Skoda Kodiaq Scout im Dauertest

Auftakt zur 100.000-km-Prüfung

Skoda Kodiaq, Exterieur Skoda Kodiaq, Exterieur Skoda Kodiaq, Exterieur Skoda Kodiaq, Exterieur 14 Bilder

In diversen Tests hat der Skoda Kodiaq seine Qualitäten schon eindrucksvoll bewiesen. Nun muss er im Dauertest über 100.000 Kilometer richtig ran. Die ersten 100 Tage liefen schon mal vielversprechend. Kritik kam selten auf.

Sicher haben Sie schon viel Gutes über den Kodiaq gelesen. Mit viel Platz und Komfort, gepaart mit reichlich Nutzwert und moderner Technik, wies er in Vergleichstests Konkurrenten vom Schlag eines Audi Q5, Kia Sorento oder Peugeot 5008 problemlos in die Schranken. Im Einzeltest vereitelte nur der erhöhte Testverbrauch des 2.0 TSI (9,7 l/100 km Super) die Fünf-Sterne-Krone.

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Skoda Kodiaq, Motor
Skoda Kodiaq Scout 2.0 TSI 4x4 Auftakt zum 100.000-km-SUV-Dauertest
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Womit wir schon beim Antrieb sind, denn ebenjener Motor arbeitet im Verbund mit einem Siebengang-DSG auch unter der Haube unseres Neuzugangs. Nach den ersten drei Monaten steht schon mal fest: Mit Werten zwischen acht und 13 Litern auf 100 Kilometer und einem 60-Liter-Tank werden wir den dunkelbraunen Siebensitzer je nach Fahrweise wohl häufiger an der Zapfsäule parken. Die schiere Masse von 1,8 Tonnen (leer) und der variable Allradantrieb fordern hier ihren Tribut.

Dafür versöhnt der 180 PS starke Vierzylinder mit solidem Schub und kultiviertem Lauf. Von null auf 100 km/h spurtet der SUV in knapp unter neun Sekunden, Schluss ist erst bei 205 km/h – übrigens ohne störendes Gebrumme. Zugleich ermöglicht ein solides Drehmoment von 320 Nm ab 1.500 Touren entspanntes Cruisen bei niedrigen Drehzahlen, während das ruckfreie Doppelkupplungsgetriebe die Gänge meist gekonnt sortiert. Wir sind gespannt, wie lange die Kombination so harmonisch arbeitet, denn im letzten Dauertest-Skoda, einem Octavia 2.0 TDI 4x4 Scout, ruckelte das DSG gegen Ende der Laufzeit immer vernehmlicher.

Skoda Kodiaq, Exterieur Foto: Rossen Gargolov
Der 180-PS-Benziner verwöhnt mit solidem Schub und kultiviertem Lauf, die optionalen Adaptivdämpfern (760 Euro) mit viel Fahrkomfort.

Passend zu Größe, Gewicht und wohlerzogenem Benziner fährt der mit Adaptivdämpfern (760 Euro) ausgestattete Skoda sehr komfortabel. Groben Unebenheiten nimmt er im Comfort-Modus gekonnt die Härten, und selbst auf der Sport-Kennlinie federt er mehr weg als so manch anderer SUV. Dass der gebotene Fahrkomfort mit einem sanften Wogen einhergeht und sich die Handling-Qualitäten in Grenzen halten, lässt sich da wohl verschmerzen. An der Lenkung gibt es hingegen nichts zu mäkeln, sie ist präzise und angemessen direkt, um den schweren SUV damit entspannt und neutral durch Kurven dirigieren zu können.

Alles andere als günstig

All dies hat freilich seinen Preis, der mit 35.650 Euro für den 2.0 TSI 4x4 DSG nur als Ausgangsbasis zu verstehen ist. Neben Klimaautomatik, 17- Zoll-Alufelgen, Tempomat und zwei Schirmen in den Vordertüren hat die Ambition-Ausstattung nicht viel Besonderes zu bieten, und so kommen bei unserem Testwagen neben der Scout-Line (3.100 Euro) mit den bequemen Alcantara-Sitzen noch weitere Extras wie Sitzheizung, Klapptische im Fond, Rückfahrkamera oder eine Fernentriegelung für die geteilte Fondsitzbank hinzu. Zusammen mit dem Navigationssystem, mitlenkenden LED-Scheinwerfern, elektrisch angetriebener Heckklappe und hilfreichen Fahrerassistenzsystemen ergibt sich am Ende ein Listenpreis von 50.420 Euro.

Ebenfalls im Testwagen montiert sind zwei voll versenkbare Klappsitze im Laderaum (750 Euro). Da sich die Rückbank um 18 Zentimeter längs verschieben lässt und die Türausschnitte groß ausfallen, fällt der Zustieg nach ganz hinten relativ leicht. Dort mangelt es zwar nicht an Kopf-, wohl aber an Beinfreiheit und Oberschenkelauflage, sodass hier auf längeren Fahrten nur Kinder angemessen untergebracht sind.

Skoda Kodiaq, Kofferraum Foto: Rossen Gargolov
Als Fünfsitzer fasst der Kodiaq-Gepäckraum zwischen 560 und 765 Litern. Bei sieben Sitzen sind es 270 Liter. Maximalvolumen: 2.005 Liter.

Trotz der Zusatzsitze lässt sich die Kofferraumabdeckung unter dem Ladeboden verstauen. Das Gepäckraumvolumen beträgt bei voller Bestuhlung 270 Liter, bei fünf Sitzen variiert der Gepäckraum je nach Stellung der Bank zwischen 560 und 765 Litern. Maximal packt der Bruder des VW Tiguan Allspace 2.005 Liter ein, und die üppige Zuladung von 662 Kilogramm steht dem nicht im Wege. Beachtliche Werte, die dem Skoda in den nächsten Monaten sicher zu einigen Einsätzen bei Fotofahrten und Rallyes verhelfen werden.

Falls nötig sogar etwas abseits asphaltierter Pisten, denn dafür ist die Scout-Ausführung nicht nur mit 19 Zentimetern Bodenfreiheit bestens gerüstet. So schützt ein solides Bodenblech den Motor vor ernsthaften Verletzungen, und ein per Tastendruck aktivierbarer Offroad-Modus erlaubt auf losem Untergrund dem ABS und der Traktionskontrolle mehr Schlupf. Zudem regelt das elektronische Sperrdifferenzialstärker, und Bergauf- sowie -abfahrhilfe werden aktiviert (bis 30 km/h).

Alles top also? Nein – nicht ganz. So stören sich einige Kollegen an der touchscreenbasierten Infotainment-Bedienung und wünschen sich die klassischen Drehregler zurück ins Cockpit. Zudem lassen sich die teils weiß hinterlegten Instrumente nicht optimal ablesen, und der Fernlichtassistent reagiert zu langsam.

Große Benziner-SUV im Vergleichstest
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Die Qualität passt

Bis auf reichlich Fingertapser auf dem 9,2 Zoll großen Bildschirm präsentiert sich der Skoda ansonsten nach den ersten 9.000 Kilometern wie neu, Material- und Verarbeitungsqualität entsprechen weitgehend der Preisklasse. Selbst der Teppichbelag im Kofferraum, der bei Testwagen erfahrungsgemäß stark strapaziert wird, sieht noch wohlbehalten aus. Mal sehen, wie lange. Übrigens achten wir in den kommenden Monaten auch auf Simply-clever-Lösungen, wollen wissen, ob die etwas fragilen Türkantenschoner auf Dauer schwächeln und ob das Regenschirm-Ablagefach in den Vordertüren im Winter gammelt. Wir bleiben dran.

Fazit

Wir freuen uns auf viele komfortbetonte Kilometer. Das enorme Platzangebot im Verbund mit dem ausgewogenen Fahrwerk macht den Skoda-SUV zum idealen Langstreckenwagen. Entsprechend schnell dürfte er Kilometer sammeln – mal sehen, wie sich die Verbrauchswerte einpendeln. Der Motor selbst ist ein feines Aggregat, das gut zum Charakter des Kodiaq passt.

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Technische Daten
Skoda Kodiaq Scout 2.0 TSI 4x4 Scout
Grundpreis 38.750 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4697 x 1882 x 1655 mm
KofferraumvolumenVDA 650 bis 2065 l
Hubraum / Motor 1984 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 132 kW / 180 PS bei 3900 U/min
Höchstgeschwindigkeit 207 km/h
Verbrauch 7,3 l/100 km
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