Renault Twingo und Seat Mii im Vergleich

Große Kleine, die Spaß machen

Renault Twingo, Seat Mii, Frontansicht Foto: Ingolf Pompe 26 Bilder

Dimensionen sind unwichtig, wenn es darum geht, wie großartig ein Auto sein kann. Mit dem neuen Twingo will Renault genau das beweisen. Erster Vergleich mit dem Seat Mii.

Ist nun mal so: Irgendetwas passiert mit dem Fahrer, sobald er sich hinter das Steuer eines Kleinstwagens setzt. Er fühlt sich anders als hinter dem Steuer einer Limousine oder eines großen SUV. Weniger erwachsen? Weniger ernst? In einem sympathischen Kleinstwagen ist plötzlich egal, was alle anderen fahren. Kaum eine andere Fahrzeugklasse bietet so viel Auto und braucht dabei so wenig Raum. Könnten Kleinstwagen Emotionen haben, sie wären wohl immer glücklich.

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Seit seiner Premiere 1992 verkörpert der Renault Twingo diese quirlige Persönlichkeit wie kein Zweiter in seiner Fahrzeugklasse. Auch in der Folgegeneration behält er diesen Charme, obwohl sie weniger grell und unorthodox daherkommt. Nach nunmehr sieben Jahren folgt im September die dritte Generation. Konkurrenzlos kann der Franzose das Segment allerdings nicht für sich vereinnahmen. Modelle wie der Seat Mii, der sich die Plattform mit dem VW Up teilt, besitzen inzwischen viele der klassischen Twingo-Tugenden. Der Seat verfügt sogar über etwas, das dem Renault bisher fehlte: vier Türen. Dass er die nun auch hat, fällt auf den ersten Blick kaum auf. Die Türgriffe sind in der Fensterlinie versteckt, wodurch die Fondtüren unauffällig in den Seiten verschwinden und der Eindruck eines Zweitürers entsteht.

Das ist bei Weitem nicht die einzige Neuerung, denn die Franzosen entwickeln den Renault Twingo mit einem starken Partner. 2010 beschloss Renault-Nissan eine strategische Allianz mit Daimler, weshalb Twingo und Smart nun auf der gleichen Plattform aufbauen. Nirgendwo werden die Auswirkungen dieser Partnerschaft deutlicher als bei der Anordnung des Motors.

Renault Twingo mit Heckmotor

Den Motor haben die Ingenieure beim Renault Twingo ins Heck verpflanzt. Unter der Fronthaube sitzen einzig die Behälter für Kühl-, Brems- und Scheibenwischflüssigkeit sowie die Batterie. Das Kofferraumvolumen schrumpft folglich um 11 Liter. Das klingt nach wenig, ist aber nur die halbe Wahrheit, denn die Lehne der Rückbank kann verstellt werden. Bringt man sie in eine angenehme, weniger steile Sitzposition, schrumpft der Platz im Kofferraum auf 184 Liter, spürbare 46 Liter weniger als beim Vorgänger.

Auch im Vergleich zum Mii ist das mau. Obwohl dessen Gepäckraum schmal ausfällt, verbirgt sich unter dem herausnehmbaren Boden zusätzlicher Stauraum – insgesamt 251 Liter. Beide warten bei umgelegter Rückbank mit ebenen Ladeflächen auf. Was der Renault Twingo indes durch kleineren Kofferraum einbüßt, macht er mit seiner Durchladefunktion wieder wett. Der Beifahrersitz klappt dabei flach nach vorn. Somit können Gegenstände bis 2,20 Meter Länge transportiert werden. Für weitere Kleinigkeiten findet sich in Fächern unter den Rücksitzen und in der Mittelkonsole Platz.

Kleiner Wendekreis beim Twingo

An dieser Stelle ist es allerdings vorbei mit den wirklich großen Unterschieden, denn nüchtern betrachtet sind beide funktionale kleine Autos mit ausreichend Variabilität und nahezu identischen Abmessungen. Der Renault Twingo ist drei Zentimeter länger, sieben Zentimeter höher und einen Zentimeter schmaler als der Mii. Mit bloßem Auge ist das nicht zu erkennen. Erst beim Rangieren mit dem sportlich-griffigen Twingo-Lenkrad fällt die beachtliche Wendigkeit auf. Durch die Heckmotor-Bauweise können die Räder weiter einschlagen als gewöhnlich. Das Resultat: Der Renault schafft einen Wendekreis von nur 8,65 Metern – 1,15 Meter weniger als der Seat. Zudem integriert der Twingo seinen Fahrer wesentlich besser in das Cockpit.

Während man im Mii zum Wechseln der Gänge und Bedienen der Mittelkonsole nach unten und weit vorn greifen muss, umschließt der Renault Twingo die Passagiere. Dabei sitzt der Fahrer ebenso erhöht wie im Seat, thront aber nicht über den Armaturen. Was die Qualität der Materialien angeht, macht der Twingo einen soliden Eindruck, bis man zum Schließen der Tür an die Türinnenverkleidung greift. Das dünne Plastik gibt unter den Fingerkuppen nach wie ein Basketball mit wenig Luft. Bis zur Serienreife kann – und sollte – sich das aber noch ändern.

Das Innenraumdesign des Mii fällt dagegen schmucklos, aber solide aus. Seine Schwächen liegen an anderer Stelle. So braucht es beispielsweise zum Einlegen des Rückwärtsgangs mehrere knarzende Versuche. Im Twingo bewegt sich der Schalthebel direkt und knackig durch kurze Gassen. Ob die sportliche Getriebekonfiguration des Prototypen auch in den Serienfahrzeugen beibehalten wird, steht allerdings noch nicht fest. Sicher ist bisher nur, dass der Twingo über serienmäßiges LED-Tagfahrlicht, einen Spurhalteassistenten, das Renault R-Link Multimedia-System, und zwei Motorvarianten mit Start-Stopp-Automatik verfügen wird: beides Dreizylinder-Benziner, mit 70 und 90 PS. Damit leistet der Renault Twingo in der Topmotorisierung 15 PS mehr als der Seat Mii.

Leistung spielt allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Am Steuer eines großartigen Kleinen geht es vor allem um das Gefühl, das den Fahrer vereinnahmt, und das ist beim schrilleren Twingo stärker als beim nüchternen Mii.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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