Peugeot 207 CC 150 THP Platinum im Test

Dach-Abitur

Foto: Hans-Dieter Seufert 12 Bilder

Das erste kleine Coupé-Cabrio von Peugeot schaffte nur die mittlere Reife. Jetzt strebt der größere 207 CC mit  vollautomatischem Variodach nach höheren Weihen. Test des Topmodells mit Turbo-Benziner und 150 PS.

Reinsetzen, Dachtaste ziehen, Film ab. Im Bordkino des Peugeot 207 CC spielt der Wagen selbst die Hauptrolle. Begleitet vom Soundtrack der Elektromotoren, läuft auf dem Bildschirm in der Mittelkonsole jene Strip-Show ab, die sonst nur die Zuschauer zu sehen bekommen: Heckdeckel nach oben, Dachteile von der Frontscheibe lösen, Schwenk der beiden Elemente in den Kofferraum, Deckel schließen, fertig.

Dass die Insassen diese Verwandlung jetzt sogar als Kurzfilm in Echtzeit von 25 Sekunden erleben können, ist nur einer der Vorzüge des neuen Cabrio- Coupés. Auch der Bedienkomfort hat gewonnen, weil das Dach nun ohne zusätzlichen Handgriff vollautomatisch öffnet oder schließt. Vor allem bot der Modellwechsel vom 206 zum 207 die Chance, die bislang reichlich windige Karosserie zu versteifen und die etwas pummelige Linie zu strecken.

Mit Erfolg, wie nicht nur die spürbar gereifte Qualität und Solidität zeigen. 20 Zentimeter mehr Länge und acht Zentimeter mehr Breite sowie das weit aufgerissene Maul untermauern die Abkehr vom Girlie-Spielzeug. Erhalten blieben freilich das hohe Heck und die weit nach hinten ragende Frontscheibe, um die versenkbaren Dachteile möglichst kompakt zu halten. Verschärft wird die schlechte Übersicht von den extrem flachen A-Säulen, die speziell bei Kurvenfahrt stören. Selbst beim Raumangebot darf man trotz der größeren Dimensionen keine Wunder erwarten.

Die beiden Rücksitze taugen weiterhin nur als zusätzliche Ablage, und fürs Reisegepäck steht sogar weniger Kofferraum bereit als zuvor: Statt 175 (offen) oder 410 Liter (geschlossen) sind es hier gerade mal 145 und 370 Liter. Da haben es die Vornsitzenden auf ihren großen, gut geformten Sesseln ungleich besser, zumal der obere Scheibenrahmen nun mehr Abstand zu den Köpfen hält und sie vor heftigen Stürmen im Cockpit bewahrt.

Im Schutz von Seitenfenstern und Windschott (260 Euro) zupft nur noch ein laues Lüftchen am Haupthaar. Bei Bedarf schaffen Zweizonen-Klimaautomatik und Sitzheizung einen wohltemperierten Mikrokosmos – in der Topversion Platinum ebenso serienmäßig wie 17-Zoll-Alufelgen, MP3-fähiges CD-Radio oder feine Gerbware mit kontrastfarbenen Ziernähten.

Sogar das Armaturenbrett lässt sich auf Wunsch beledern, doch schon das Chrom- und Aludekor sowie die weichen Oberflächen heben das Wohlbefinden. Wegen der üppigen Versteifungen und Sicherheitsausstattung bis hin zu Knieairbags und ausfahrbaren Überrollbügeln brachte der Testwagen allerdings stramme 1436 Kilogramm auf die Waage. Angesichts der vielen Pfunde wirkt der Griff zum stärksten Motor keineswegs übertrieben.

Schließlich bietet der aufgeladene 1,6-Liter-Benziner mehr Leistung (150 PS), aber kein höheres Drehmoment als der gleich große HDi- Diesel (240 Nm). Mit Direkteinspritzung, variablen Steuerzeiten und einem zweiflutigen THP-Lader (Turbo High Pressure) soll der Vierventiler niedrige Verbräuche und CO2-Emissionen mit gutem Ansprechen und Temperament verbinden – kein leeres Versprechen, wie der spritzige Antritt aus niedrigen Drehzahlen und der stämmige Durchzug zeigen.

Zusammen mit seiner guten Laufruhe wird das Offenfahren zu einer kultivierten Angelegenheit, die ja ohnehin meist bei Teillast stattfindet. Da kommt man mit sieben Liter Superbenzin pro 100 Kilometer aus, während sich der Verbrauch im Testmittel bei 8,9 Liter einpendelte. Gerade bei hohem Tempo mit geschlossenem Dach wäre ein sechster Gang hilfreich, auch um das Geräuschniveau etwas zu senken.

Dabei wirkt der 207 CC trotz des beim THP straffer abgestimmten Fahrwerks keinesfalls unkomfortabel. Besonders lange Bodenwellen steckt die Federung gelassen weg, nur der Abrollkomfort und die Absorption von Querfugen könnten besser sein.

Im Gegenzug erobert er städtische Reviere ebenso flott und sicher wie gewundene Landstraßen, obwohl die elektrische Servolenkung mit ihrer synthetischen Rückmeldung nicht eben eine saubere Linie fördert. Bei harten Lastwechseln neigt das Heck auch mal zum Zucken, doch das serienmäßige ESP greift so zuverlässig ein wie die kräftigen Bremsen.

Ein gereifter Luftikus also, dieser Peugeot, der zwar manche Flausen abgelegt hat, aber deshalb in Anschaffung, Inspektions- und Versicherungskosten nicht gleich zu den Großen zählt. Da bleibt sogar noch Geld für einen Kinobesuch, wenn man sich an der Nummer mit dem Dach-Strip sattgesehen hat.

Fazit

Das gute Platzangebot vorn, die komfortable Federung, ein kultivierter Motor und ein günstiger Grundpreis sprechen für den 207 CC. Allerdings lässt der kleine Kofferraum zu wünschen übrig.

Technische Daten
Peugeot 207 CC 150 THP Platinum
Grundpreis 25.050 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4037 x 1750 x 1397 mm
KofferraumvolumenVDA 145 bis 370 l
Hubraum / Motor 1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 110 kW / 150 PS bei 5800 U/min
Höchstgeschwindigkeit 220 km/h
0-100 km/h 8,9 s
Verbrauch 7,3 l/100 km
Testverbrauch 8,9 l/100 km
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