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Skoda Superb Scout (Facelift) im Fahrbericht

Superb mal anders - auf zu neuen Wegen

Skoda verpasst seinem Flaggschiff Superb ein dezentes Update und stellt dem eleganten Combi zugleich eine rustikalere Scout-Variante zur Seite.

Seit 18 Jahren und drei Generationen fungiert der Superb nun als Topmodell der Marke Skoda. Zuerst nur als Limousine, dann auch als Combi, von Mal zu Mal eleganter und hochwertiger, aber bislang immer klassisch im Auftritt. Nun aber, im Zuge eines dezentes Facelifts und aufgrund sinkender Absatzzahlen, darf (oder muss) er auch mal ein robuster Scout sein – wie beim kompakteren Octavia. Mit glänzenden Unterfahrschutzelementen vorn wie hinten, Kunststoffplanken rundherum und Schlechtwegepaket, das dem großen Skoda zu 15 Millimeter mehr Bodenfreiheit und einem dünnen Triebwerkschutz verhilft.

Starke Motoren, gelungener Fahrkomfort

Beim Superb ist der robust anmutende Scout-Dress serienmäßig mit Kombikarosse, permanentem Allradantrieb, den stärksten Zweiliter-Aggregaten und dem flott schaltenden Doppelkupplungsgetriebe verwoben. Für die erste Ausfahrt nehmen wir einen 2.0 TDI mit 190 PS, der bei 1.900 Touren maximal 400 Newtonmeter Drehmoment aufbaut, nach kurzem Zögern energisch loslegt und über alle sieben Gänge des DSG hinweg kräftig Schub liefert. Laut wird er indes nie. Vielmehr hält sich der nach Euro 6d-Temp zertifizierte Vierzylinder akustisch sehr zurück.

Skoda Superb Scout (Facelift) im Fahrbericht
10:42 Min.

Auch der Fahrkomfort, der unserer Erfahrung nach bei einigen Country-, Cross- und Scout-Varianten schon mal unter der Erhöhung der Bodenfreiheit leidet, sorgt nicht für Unfrieden. Viel mehr federt der Skoda so gediegen, wie man ihn kennt – trotz der serienmäßig aufgezogenen 18-Zöller. Sanft wogend im Komfortmodus, angenehm straff, wenn es in der Sport-Einstellung dynamischer durch Kurven gehen soll. Das verdankt er auch den adaptiven Dämpfern (850 Euro), die Skoda dem Octavia als Scout vorenthält. Entsprechend ist der Superb auch im Offroad-Look ein fabelhafter Reisewagen.

Hoher Preis, mehr Flair

Wenig Begeisterung dürfte bei einigen Kunden hingegen der hohe Preis hervorrufen. 46.150 Euro gilt es für den Diesel zu bezahlen. Der mit 272 PS noch kräftiger motorisierte TSI ist 1.300 Euro teurer. Im Preis inbegriffen sind immerhin die erstmalig eingesetzten LED-Matrix-Scheinwerfer, ein kleines Navi, die im Offroad-Modus integrierte Bergabfahrhilfe, Klimaautomatik, Lenkrad- und Sitzheizung sowie Dekorleisten in simpler Holzoptik und kontrastreich bezogene Stoffsitze. Toppen lässt sich das Innenleben des Scout zudem mit seitenhaltstarken Leder-Alcantara-Sitzen (1.480 Euro), die mittels brauner Kontrastnähte etwas Ranger-Feeling verbreiten sollen.

Neben der Scout-Variante bringt das Facelift natürlich noch weitere Änderungen mit sich. Die Abmessungen ändern sich trotz neu gestalteter Stoßfänger nur um wenige Millimeter. Frontgrill und Scheinwerfer sind aber größer, am Heck fallen die neue Chromleiste zwischen den Leuchten und der darüber angebrachte Skoda-Schriftzug aus großen Lettern ins Auge.

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Hinter der Kofferraumklappe findet sich wie gewohnt der opulente Laderaum mit 660 bis 1.950 Litern bei vorgeklappter Rücksitzlehne.

Hinter der Kofferraumklappe findet sich wie gewohnt der opulente Laderaum mit 660 bis 1.950 Litern bei vorgeklappter Rücksitzlehne. Neu an Bord ist hier eine auf der Ladefläche versetzbare Querstange, und unter dem Boden sorgt gegen Zuzahlung eine flache Kunststoffwanne mit kleinen Fächern für Ordnung. Aber auch Rollo und Gepäcknetz finden hier noch Platz. Die Insassen selbst können sich weiterhin am luftigen Raumgefühl und – je nach Ausstattungslinie – über hochwertigere Sitze, Ambientebeleuchtung und eine vergrößerte induktive Ladestation für das Mobiltelefon freuen, die nun auch eine kabellose Anbindung an die Außenantenne ermöglicht.

Darüber hinaus packt Skoda in sein Topmodell nahezu alle Features, die kürzlich auch VW dem modifizierten Passat gegönnt hat. Dazu zählen die erwähnten Voll-LED-Matrix-Scheinwerfer, ein adaptiver Tempomat, der auch erkannte Tempolimits und Kurven in die Steuerung einbezieht, ein Emergency Assist, der den Wagen im Notfall steuert (ab Mitte 2020), ein digitales Cockpit sowie eine Gestensteuerung, die die ohnehin gut verständliche Bedienung weiter erleichtern soll.

Die Preise starten bei 36.850 Euro für den 2.0 TSI mit 190 PS und Doppelkupplungsgetriebe, bei 39.350 Euro für den gleichstarken TDI, ebenfalls mit DSG. Weitere Motoren folgen, darunter ein 1.5 TSI mit 150 PS (als Limousine ab 28.850 Euro, als Kombi ab 29.850 Euro) sowie ein Plug-in-Hybrid (Superb iV) mit 218 PS. So wird der Gentleman am Ende noch zum E-Mobil. Zumindest für rund 55 Kilometer.

Skoda Superb, Exterieur
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Fazit

Mit dem äußerlich dezenten Facelift bringt Skoda sein Topmodell technisch wieder auf den neuesten Stand – speziell bei den Assistenzsystemen. Und mit dem neuen Scout ergänzen die Tschechen das Modellangebot um eine Variante, die auch bei so manchem Kodiaq-Fan die Frage aufwerfen könnte, ob es beim nächsten Skoda unbedingt ein SUV sein muss.

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