Renault Twingo TCe 90, Exterieur Hans-Dieter Seufert
Renault Twingo TCe 90, Exterieur
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Renault Twingo TCe 90, Exterieur
Renault Twingo TCe 90, Interieur 9 Bilder

Renault Twingo TCe 90 im Test

Modellgepflegter Basis-Twingo ohne Klimbim

Renault pflegt den Twingo – ein klein wenig. Der bleibt ein wenig klein, ist in der Stadt damit aber ein Großer. Test.

Das niederschmetterndste Urteil für alle Sänger/Bäcker/Dichter/Autoentwickler ist, zu hören: „Was Sie früher gemacht haben, fand ich besser.“ Damit willkommen in der Welt des Twingo, dessen größter Makel für viele darin besteht, anders zu sein als das Urmodell von 1992.

Einer Idee ewig treu zu bleiben, muss aber nicht besser sein. Da erinnern wir gern an Udo Jürgens, von dem die Weisheit stammt, Treue sei keine Frage der Moral, sondern der Chancen. Bei Renault haben sie die bei der dritten Twingo-Generation darin gesehen, den Kleinwagen mit Smart zu einem viertürigen Heckmotorwagen umzumodeln. Dass die Stürme der Begeisterung beim Debüt 2015 recht flau auffrischten, lag eher an falschen Erwartungen als an seinem Konzept. Anders als manche seiner Rivalen hat der Twingo nämlich ein eigenes: Er will das talentierteste Stadtauto überhaupt sein.

Es geht rund auf 8,9 Metern

An dieser Idee hält er natürlich auch nach der Modellpflege fest, die ihm neben kleinen kosmetischen Korrekturen und einem neuen Infotainment vor allem eine neu durchsortierte Motorpalette einbringt. Den Einliter-Saugbenziner gibt es nun statt in einer in zwei Leistungsstufen – 65 und 73 PS. Der 0,9-Liter-Turbo erstarkt um drei auf 93 PS. Alle drei Dreizylinder kommen ohne Direkteinspritzung und damit ohne Partikelfilter zur Erfüllung der Euro 6d-Temp aus.

Der Turbo legt beherzt los, tourt trommelig-quirlig durch die fünf etwas hakelig schaltbaren Gänge. Er verschafft dem Renault Twingo mit der nun kompetenteren Federung gar etwas Talent für weitere Strecken. Womöglich verleitet auch die Tatsache, dass es bald ein Navi geben wird, dazu, sich statt nur zum Supermarkt/Kindergarten/Flötenvorspiel mal zu Zielen jenseits der Stadtmauern aufzumachen.

Renault Twingo TCe 90, Exterieur
Hans-Dieter Seufert
Da er so klein und schmal ist, werden enge Straßen breit und es kommt trotz der Beschaulichkeit der Geschwindigkeit gar ein Gefühl von Rasanz auf.

Zwar zeigt sich beim eher betulichen Handling und der kurbelig-gefühlskalten Lenkung, dass ein Heckmotor allein noch keinen Porsche macht. Aber so unvergnüglich ist das nicht, mit dem Renault Twingo über Land zu wuseln. Da er so klein und schmal ist, werden enge Straßen breit und es kommt trotz der Beschaulichkeit der Geschwindigkeit gar ein Gefühl von Rasanz auf. Aber klar, so richtig brilliert er in der Stadt, in der er mit nur 8,9 Metern Wendekreis in schmalen Gassen in einem Zug dreht und sich in enge Parklücken rangieren lässt.

Dafür allein muss es aber nicht das festlich ausstaffierte, in Preis wie Verbrauch (7,0 Liter auf 100 Kilometer im Test) keineswegs zurückhaltende Topmodell sein. Ein Basis-Twingo ohne Klimbim reicht – so fanden wir ihn ja auch schon früher am besten.

Fazit

Die Motoren sauberer, das Infotainment vernetzter, dazu findet die Einfachheit der Möblierung einen solideren Rahmen. In der Stadt ist er besonders, auf Langstrecken etwas talentiert.

Technische Daten

Renault Twingo TCe 90 Intens
Grundpreis 15.890 €
Außenmaße 3615 x 1647 x 1541 mm
Kofferraumvolumen 174 bis 980 l
Hubraum / Motor 898 cm³ / 3-Zylinder
Leistung 68 kW / 93 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 165 km/h
0-100 km/h 13,0 s
Verbrauch 5,0 l/100 km
Testverbrauch 7,0 l/100 km
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