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Range Rover Velar 3.0 D300 4x4 (2017) im Test

Dreiliter-V6 Nobel-Offroader mischt SUV-Sparte auf

Range Rover Velar, Exterieur Front Foto: Hans-Dieter Seufert 15 Bilder

Mehr Crossover als SUV: Mit dem Velar erweitert Range Rover das Markenportfolio. Mit talentiertem Allradantrieb und kombigroßem Laderaum soll er die Lücke zwischen Evoque und Range Sport schließen – im Test der V6-Diesel mit 300 PS.

08.11.2017 Heinrich Lingner

Er ist kein typischer Geländewagen. Das begreifst du, wenn der Range Rover Velar neben einem Range Sport parkt. Der SUV überragt seinen neuen Markenbruder um rund 12 Zentimeter, dem Anschein nach sind es doppelt so viele. Der Velar selbst ist dabei keineswegs zierlich, mit 1,66 Metern Höhe und 4,8 Metern Länge spielt er in der Liga ausgewachsener Offroad-Kombis wie Volvo V90 Cross Country, Mercedes E All-Terrain oder Audi A6 Allroad.

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Range Rover Velar, Exterieur Front
Range Rover Velar (2017) zeigt im Test was er kann Dreiliter-V6 Nobel-Offroader mischt SUV-Sparte auf
auto motor und sport 21/2017
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Range Rover Velar, Exterieur Front Foto: Hans-Dieter Seufert
Seit 10. August 2017 ist der Range Rover Velar zu haben. Er reiht sich in das Segment der Crossover-SUV-Kombis ein.

Schotter ist ohnehin kein Thema, der sollte nicht zu knapp vorhanden sein, wenn es ein Velar sein darf. Zwar soll er eigentlich die Modellpalette zwischen Evoque und Sport etwas auspolstern, doch beim Preis orientiert er sich eher am oberen Ende der Lücke: Er ist ab 56.400 Euro zu haben, ein D300 mit 300 PS starkem Diesel-V6 ist ab 66.400 Euro zu erwerben, und der Testwagen in Firenze-Rot und mit der SE-Ausstattung sowie einer stattlichen Liste an weiteren Sonderausstattungen stellt einen Gegenwert von 103.803 Euro dar.

Womit wir nun endlich beim Testen angekommen sind. Die normalerweise versenkten Türgriffe fahren raus, Tür auf, einsteigen. So weit alles Routine. Etwas weniger Routine ist, was der Tester im Interieur vorfindet: duftendes Windsor-Leder im Farbton Vintage Light Oyster, ebenholzschwarze Einlagen, ein cooles, aufgeräumtes Cockpit – alles handwerklich extrem sauber verarbeitet, stilsicher und aus hochwertigen Werkstoffen zusammengesetzt. Das passt schon mal. Da fällt es ziemlich schwer, sich nicht sofort verzaubern zu lassen, nachdem du hier Platz genommen hast. Die oysterfarbenen Sitze sehen nicht nur gut aus, sie sind sehr kuschelig und bieten zudem genügend Seitenhalt beim schnellen Kurvenfahren.

Mit dem Velar stellt Land Rover ein neues Bediensystem vor, es wird uns in ähnlicher Form noch in kommenden Modellen der Marke begegnen. Und dieses ist – so viel vorweg – durchaus anspruchsvoll. Zwar sieht alles sehr gut aus und weckt bei Technikfans spontan das Interesse, sich damit zu beschäftigen. Doch die Bedienung der meisten Fahrzeugfunktionen mittels der beiden Touchscreens ist ganz schön komplex. Da wünscht sich mancher einen Copiloten an Bord, der sich mit durch die Screen-Menüs toucht.

Range Rover Touch Pro Duo

Gerade die beiden Touch-Bildschirme in der Mittelkonsole wirken sehr cool, speziell ihre Bedienung erfordert jedoch mehr Aufmerksamkeit, als man als Fahrzeugführer eigentlich übrig haben sollte. Es ist ja auch nicht so, dass sie es bei Range Rover nicht geahnt hätten. Den entsprechenden Kapiteln in der Bedienungsanleitung ist eine Warnung vorangestellt: „Die unteren Touchscreen-Bedienelemente während der Fahrt nicht bedienen und keine Ablenkung des Fahrer zulassen.“ Gut zu wissen.

Range Rover Velar, Interieur Foto: Hans-Dieter Seufert
Range Rover Touch Pro Duo: So heißt das neue Bediensystem aus dem aus dem Hause Land Rover. Der XL-Touchscreen in der zweiten Reihe sticht sofort ins Auge.

Da es ohnehin eher weniger oft genutzte Funktionen wie das komplexe Allradsystem All Terrain Progress Control betrifft, kann man mit dieser Einschränkung gut leben. Andererseits erfordert selbst das Aufrufen viel alltäglicherer Vorgänge erhöhte Aufmerksamkeit.

Etwa die Eingabe eines neuen Navigationsziels. Umso unverständlicher, dass diese Funktion bei der Sprachbedienung ausgespart wurde. So kann man zwar in der Mediathek des angekoppelten Smartphones per Sprachbefehl etwa zwischen Pink-Floyd- und Jackson-Browne-Alben hin- und herswitchen, nicht jedoch ein neues Ziel aussuchen. Und selbst wenn das Ziel eingestellt ist, ist manches anders als gewohnt. So zeigt die Pfeilanzeige im Zentraldisplay bei Stadtgeschwindigkeiten bewusst erst relativ spät das nächste Abbiegemanöver an, um den Fahrer nicht zu irritieren. Der akustische Abbiegehinweis kommt dafür früher.

Reisewagen mit ordentlich Dampf

Genug infotaint, konzentrieren wir uns aufs Fahren, das liegt dem Velar. Okay, sooo überraschend ist das nicht, immerhin basiert er auf der Plattform des etwas kompakteren Jaguar F-Pace, und der stellt sich auf Asphalt bekanntermaßen prima an. Der Velar übernahm diese Kompetenz. Jedenfalls dann, wenn man beim Bestellen den richtigen Motor angekreuzt hat, nämlich den 300 PS starken V6-Diesel. Damit hämmert der Range unter sieben Sekunden auf 100 km/h, den landstraßenrelevanten Spurt von 80 auf 120 km/h absolviert er in 4,5 Sekunden.

Das widerspricht freilich ein wenig dem Naturell des Velar als kommodem, entspanntem Reisewagen. So nutzt man die gebotene Power nicht oft, es ist jedoch schön, dass sie abrufbar ist. Dazu passt auch das insgesamt sehr niedrige Geräuschniveau im Range, nur bei Volllast wird das Timbre des V6 etwas herber.

Wie gewohnt übrigens sämig und makellos: die Zusammenarbeit des Triebwerks mit der ZF-Achtgangautomatik, sie schaltet stets passend und beinahe unmerklich.

Erlkönig Range Rover Velar SVRV8-Power für SUV-Coupé

Auf Landstraßen reicht ohnehin meist weniger als Halbgas, großartiges Herunterbremsen vor Kurven ist unnötig, so behände wie der Brite durch Biegungen aller Art schwingt. Was auch an seiner sehr feinen Lenkung liegt: Die spricht harmonisch und sehr weich an, ohne deswegen unpräzise zu sein oder zu wenig Gefühl für die Vorderräder zu vermitteln. Sie bleibt stets unauffällig im Hintergrund, macht es dem Piloten einfach, den Velar genau dorthin zu positionieren, wo er hinsoll. Dabei bleibt er neutral auf Kurs, Traktion ist ohnehin kein Thema. Nur in schnellen Wechselkurven wankt der große Wagen etwas, eigentlich kein Wunder bei der komfortablen Abstimmung und dem genretypisch hohen Schwerpunkt. Apropos Abstimmung: Die Luftfedern (Serie beim V6-Diesel) sind zwar nicht supersoft, und die 20-Zöller könnten etwas geschmeidiger abrollen, dennoch ist der Reisekomfort hervorragend. Kurze und lange Wellen überschwebt der Velar gekonnt.

Und da wir schon erzählen, was der Velar besonders gut kann, müssen die Bremsen erwähnt werden. Die haben beim Temperament und dem Gewicht (2.130 kg) des Wagens Schwerstarbeit zu verrichten, und das tun sie hervorragend. Sauber ansprechend und vehement verzögern sie die Fahrt, rund 35 Meter aus 100 km/h und 60 Meter aus 130 km/h sind nicht nur für einen geländetauglichen Crossover top. Auch da macht der Velar also mächtig Eindruck.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • großzügiges Raumangebot für Passagiere und Gepäck
  • exzellente Verarbeitung
  • sehr hochwertige Werkstoffe
  • nobles Ambiente
  • tolles Soundsystem
  • hohe Ladekante
  • verschmutzungsempfindliche Polster
  • sehr komplexe Bedienung per Touchscreen mit gewöhnungsbedürftiger Menüstruktur
Fahrkomfort
  • sehr guter Federungskomfort
  • bequeme Sitze
  • niedriges Geräuschniveau
  • zum Teil grobes Abrollen
Antrieb
  • kultivierter, leiser Sechszylinder-Diesel
  • schnell und weich schaltende Automatik
  • hoher Verbrauch bei schneller Autobahnfahrt
Fahreigenschaften
  • neutrales, sicheres Fahrverhalten
  • angenehm harmonisch ansprechende Lenkung
  • transaktionsstarker Allradantrieb
  • leichte Wankneigung
Sicherheit
  • exzellente Bremsen
  • sehr umfangreiche Sicherheitsausstattung
  • keine Gurthöhenverstellung
Umwelt
  • vergleichsweise niedriger CO2-Ausstoß
  • hohes Leergewicht
Kosten
  • angemessener Testverbrauch
  • vermutlich hohe Wertstabilität
  • sehr hoher Neupreis
  • ungünstige Versicherungseinstufung

Fazit

Eigentlich verdient der Velar fünf Sterne, weil er ein grandioses Auto ist, zu dem es keinen echten Konkurrenten gibt. Doch die Bedienung fordert schon einiges vom fahrer – eben auch Aufmerksamkeit.

Technische Daten
Range Rover Velar D300 SE
Grundpreis78.600 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4803 x 1930 x 1685 mm
KofferraumvolumenVDA673 bis 1731 l
Hubraum / Motor2993 cm³ / 6-Zylinder
Leistung221 kW / 300 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit241 km/h
0-100 km/h6,7 s
Verbrauch6,4 l/100 km
Testverbrauch8,9 l/100 km
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    tolles Auto mit tollem Design

    VW-Fan 11. Februar 2018, 15:40 Uhr
    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
    Neues Heft auto motor und sport, Ausgabe 21/2017, Heftvorschau
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