Saab 9-5 2.3t Kombi SE im Test

Der etwas andere Elch-Test

Foto: Saab

In ganz Europa waren die auto motor und sport-Tester mit dem Saab 9-5 2.3t Kombi rund zwei Jahre lang unterwegs. Dabei lernten sie besonders seine Zuverlässigkeit, den Langstreckenkomfort und das Raumangebot schätzen.

Schwedische Autos gelten im Allgemeinen als zuverlässig, robust und sicher. Dass dieses Urteil, das in der Vergangenheit durchaus reale Grundlagen hatte, nicht immer die ganze Wahrheit widerspiegelt, zeigte das desaströse Abschneiden eines Saab 900 im auto motor und sport-Dauertest vor rund sechs Jahren. Von Robustheit keine Spur. Das einzig Zuverlässige war das regelmäßige Auftreten von Störungen.

Beim aktuellen Dauertest-Saab, einem 9-5 Kombi mit dem 170 PS starken 2,3-LiterTurbomotor, sieht die Sache wieder besser aus. Die Eintragungen in den Bordkarten weisen nicht auf Pannen oder Mängel hin, sondern ungewöhnlich häufig auf die hervorragende Eignung als angenehmer Reisewagen.

So bietet der Saab neben dem großzügigen Raumangebot und den bequemen Sitzen vorne und im Fond auch einen guten Federungskomfort. Der verschlechtert sich dank der automatischen Niveauregulierung an der Hinterachse – sehr empfehlenswert auch bei der Nutzung als Zugwagen – selbst bei Ausschöpfen der möglichen Zuladung nicht. Die einzige Einschränkung im Kapitel Federungskomfort: Auf langen Bodenwellen wird der Kombi zu deutlichen Vertikalbewegungen angeregt.

Zum Wohlbefinden auf großer Fahrt gehört auch ein gutes Klima. Zu diesem Punkt äußern sich die meisten Fahrer ebenfalls positiv. Die bei der SE-Ausstattung serienmäßige Klimaautomatik überzeugt mit guter Wirkung und zugfreier Arbeitsweise.

Trotz Außentemperaturen von zum Teil über 35 Grad verhindert die Anlage so auch, dass die Passagiere auf der Anreise zum Lago Maggiore an einem heißen Frühsommertag zerfließen wie Schokohasen in der warmen Ostersonne. Schwierigkeiten bereitet nur die Regulierbarkeit der Klimaanlage, weil die Temperatureinstellung öfter nachjustiert werden muss. Auch die Heizung überzeugt: Im Winter sorgt sie schnell für einen wohlig-warmen Innenraum.

Der Saab Kombi, der von drei Vierteln aller 9-5-Käufer bevorzugt wird, zählt mit seinem schrägen Heckabschluss eher zur Kategorie der Lifestyle-Kombis, bei denen es nicht auf den letzten Liter Ladevolumen ankommt. Trotzdem war er häufig die erste Wahl, wenn es ums Verreisen mit großem Gepäck ging. Solchen Ambitionen kommt der Saab schließlich mit einem gut nutzbaren Gepäckraum entgegen.

In dem Fach unter dem stabilen Laderaumboden finden beispielsweise Wanderstöcke und -schuhe sowie Inline-Skater samt dazugehörender Schutzausrüstung und sonstiger Kleinkram Platz, der sonst immer irgendwo lose im Auto herumfliegt.

Als sehr einfach erweist sich das Umklappen der Rücksitzbank. Die hinteren Kopf stützen bleiben dabei an ihrem Platz. Der stählerne Unterbau der hochgestellten Sitzflächen schützt die Vordersitze vor rutschendem Gepäck.

Außerdem ergibt sich eine lange und topfebene Ladefläche, auf der zwei Mountainbikes mit demontierten Vorderrädern aufrecht stehend transportiert werden können. Dabei bleibt sogar noch genügend Platz für weiteres, umfangreiches Gepäck. Die sehr solide, aber auch sperrige, zweifach klappbare Laderaumabdeckung muss dann aber zu Hause bleiben.

Hohe Zuladung stellt für das kraftvoll durchziehende Turbo-Triebwerk normaler weise kein Problem dar. Lediglich im oberen Geschwindigkeitsbereich keimt der Wunsch nach etwas mehr Leistung auf, weil sich die lange Übersetzung des fünften Ganges dämpfend auf das Temperament des Motors auswirkt. Diesem Wunsch hat Saab zum Modelljahr 2001 entsprochen und bietet seit August 2000 den 2,3-LiterMotor mit 185 PS an.

Der Testwagen leidet zudem gegen Ende der Dauertestdistanz offenbar an Muskelschwund. Die anfangs ermittelten Fahrleistungen erreicht er bei der Abschlussmessung nicht mehr. Das betrifft vor allem die Höchstgeschwindigkeit, die mit 212 km/h deutlich unter der bei der Eingangsmessung bestätigten Werksangabe von 225 km/h liegt.

Wer den Saab häufig in diesen Bereichen bewegt, braucht sich über Verbrauchs werte um 15 Liter auf 100 Kilometer nicht zu wundern. Andererseits lässt sich mit etwas Zurückhaltung, etwa beim Dahinrollen auf tempolimitierten Autobahnen, auch die Zehn-Liter-Marke unterbieten.

Im Durchschnitt über die gesamte Testdistanz ergeben sich 11,2 Liter – deutlich mehr als beispielsweise beim Mercedes E 230 im auto motor und sport-Dauertest, der trotz Automatikgetriebe nur 9,9 Liter benötigte.

Der hohe Kraftstoffverbrauch treibt die Kilometerkosten in die Höhe. Außerdem verschlechtern teures Öl (0 W 40, über 35 Mark pro Liter) und kurze Wechselintervalle (alle 20 000 Kilometer) die Bilanz. Die Gesamtkosten pro Inspektion bleiben dabei jedoch im Rahmen.

Ein Ausgleich für die hohen Kilometerkosten stellt der geringe Wertverlust dar, der sich mit knapp 47 Prozent exakt auf dem Niveau des BMW 5231 bewegt und in dieser Klasse nur vom Mercedes E 230 unterboten wird. Der gute Allgemeinzustand des Saab bei Testende sorgt für die hohen und dicht beieinander liegenden Einschätzungen von Dekra und DAT.

Die Lackierung hat unter den häufigen Maschinenwäschen nicht gelitten und kaum an Glanz verloren. Der Innenraum zeigt selbst nach 100 000 Kilometern kaum Verschleißspuren und präsentiert sich fast neuwertig.

Ständiger Kritikpunkt über die gesamte Dauertestdistanz bleiben aber die penetranten Ausdünstungen der serienmäßigen Lederausstattung. Sogar nach Verlassen des Autos bleibt man davon nicht verschont, weil der Geruch sich in der Kleidung festgesetzt hat.

Darüber hinaus sorgen Kleinigkeiten für einen nicht immer reibungslosen Umgang mit dem 9-5. Ganz oben auf der Ärgernis-Liste steht die klobige Fernbedienung für die Zentralverriegelung im Format eines Schweizer Offiziersmessers. Dicht gefolgt von der nur separat zu entriegelnden Heckklappe, die sich zudem nach einer bestimmten Zeit immer wieder selbst verriegelt.

Im Innenraum gibt es für einen Reisewagen zu wenig Ablagen, wobei die vorhandenen Fächer zu klein sind. Ebenfalls nicht praxisgerecht sind die schwergängigen Lenkstockhebel und teilweise vom Lenkrad verdeckte und unbeleuchtete Schalter.

Eine Saab-Spezialität ist das auf dem Mitteltunnel platzierte Zündschloss, aus dem sich der Schlüssel nur bei eingelegtem Rückwärtsgang abziehen lässt. Das erfordert zwar einige Gewöhnung, ist aber keine schlechtere Lösung als die konventionelle Anordnung rechts vom Lenkrad.

Und außerdem ist es der Ausdruck einer Individualität, welche von den Saab-Fahrern sehr hoch eingeschätzt wird, wie auch die Leserzuschriften zum Saab-Dauertest zeigen. Allerdings spricht noch mehr für den Saab.

Im Vergleich zum Saab 900-Dauertest beweist der 9-5 eine beträchtlich gesteigerte Zuverlässigkeit. Zwar musste auch er neben den planmäßigen Wartungen vier Mal in die Werkstatt, liegen geblieben ist der Saab aber nie.

Einmal versagt die Fernbedienung für die Zentralverriegelung ihren Dienst, worauf der Sender auf Garantie erneuert wird. Zwei Mal schlägt die Warnleuchte des Motor-Managements Alarm, obwohl das Laufverhalten des Triebwerks keine Störung erkennen lässt.

Zunächst wird daraufhin der Luftmassenmesser ersetzt. Das bringt aber nur kurzzeitig Besserung. Wenig später signalisiert die Motor-Warnleuchte erneut einen Fehler.

Als Ursache ermittelt die Werkstatt diesmal Feuchtigkeit, die ins Motor-Steuergerät eingedrungen war. Nach Angaben der Werkstatt soll dieser Fehler eine ganze Serie von Steuergeräten betroffen haben und bei Saab Deutschland bekannt gewesen sein.

Trotzdem gab es keinen offiziellen Rückruf. Der schwedische Hersteller beschränkt sich darauf, erst bei Kunden-Reklamationen die betroffenen Steuergeräte auszutauschen.

Nach vier Fünftel der Gesamt-Distanz kündigt sich ein weiterer Werkstattbesuch an. Bei rollendem Auto kann nicht mehr vom dritten in den zweiten Gang zurückgeschaltet werden. Eine neue Schaltstangenführung behebt diesen Fehler zwar, verbessert jedoch nicht die von Beginn an hakelige Schaltung.

Das ändert aber nichts am überwiegend positiven Fazit, zu dem auch die meisten Saab 9-5 fahrenden Leser in ihren Zuschriften kommen. Saab hat in den vergangenen sechs Jahren offensichtlich hart gearbeitet, um dem Image vom soliden und zuverlässigen Schweden wieder gerecht zu werden.

Spirit of Saab neu entfacht. Die Saab aus Trollhättan sind einfach was für Menschen mit Autoverstand. Es macht ungeheure Freude, auf jedem Kilometer schwedische Ingenieurskunst im wahrsten Sinne des Wortes zu erfahren. Das Sicherheitskonzept steht an erster Stelle, aber auch Detaillösungen beim 9-5 Kombi begeistern. GM hat sicherlich das Geld in Schweden gut angelegt- ich auch.
Gerhard Heuner 33104 Paderborn
 
Nach mehr als einem Jahr und über 30 000 Kilometer mit dem Saab 9-5 Kombi sind, wie auch schon bei den Vorgängermodellen, keinerlei Beanstandungen zu verzeichnen. Lediglich ein stark schwankender Benzinverbrauch - zwischen 8,5 und 14 L1100 km bei gleicher Fahrweise, den gleichen Strecken und mit dem selben Fahrer -, der angeblich nicht zu korrigieren ist, gibt zu denken.
Wilkin Spitta,94553 Loham1Mariaposching

Seit November 1999 fahren wir in unserer Firmenflotte neben diversen so genannten Premium-Automobilen einen Saab 9-5 Kombi 2.3t. Wir legten seitdem 20 000 Kilometer zurück und sind restlos begeistert. Verarbeitungsqualität, Langstreckenkomfort und praktische Details zählen zum Besten, was man sich denken kann. Renommierte deutsche Hersteller sollten sich an dieser Marke und dem gebotenen Service orientieren und sich wieder darauf besinnen, woher ihr Image einmal kam.
Andreas Marquarl, 66386 St. IngbertISaar
 
Der Saab 9-5 2.3 wurde im Mai 1999 als Firmenfahrzeug geleast. Der Kilometerstand beträgt heute 105 000 km. Bis auf
den Austausch des Klima-Regelmoduls waren bisher keine Reparaturen fällig. Auch die Inspektionskosten halten sich in Grenzen. Das Auto überzeugt mich täglich durch die gute Verarbeitungsqualität im Detail und die ausgesprochen zügigen Fahreigenschaften. Auch mit vier bis fünf Personen ist der Saab auf langen Strecken ein bequemer Reisewagen mit niedrigem Geräuschniveau. Zudem ist es immer etwas Besonderes, mit diesem individuellen Auto in Deutschland zu fahren. Das nächste Auto wird wieder ein Saab 9-5 sein.
Peter Kern, 47638 Straelen
 
Ich legte mit dem Saab 9-5 Kombi bisher 87 000 Kilometer zurück. Es gab drei außerplanmäßige Werkstattbesuche, bei denen zwei Mal das Elektronik-Steuergerät ausgetauscht wurde. Auf langen Strecken ist der Saab sehr angenehm zu fahren. Leider lässt die Sicherheitsausstattung einige Wünsche offen, etwa Xenonlicht und Kopfairbags. Für mich ein Grund, nach einer Alternative zu suchen. Außerdem habe ich bei jedem Service bei Saab das Gefühl, dass ich froh sein müsste, ein Auto dieser Marke fahren zu dürfen. Auto gut, Service ausreichend.
Thomas Kopke, 34329Nieste

Wir fahren seit zehn Monaten einen Saab 9-5 Kambi 2.3. Fahrverhalten, Bremsen, Straßenlage und Sicherheit sind sehr gut. Zu bemängeln ist, dass der Wagen die angegebene Höchstgeschwindigkeit nicht erreicht und der Verbrauch mit über 13 L1100 km eindeutig zu hoch liegt. Trotz mehrfacher Versuch konnte die Werkstatt dies bisher noch nicht beheben. Wir würden aber wieder einen
Saab kaufen, denn Sicherheit und Verarbeitung sind fantastisch. Ich fahre geschäftlich einen BMW 528i. Es gibt keinen Grund, der den Mehrpreis von 25 000 Mark gegenüber dem Saab rechtfertigen würde.
Klaus Kabs, 67069 Ludwigshafen
 
Seit Mai 1999 fahre ich einen Saab 9-5 2.0, bisher 65 000 Kilometer ohne jeden Defekt. Lange Strecken an die 1000 Kilometer und darüber sind bequem zu fahren. Warum fahre ich Saab 9-5? Weil ich vorher für 18 Monate einen Audi A8 TDI gefahren habe, der im Gegensatz zum Saab jede Menge Defekte hatte und einen sehr schlechten Qualitätseindruck hinterlassen hat.
Welf Vogel, 38350Helmstedt

 

74 374 km
Das Aufleuchten der Motor-Kontrolllampe deutet auf einen Defekt in der Motorsteuerung hin. Die Werkstatt lokalisiert den Luftmassenmesser als Ursache und tauscht diesen auf Kulanz aus. Ansonsten hätte diese Reparatur mit rund 478 Mark zu Buche geschlagen.
 
75 794 km

Kurz nach dem letzten Werkstattbesuch signalisiert die Motor-Kontrollleuchte erneut einen Defekt. Diesmal entpuppt sich ins Motorsteuergerät eingedrungene Feuchtigkeit als Ursache. Da der Fehler bei Saab bekannt ist, wird kostenfrei ein neues Steuergerät installiert.

82 569 km
Eine größere Getriebereparatur wird notwendig, weil bei rollendem Auto nicht mehr vom dritten in den zweiten Gang zurückgeschaltet werden kann. Daraufhin wird die Schaltstangenführung erneuert. Ohne Kulanz hätte die Reparatur rund 1870 Mark gekostet.

Vor- und Nachteile

  • Sehr gutes Raumangebot für Personen und Gepäck
  • Bequeme Sitze
  • Durchzugsstarker Turbomotor
  • Guter Federungskomfort, auch mit Beladung
  • Wirksame Klimatisierung, Heizung und Lüftung
  • Gute Reichweite durch großen 70-Liter-Tank
  • Bequemer Einstieg nach vorn und hinten
  • Praktischer Umklappmechanismus für Rücksitzbank
  • Gutes Licht
  • Geringer Reifenverschleiß
  • Motor wenig drehfreudig
  • Hoher Verbrauch
  • Schlechte Traktion, vor allem auf nasser Fahrbahn
  • Heckklappe muss separatentriegelt werden, verriegelt sich selbsttätig
  • Hakelige Schaltung
  • Zu lang übersetzter fünfter Gang
  • Unpraktische Fernbedienung für die Zentralverriegelung
  • Wenige und kleine Ablagen im Innenraum
  • Gegen Test-Ende schlechtere Fahrleistungen
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Technische Daten
Saab 9-5 2.3t Kombi SE
Grundpreis 33.454 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4808 x 1792 x 1497 mm
KofferraumvolumenVDA 416 bis 1490 l
Hubraum / Motor 2290 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 125 kW / 170 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 220 km/h
Verbrauch 9,5 l/100 km
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