Schmitts Katze könnte X-Type heißen

Einen hubraumschwächeren Jaguar gab es noch nie. Mit dem neuen X-Type 2.0 V6, kostensparend nur mit Frontantrieb versehen, erweitern die Briten den eingeschlagenen Weg des Downsizing.

Von außen ist nichts zu ­sehen. Ein ganz normaler X-Type steht da auf der Straße, silbergrau, schönes Auto. Man kennt sich ja inzwischen. Doch halt, hinter der chromblitzenden Typen­bezeichnung, da fehlt was. Der Hubraum. Nichts steht darunter, als hätte man es vergessen. Oder ist es vielleicht Absicht? In der Tat. Es ist der Hubraum, den man so öffentlich nicht nennen möchte. Nur etwas mehr als zwei Liter, genau 2099 Kubikzentimeter. Eigenartig, dessen muss man sich doch nicht schämen. BMW hat beim Fünfer und beim Dreier mit einem noch kleineren Sechszylinder Motorengeschichte geschrieben. Kleine Sechszylinder haben spezielle Reize. Schon der 90 PS leistende Zweiliter-V6 des alten Ford 20 M aus den sechziger Jahren war so ein Ding. Nun haben wir es, auf ganz anderem Leistungsniveau, wie­der. Der ehemals kleinste Jaguar-Sechszylinder hatte 2,4 Liter, ebenfalls in den sechziger Jahren, im legendären Mk 2, der stilistisch dem S-Type verbunden ist. Es war der berühmte Zwei-Nockenwellen-Motor, auch optisch ein Denkmal. Und nun der kümmer­liche Zweiliter, der mit allen Jaguar-Traditionen bricht. Genau genommen ist die Tradition des Hauses schon lange gebrochen. Jaguar, das ist eigentlich Reihenmotor und nicht V6, und Jaguar, das ist auch der so genannte Standardantrieb mit angetriebenen Hinterrädern. Allrad-Antrieb, wie ihn der X-Type in 2,5- und 3,0-Liter-Version serienmäßig besitzt, ist ebenfalls ein Bruch mit der Firmengeschichte, der aufwendige Versuch, dem Frontantrieb zu entgehen. Er ergibt sich aus der weitgehenden technischen Über­einkunft des X-Type mit dem Ford Mondeo, mit dem er zu immerhin 20 Prozent baugleich ist. Jaguar gehört Ford, aber man soll es nicht merken. Jetzt sind sie also doch da, die ausschließlich angetriebenen Vorderräder. Der kleine Hubraum, ein quer gestellter V6, dazu der uniforme Frontantrieb – ist das noch Jaguar? Die Frage beantwortet sich wie die nach der Schönheit von Beton. Es kommt drauf an, was man daraus macht. Beim Downsizing des 2,5- Liter-V6 entsteht der neue Hub­raum durch Verwendung einer anderen Kurbelwelle mit kürzerem Hub. 66,9 Millimeter bei gleich gebliebener Bohrung von 81,6 Millimetern zeigen, dass der jüngste V6 ein Ultra-Kurzhuber geworden ist. Leis­tungsmäßig ist der Vierventiler, dessen oben liegende No­ckenwellen durch Ketten angetrieben werden, ganz gut dabei. 156 PS bei der ungewöhnlich hohen Nenndrehzahl von 6800 Umdrehungen weisen die technischen Daten aus (2.5: 196 PS), dazu kommt ein maximales Drehmoment von 196 Nm (2.5: 241 Nm). Wie sehr sich der Charakter des Triebwerks verändert hat, zeigt ein Blick auf die dazugehörigen Drehzahlen.

Fazit

Der billigste Jaguar ist keineswegs der schlechteste Jaguar. Mit dem X-Type 2.0 ist eine kultivierte Limousine entstanden - mit sehr leisem Motor, gutem Komfort und sicheren Fahreigenschaften. Auch die Leistung reicht aus - die meisten Abstriche sind bei Durchzug und Verbrauch zu machen.

Übersicht:
Technische Daten
Jaguar X-Type 2.0 V6 Classic
Grundpreis 29.550 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4672 x 1789 x 1430 mm
KofferraumvolumenVDA 452 l
Hubraum / Motor 2099 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 115 kW / 156 PS bei 6800 U/min
Höchstgeschwindigkeit 210 km/h
0-100 km/h 10,7 s
Verbrauch 9,2 l/100 km
Testverbrauch 11,4 l/100 km
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