Skoda Rapid 1.2 TSI Green Tec im Test

Pragmatisch, praktisch und gut?

Skoda Rapid 1.2 TSI Green Tec, Frontansicht Foto: Rossen Gargolov 31 Bilder

Fühlt sich ein billiges Auto wie der Skoda Rapid 1.2 TSI Green Tec im Test auch billig an? Oder gelingt es Skoda beim Rapid, genau diesen Eindruck zu vermeiden?

Der Schnäppchengedanke scheint für viele besonders berauschend. Wobei man unterscheiden muss zwischen einem Modell, das unter Wert verkauft wird, und einem Billigauto. Wozu zählt nun der neue Skoda Rapid, den es in der Basisversion bereits ab 13.990 Euro gibt?

Kompletten Artikel kaufen
Einzeltest Skoda Rapid 1.2 TSI Green Tec Der Praktiker
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 3 Seiten)
1,99 €
Jetzt kaufen

Der Skoda Rapid 1.2 TSI Green Tec nutzt Plattform-Elemente des Polo; dennoch ist er mit ihm nur schwer zu vergleichen, weil er deutlich größer ist. Die Statur des Skoda  Rapid ähnelt eher der des teureren Jetta. Damit liegt der Neue in der Skoda-Hierarchie über Fabia und unter Octavia. Schon bei Letzterem hat Skoda eine Art Zwischengröße besetzt, um den Konkurrenz-Gedanken mit VW-Modellen zu umgehen.

Beinfreiheit im Skoda Rapid 1.2 TSI Green Tec konkurrenzlos

Die Beinfreiheit im Fond des Skoda Rapid 1.2 TSI Green Tec ist konkurrenzlos in dieser Klasse, steht hinter der des Octavia nicht zurück. Sogar zwei große Erwachsene können eine weite Fahrt auf der Rückbank angenehm überstehen. In der 105-PS-Version wirkt der Skoda Rapid 1.2 TSI Green Tec auch voll besetzt in unserem Test nicht untermotorisiert, weniger als die 175 Nm Drehmoment sollten es dann aber nicht sein. Er lässt sich äußerst sparsam bewegen, kann mit knapp fünf Liter Benzin auf 100 Kilometer auskommen.

Anders als sein Name suggeriert, sieht der Skoda eher pragmatisch als flott (rapid)aus. Seine äußerst praktische, aber nicht gerade modische Kofferraum-Klappe reicht bis weit hinauf ins Dach. Damit zählt der Skoda Rapid 1.2 TSI Green Tec zur vom Aussterben bedrohten Spezies der Fließheck-Kompakten. Sein Kofferraum dringt in die Dimensionen der Oberklasse vor: 550 Liter Volumen passen hinein, umgeklappt sind es sogar 1.490 Liter. Das Urlaubsgepäck einer Großfamilie verschwindet auf diese Weise mühelos- und zwingt den kompakten Skoda dank enormer Zuladung von 462 Kilogramm nicht einmal in die Knie.

Letzteres liegt auch an der straffen Abstimmung des Fahrwerks. Damit durcheilt der Skoda Rapid 1.2 TSI Green Tec im Test bemerkenswert behände die Fahrdynamik-Übungen, was aber nicht mehr als eine Erwähnung wert sein sollte – schließlich zählt bei einem Familienwagen weniger Agilität als vielmehr Komfort. Zunächst spricht die Federung steifbeinig auf Unebenheiten an, wird jedoch mit zunehmender Grobheit der Bodenwellen immer geschmeidiger – und mit ansteigender Auslastung durch Beladung. Diese Art der Abstimmung ist vor allem für Länder mit vernachlässigtem Straßenbau charakteristisch. Und dafür, dass dort das Familienauto häufig als Lastesel herhalten muss.

Hartplastik dominiert Innenraum

Da passt es, dass sich im Innenraum des Skoda Rapid 1.2 TSI Green Tec keine empfindlichen Materialien finden lassen. Das Armaturenbrett besteht aus Hartplastik, die Konsole ebenso und der Sitzbezug aus Stoff. Hier lässt sich der Unterschied zu VW-Produkten ebenso deutlich erkennen wie auch unter der Motorhaube, die ohne gasdruckfeder auskommen muss: Der 1,2-Liter-Vierzylinder liegt nackt zwischen den Federbeinen – ohne kaschierende Abdeckung. Außerdem müssen die elektrischen Fensterheber ohne Automatik-Funktion auskommen, die Türen fallen beim Test blecherner ins Schloss als etwa bei einem Golf, und die Geräuschdämmung ist nicht so effektiv. Nicht gespart wurde allerdings an der Verarbeitung selbst. Und an Ideen, die das Verreisen angenehm gestalten. Die Warnweste lässt sich unter dem Fahrersitz des Skoda Rapid 1.2 TSI Green Tec verstauen, im Tankdeckel befindet sich ein Eiskratzer, und für den Kofferraum gibt es Verzurrnetze sowie einen Einlegeboden mit gummierter Rückseite (40 Euro).

Der Testwagen Skoda Rapid 1.2 TSI Green Tec tritt in der höchsten Ausstattungslinie Elegance an, kostet dann mindestens 19.860 Euro, was schon nicht gerade günstig erscheint. Dafür gibt es aber Nebelscheinwerfer, eine Anschlussmöglichkeit für MP3-Player, Bordcomputer, höhenverstellbare Vordersitze, Klimaanlage, Tempomat, eine geteilt umklappbare Rücksitzlehne, elektrisch verstellbare Außenspiegel und 16-Zoll-Alufelgen.

Skoda Rapid 1.2 TSI Green Tec geht auch ohne Extras

Das alles geht weit über den Standard eines Billigautos hinaus. Man käme aber auch ohne diese Extras aus, einfach weil der Skoda Rapid 1.2 TSI Green Tec unproblematisch fährt. Alles, was ein gutes Auto braucht, hat er serienmäßig. Der Preis ließe sich demnach um fast 4.000 Euro reduzieren. ESP sowie Front- und Seitenairbags sind dann trotzdem an Bord. Darüber hinaus gibt es allerdings keine Sicherheitsausstattung, auch das ist ein Kennzeichen von abgespeckten Modellen.

Wer den Skoda Rapid kauft, verzichtet dort, wo es nicht weh tut. Er bewährt sich als problemloser Kumpel ohne Status-Allüren, als best buy für sparsame Familienväter. Um die eingangs gestellte Frage zu beantworten: Ein Billigauto ist er nicht.

Vor- und Nachteile

  • Gutes Raumangebot, einfache Bedienung, sehr gute Verarbeitungs-Qualität, großer Kofferraum, hohe Zuladung, praktische Ablagen, praxisgerechte Ausstattung, gute Ergonomie, ordentlicher Langstrecken-Komfort, kräftiger Motor, niedriger Verbrauch, einfach zu schaltendes Getriebe, leichtgängige Lenkung, hohe Handlichkeit, sicheres Fahrverhalten, standfeste Bremsen, günstiger Preis, niedrige Versicherungskosten und Kfz-Steuer, lange Wartungsintervalle.
  • Sehr einfache Kunststoffe, geringe Sicherheitsausstattung, schlechte Sicht nach hinten, sehr rudimentäres Navigationsgerät (Option), steifes Anfedern, nur zwei Jahre Garantie.

Fazit

Für Familien ist der Rapid eine günstige Möglichkeit, einen guten Neuwagen zu fahren. Abstriche gibt es bei Materialanmutung und Sicherheitsausstattung

Technische Daten
Skoda Rapid 1.2 TSI Green Tec Elegance
Grundpreis 20.770 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4486 x 1706 x 1461 mm
KofferraumvolumenVDA 550 bis 1490 l
Hubraum / Motor 1197 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 77 kW / 105 PS bei 5000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 195 km/h
0-100 km/h 10,5 s
Verbrauch 5,1 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Noch nicht registriert?

Erstellen Sie jetzt Ihr kostenloses Profil und profitieren Sie als registrierter Nutzer von folgenden Vorteilen:

  • Exklusiver Zugriff auf alle Test- und Messdaten der Redaktion
  • 360°-Ansichten von Autos
  • Schneller PDF-Kauf
Kostenlos anmelden
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Top Aktuell Racechip Hyundai i30 N - Tuning - Kompaktsportwagen Racechip-Hyundai i30 N im Test 320 Tuning-PS im Kompakten
Beliebte Artikel Skoda Rapid, Seitenansicht Skoda Rapid im Fahrbericht Günstiger Voll-Pragmatiker MTM-AUDI R8 V10 PLUS 802 SUPERCHARGED, Exterieur MTM-Audi R8 V10 Plus 802 im Test Am Limit des Machbaren
Gebrauchtwagen Angebote
Anzeige
Sportwagen Mansory Lamborgini Aventador S Mansory tunt Aventador S Carbon so weit das Auge reicht Lamborghini SC18 Alston Lamborghini SC18 Alston Einzelstück aus der Sportabteilung
Allrad 11/2018, DAMD Suzuki Jimny Little G Suzuki Jimny Tuning G-Klasse-Look für den Japan-Offroader Jeep Gladiator JT Pickup Jeep Wrangler Gladiator (2019) Erste Bilder durchgesickert
Oldtimer & Youngtimer Mercedes 280 SE 3.5 Cabriolet W111 (1970) Wiesenthal Mercedes-Auktion Wiesenthal Familiensammlung unterm Hammer Porsche Carrera GT Werksrestaurierung Porsche Classic Carrera GT 13 Jahre alt, aber jetzt fabrikneu
Promobil CMT Impressionen (2018) Wohnmobil-Zulassungszahlen 2018 weiter auf Rekordkurs Dreamer Camper Van XL (2019) Dreamer Campingbusse 2019 Camper Van XL, Cap Land & Co.
CARAVANING Tabbert Vivaldi 550 E Tabbert Vivaldi im Supertest Neues, modernes Design für 2019 Bleder Insel Caravan-Tour Slowenien Schöne Städte und Landschaften