände überlegen. Da jedoch allen ein Reduktionsgetriebe fehlt, ist ein verschärfter Offroad-Einsatz illusorisch. Echte Naturburschen werden daher mit keinem der Testkandidaten glücklich, es sei denn, sie schätzen auf Asphalt gutes Handling und ansprechende Fahrleistungen – Tugenden, mit denen der RAV4 stets brillierte und die die Basis für seinen anhaltenden Erfolg darstellen. Auch in diesem Umfeld wieselt er den Konkurrenten davon, bei den Fahrdynamik-Prüfungen ebenso wie auf gewundenen Landstraßen. Dabei bietet er die höchste Fahrsicherheit, weil er als Einziger im Test mit ESP (bei Toyota Vehicle Stability Control VSC genannt) lieferbar ist. Mit seiner für einen Geländewagen ungewöhnlich präzisen Lenkung und dem straffen, verbindlich agierenden Fahrwerk sind untypisch hohe Kurvengeschwindigkeiten möglich. Der RAV fühlt sich auf der Landstraße an wie ein höher gelegtes Sportcoupé – ein Eindruck, der von der Motorcharakteristik zusätzlich unterstrichen wird. Der Zweiliter-Vierzylinder geht aus niedrigen Drehzahlen munter zur Sache und dreht fast so willig wie ein Zahnarztbohrer. Allerdings sind hohe Drehzahlen hier wie dort mit unangenehmen Nebengeräuschen verbunden. Ab 4300/min dröhnt der Vierventiler unerfreulich laut, wobei im fünften Gang dann gerade einmal 150 km/h anliegen. Höhere Geschwindigkeiten werden wegen des Lärms freiwillig gemieden. Spürbar weniger dynamisch, aber erheblich komfortabler ist man mit dem X-Trail unterwegs.

Fazit

1. Toyota RAV4 2.0 Executive
447 Punkte

Unter den allradgetriebenen Spaßmobilen ist der RAV4 immer noch erste Wahl. Der anstrengend laute Motor ist aber nicht mehr zeitgemäß, mit Komfort wird geknausert.

2. Nissan X-Trail 2.0 Comfort
438 Punkte

Der X-Trail federt geschmeidig, lässt seine Passagiere bequem sitzen und bietet guten Antriebskomfort. Sein durstiger Motor und fehlendes ESP werfen ihn zurück.

3. Mitsubishi Outlander 2.0 Sport
413 Punkte

Günstige Kosten und guter Antriebskomfort sprechen für den Outlander. Er ist weniger Geländewagen als Allrad-Kombi. Allerdings bietet er nur einen kleinen Kofferraum.

Übersicht: Outlander, X-Trail, Toyota RAV4
Technische Daten
Toyota RAV4 2.0 VVT-i 4x4 Executive Nissan X-Trail 2.0 Comfort Mitsubishi Outlander 2.2 DI-D 4WD Sport
Grundpreis 29.600 € 23.700 € 24.490 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4265 x 1785 x 1705 mm 4455 x 1765 x 1675 mm 4545 x 1750 x 1670 mm
KofferraumvolumenVDA 400 bis 1820 l 410 bis 1841 l 402 bis 1049 l
Hubraum / Motor 1998 cm³ / 4-Zylinder 1998 cm³ / 4-Zylinder 1997 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 110 kW / 150 PS bei 6000 U/min 103 kW / 140 PS bei 6000 U/min 100 kW / 136 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 185 km/h 177 km/h 192 km/h
0-100 km/h 9,6 s 10,4 s 10,6 s
Verbrauch 8,8 l/100 km 9,3 l/100 km 9,5 l/100 km
Testverbrauch 11,6 l/100 km 12,8 l/100 km 11,5 l/100 km
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