Peugeot 206 1.4 Style im Test

Unterwegs mit einem großen Kleinen

Peugeot 206 1.4 Style

Er lernt die Welt kennen im Verlauf der 100 000-Dauertest-Kilometer, ist in Monza und Le Mans, in Nizza und Amsterdam, in La Spezia und Mülheim an der Ruhr. Und die Redaktion lernt ihn ausgiebig kennen, den Peugeot 206.

Peugeot ist froh an ihm. Der 206 ist der Renner im Verkaufsprogramm, er erreicht allein auf dem deutschen Markt fast 33 000 Verkäufe von Januar bis August. In der Kleinwagen-Verkaufsstatistik hält der späte Nachfolger des nicht minder erfolgreichen 205 den vierten Rang hinter Corsa, Polo und Punto. Es ist nicht nur das Aussehen, das offensichtlich ankommt, sondern auch das Format. Der 206 gehört zu der sich vermehrenden Gruppe erwachsener Kleinwagen, mit der Autos der größeren Golf-Klasse meist ohne große Abstriche substituiert werden können. Auch der Dauerläufer, der seine 100 000 Kilometer im Verlauf von gut zwei Jahren sammelt, zeigt das.

Im Fahrtenbuch der Style-Version, die mit Glasschiebedach und Navigationsgerät zu Beginn des Dauertests 32 000 Mark kostet, findet sich kein einziger Hinweis auf Raumnöte. Mit dem, was die Peugeot-Techniker bei dem kompakten Längenmaß von 3,82 Metern hingekriegt haben, kann man leben, eingeschlossen das nicht gerade üppige, allerdings ausreichende Kofferraumvolumen von 249 Litern.

Mehr Auto wird selten gebraucht, aber man hätte nichts dagegen, wenn manches ein bisschen freundlicher und perfekter gelöst worden wäre. Die Innenanmutung zum Beispiel, die unnötig billig wirkt, oder die Sitzposition am Lenkrad, die man trotz ausreichender Verstellmöglichkeit des Sitzes nicht zur Perfektion entwickeln kann. Die Bedienung ist vorbildlich einfach, die Instrumente sind gut ablesbar. Nur der Regensensor spinnt zuweilen, lässt heftig wischen, wenn es nichts zu wischen gibt.

Bis auf einen kurz vor Dauertest-Ende wackelnden Fahrersitz und ein ermüdetes Türhalteband hat im klapperfreien Interieur alles gehalten.

Der typische Muff-Geruch älterer Gebrauchtwagen ist eingezogen, gut, dass es das große Glasschiebedach gibt.

Optisch stellt es nicht gerade eine Bereicherung dar, auch nicht wegen der Windgeräusche, die es in geschlossenem Zustand verursacht. Doch seine Öffnung ist ansehnlich, und bei schönem Wetter kommt per Tastendruck ein Hauch von Cabrio ins 206Interieur, angenehm zugfrei und mit einem schönen Stück blauen Himmels. Dass der Karosse ein Stück tragendes Element fehlt, wird mitunter ebenfalls deutlich. Bei starken Verwindungen meldet sich das Dach mit Knackgeräuschen.

Doch die positiven Effekte überwiegen und betonen den Reise-Charakter des 206. Die Federung erweist sich in ihrer Güte als besonders fernreisetauglich, die Sitze dagegen tun es weniger. Auch ihr Bezug, der sich im Sommer als schweißtreibend herausstellt, ist eher kontraproduktiv. Hier fehlt es an Wohlfühl-Effekt, den die Federung sehr wohl und dauerhaft zu erzeugen vermag.

Gerade auf Langstrecken hat das Triebwerk ja ein wichtiges Wort in solchen Regel kreisen mitzureden, und das tut der 1,4 Liter große Vierzylinder mit seinen 75 PS auch. Er tut es aber eher durch Lautstärke als durch besondere Leistungsfähigkeit. Auffällig ist die Durchzugsschwäche des Zweiventilers aus der von Citroön ebenfalls verwendeten TU-Motorengeneration, doch es gibt auch Positives zu berichten. Kein einziger Betriebsausfall während der gesamten Laufzeit, kein Ziegenbleiben, nur ein Neuprogrammieren des Steuergeräts mit Erneuerung des Leerlaufregelventils bei 68 020 Kilometern, nachdem der Motor im Leerlauf abstirbt.

Keine wahren Probleme also mit diesem Motor, der wie ein braver Angestellter wirkt, den der Chef weder entlassen noch befördern will. Seine Verbrauchswerte sind überwiegend günstig (sechs Liter pro 100 km bei zurückhaltender Fahrweise), im forciert gefahrenen Mittel sind es 7,7 Liter. Erfreulich auch die langen Ölwechsel- und Inspektionsintervalle, nämlich nur alle 30 000 respektive 60 000 Kilometer. Die selten erforderlichen Wartungseingriffe lassen die Kosten deutlich absinken, geben aber auch den Blick frei auf jene Werkstattaufenthalte, die unumgänglich waren.

Dabei entpuppen sich die Knarrgeräusche im Bereich des Vorderwagens, die bei Lastwechseln auftreten, noch als harmlos. Der Kühlmittelbehälter hat sich gelöst und Töne von sich gegeben. Bei knapp 43 000 Kilometern erzwingt Wasser in den Heckleuchten einen neuen Werkstattbesuch, sie müssen erst bestellt und dann getauscht werden. Nichts Dramatisches, ebenso wenig wie der Bremsbelagwechsel vorne kurz vor Erreichen der halben Dauertest-Distanz. Doch dann wird es ernster. Die Getriebegeräusche im fünften Gang verstärken sich.

Termin in der Werkstatt bei 52 000 Kilometern, das Getriebe soll teilrepariert werden. Ein späterer Check durch die Testabteilung zeigt über das gekennzeichnete Gehäuse, dass die Werkstatt das ganze Getriebe gewechselt hat, eine Garantieleistung, die sonst mit fast 3500 Mark zu Buche geschlagen hätte.

Nun ist Ruhe, bis neue und doch wieder alte Töne Anlass zur Sorge geben. Es sind die schon bekannten Knackgeräusche bei Lastwechseln, die endgültig eine Erneuerung des Motorlagers nach sich ziehen. Was noch folgt, sind Kleinigkeiten, auch Nacharbeiten des Sitzgestells. Der Zahnriemen des Motors bleibt drin. Auch das hält die Kostenbilanz günstig, wobei der geringe Reifenverschleiß ebenfalls eine Rolle spielt.

Der zunächst verwendete Michelin Energy weist nach 30 000 Kilometern noch eine Restprofiltiefe von vier Millimetern auf, mit den Winterreifen Semperit Top Grip und Firestone FW 930 zeigt der Peugeot auf schneeglatter Bahn gute Traktion. Allerdings könnte es innen ruhig ein bisschen wärmer werden. Die Heizung spricht spät an und hat Schwierigkeiten, den Fußraum zu temperieren.

Kein wahrer Qualitätswagen also in der Bilanz, aber ein Auto mit Qualitäten. Mit Kilometerkosten von nur 1,3 Pfennig ohne Benzin, Öl und Reifen entpuppt sich der 206 als besonders kostengünstig, wobei sich auch der Wertverlust mit rund 54 Prozent in Grenzen hält. Er hat nicht entzückt, aber auch nicht enttäuscht.

Ganz gut gebrüllt, Löwe, auch wenn es zwischendurch mal krächzt.

 

51.931 km
Der Getriebeschaden kündigt sich allmählich an, durch Laufgeräusche im fünften Gang. Ein Austauschgetriebe sorgt für Ruhe und wird als Garantiefall gewertet

68.020 km
Schwankungen der Leerlaufdrehzahl irritieren zunehmend, schließlich stirbt der Motor im Leerlauf ab. Ein neues Leerlaufregelventil behebt den auch in der Kostenbilanz harmlosen Defekt

69.315 km
Eine von Peugeot in Auftrag gegebene Rückrufaktion betrifft das Steuergerät für Seitenairbags. Auch dies führt unvermeidlich zu einem weiteren Werkstattaufenthalt

Seit Januar 2000 fahren wir einen Peugeot 206 Presence 1.4. Trotz vieler Warnungen vor französischen Automobilen kauften wir den kleinen Franzosen aufgrund des schönen Designs und des Preis-Leistungs-Verhältnisses (Radio und elektrische Fensterheber inklusive). Das Fahrzeug hat uns nach bisher 24 000 gefahrenen Kilometern bei einem Verbrauch zwischen sechs und 7,5 Litern noch nie enttäuscht, das Klappern gehört noch zum französischen Fahrgefühl, dafür aber keine außerplanmäßigen Werkstattbesuche und sehr günstige Inspektion durch freundliches Personal.
Andreas Nalbach, 68623 Lampertheim
 
Nach überaus positiven Erfahrungen mit dem Vorgänger 205 (keinerlei Ausfälle oder Reparaturen außer Verschleißteilen, Auspuffendtopf und Bremsbeläge bei 83 000 Kilometer) entschloss sich meine Mutter im März 2000 zum Neukauf eines 206 Automatik. Mittlerweile ist er zirka 12 000 Kilometer gelaufen und überzeugt durch ein hervorragendes Fahrwerk (überaus handlich und komfortabel), niedrigen Verbrauch (zirka sieben Liter im Stadtverkehr, auf Strecke um 6,5 Liter) und gutes Platzangebot. Trotz der gegenüber dem 205 sehr viel geringeren Leistung (75 PS aus 1,4 statt 102 aus 1,9 Liter) ermöglicht die autoadaptive Getriebesteuerung subjektiv gute Fahrleistungen; selten wird der Wunsch nach mehr Leistung wach. Die Automatik schaltet ruckfrei und ermöglicht eine angenehme und flüssige Fahrweise; sie errät erstaunlich schnell die Wünsche des Fahrers.
Albrecht Keller, 42929 Wermelskirchen
 
Nach wenigen Kilometern stellte ich fest, dass der fünfte Gang unter leichter Last relativ laut heulte. Ich ertrug das immer lauter werdende Getriebe noch zirka 3000 Kilometer lang, bis ich mich entschloss, das Problem bei meinem Peugeot-Händler vorzubringen. Nach einer kurzen Probefahrt stimmte mir der Meister zu und wollte versuchen, durch einen Getriebeölwechsel das Problem zu beseitigen. Natürlich war der Versuch fehlgeschlagen. Nach weiteren zirka 3000 Kilometern wurde das Getriebeheulen immer lauter und lästiger, dass ich wieder bei meiner Werkstatt landete. Die Werkstatt hatte ein Einsehen und bestellte für mich einen Reiseingenieur von Peugeot. Als dieser mit meinem 206 fuhr, bestätigte man meine Bemängelung, und man sagte mir zu, dass ich ein neues Getriebe eingebaut bekomme.
Clemens Pott 71131 Jettingen

Der Motor glänzt mit guten Verbrauchswerten (Umland und Stadt etwa 6,5 Liter. Maximal 7,4 Liter auf der Autobahn). Die Funk-Zentralverriegelung ist gut und praktisch und reicht recht weit. Die viel bemängelte französische Hupe im Lenkstock, an die ich mich gern gewöhnt hatte, wich einem festen Pralltopf-Hupdruck, den ich nicht für so praktisch halte, weil er zu fest ist und man umgreifen muss. Der Lack ist brauchbar, die Verzinkung eine gute Sache, aber Peugeot war nie ein Rostkandidat, mal sehen, was die Jahre da bringen oder ob es nötig war mit der Verzinkung. Der Wagen ist fast wartungsfrei durch lange ÖIwechselintervalle (30000 Kilometer) und keinen Olverbrauch.
Frank Stünkel, 30938 Burgwedel
 
Mein 206 in der Style-Ausstattung wurde im Oktober 2000 zugelassen, bislang habe ich 12 000 Kilometer zurückgelegt. Positiv: Der 75-PS-Motor harmoniert sehr gut mit dem Fahrzeug. Das Styling setzt Akzente und hebt sich von der Masse ab. Gute Ablesbarkeit und Bedienbarkeit der Instrumente, viele Ablagen.
Guter Geradeauslauf, Ausstattung lässt keine Wünsche offen, Benzinverbrauch 6,7 Liter auf 100 Kilometer. Negativ: Frontsitze sind umständlich zu verstellen, Ausstieg für Fondpassagiere nahezu unmöglich.
Jürgen Volkmann, 29303 Bergen

Ich habe meinen Peugeot 206 XS vor zwei Jahren als preiswerte Alternative zu VW Lupo und Polo erstanden und habe bisher 30 000 Kilometer mit ihm zurückgelegt. Dabei gab es nie Probleme mit der Zuverlässigkeit. Nur steht die Qualität des Designs in krassem Gegensatz zu seinen inneren Werten. Es rappelt, klappert und quietscht, bereits in fabrikneuem Zustand. Und gerade die Schaumstoffpolsterung der Sitze hört sich an, als ob sie schon ewig im Dienst wäre.
Andrb Busse, 34117 Kassel
 
Seit Mai 1999 fahre ich einen Peugeot 206 Presence mit 75 PS. Bisher fällt mein Urteil über dieses Fahrzeug sehr positiv aus: gutes Raumangebot, leiser Motor, leichtgängige Schaltung, recht solide Verarbeitung, gute Ausstattung und ein angemessener Verbrauch von zirka 6,5 Liter/100 km/h. Allerdings ist das Getriebe zu lang übersetzt, und ein bisweilen quietschender Keilriemen an der Servopumpe trübt ein wenig das Bild. Die bisher gefahrenen 56 000 Kilometer hat der 206 zuverlässig absolviert. Carsten Honekamp, 48683 Ahaus
Seit März 1999 fahre ich einen Peugeot 2061.4 XS mit ein bisschen Sportveredelung. Da ich Tuba spiele, welche auch nicht gerade die kleinste ist, so wie meine Körpergröße von zwei Metern genau, suchte ich ein feines kleines Auto, wo wir zwei zusammen ohne Probleme hineinpassen. Und das habe ich in meinem 206 gefunden. Mittlerweile habe ich 43 000 Kilometer zurückgelegt, und bis auf ein Softwareproblem der Einspritzanlage, hatte der Kleine noch keine Mucken.
Florian Halbich, 35305 Grünberg
 
Bis heute bin ich mit dem Peugeot 27 100 Kilometer gefahren. In den vergangenen neun Monaten war das Auto sieben Mal in der Werkstatt wegen etlicher Mängel, die meisten konnten nie abgestellt werden. Folgende Mängel traten auf: schlecht schließende Fahrertür, defekte Fernbedienung der Zentralverriegelung, Fahrzeug lässt sich nicht volltanken, wackelnder Fahrersitz, diverse Mängel am mittlerweile zweiten Radio, Klammern der Sitzbefestigung drücken durch den Bezug beider Vordersitze, Klappern verschiedener Kunststoffverkleidungen. Ein weiterer negativer Punkt ist der Service von Peugeot. Zwei verschiedene Werkstätten wurden bisher aufgesucht. Besonders im zweiten Betrieb (hier wurde das Auto nicht gekauft) herrscht scheinbar absolutes Desinteresse, was die Mängelbeseitigung angeht.
Marko Linde, 25746 Heide

Vor- und Nachteile

  • Gute Raumverhältnisse, variabler Kofferraum
  • Einfache Bedienung, übersichtliche Armaturen
  • Gutes Licht, wirksame Lüftung
  • Gute Zuverlässigkeit
  • Lange Inspektionsintervalle (60 000 km)
  • Geringer Bremsenverschleiß
  • Glasschiebedach mit großer Öffnung
  • Gutes Handling, geringe Bedienungskräfte
  • Geringer Reifenverschleiß
  • Motor bei Autobahnfahrt recht laut
  • Lenkrad nicht optimal einstellbar
  • Schwache Heizleistung im Fußraum
  • Kunststoff-Oberflächen unschön
  • Starke Windgeräusche
  • Regensensor arbeitet nicht richtig
  • Vierter und fünfter Gang sehr lang übersetzt
  • Kleiner Kofferraum
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Technische Daten
Peugeot 206 1.4 Style
Grundpreis 13.505 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3822 x 1673 x 1435 mm
KofferraumvolumenVDA 245 bis 1130 l
Hubraum / Motor 1360 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 55 kW / 75 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
Verbrauch 6,6 l/100 km
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