Spritzbube

Das kleinste VW-Modell entwickelt sich zum Technologieträger. Nach dem Drei-Liter-Lupo mit Dieselmotor bringt VW mit dem Lupo FSI den ersten Benzin-Direkteinspritzer.

Auf die Frage, was ein VW Lupo ist, kann man nicht mehr einfach mit Kleinwagen antworten. Seine Väter sind im Begriff, ihn zu einem High-Tech-Apparat zu machen – mit kostbaren Materialien, aufwendigster Technik und dem ganz offensichtlichen Wunsch, die Kompetenzen der VW-Entwickler schon in der Dreieinhalbmeter-Klasse vorzuführen.

Fast scheint es so, als würde dieser Drang zu Höherem ohne Rücksicht auf das wahre Auto-Leben gemacht. Das brave Volk kauft vor allem den braven
Lupo mit Basismotor – schon die beiden High-Tech-Diesel, das exotische Drei-Liter-Verbrauchswunder und der von auto motor und sport gelobte und als ultimativer Lupo empfohlene TDI sind wahrlich keine Verkaufsrenner. Nun geht das Spiel im Ottomotorenbereich weiter. Der erste Benzin-Direkteinspritzer des Konzerns debütiert in keinem Geringeren als dem Lupo. FSI steht in unschein-
baren Lettern auf dem kur-
zen Heck, wie Fuel Stratified Injection, Englisch für jene Art der Gemischaufbereitung, bei der der Kraftstoff nicht wie sonst üblich in die Saugrohre, sondern direkt in den Brennraum injiziert wird.

Eine wahrhaft technische Innovation ist die Direkteinspritzung bei Benzinmotoren nicht. Gutbrod realisierte sie schon in den fünfziger Jahren bei einem Kleinwagen, und auch der fabelhafte Mercedes 300 SL spritzte mit seinen 215 PS bei drei Liter Hubraum direkt ein. Damals ging es vor allem um hohe Literleistung – Verbrauch und Abgasqualität waren noch kein Thema.

Heute sind gerade sie es. Dabei hat der Benzin-Direkt-Einspritzer grundsätzlich und gleichzeitig einen Vorzug und einen Nachteil (siehe auch „Technik erklärt“): Er ist im Verbrauch um rund 15 Prozent günstiger, aber vor allem in der besonders verbrauchsgünstigen Zone steigt der Anteil an schädlichen Stickoxiden stark an.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • gutes Raumangebot vorne gute Qualitätsanmutung funktionelle Bedienung
  • knapper Beinraum hinten kleiner Kofferraum
Fahrkomfort
  • guter Federungskomfort bequeme Sitze vorne
  • bei hohen Drehzahlen lauter Motor mäßige Belüftung
Antrieb
  • gute Fahrleistungen hohes Drehvermögen
  • Brummfrequenzen im Antriebsstrang unbefriedigende Automatik
Fahreigenschaften
  • sehr guter Geradeauslauf gute Handlichkeit exakte Servolenkung sicheres Kurvenverhalten
Sicherheit
  • Fahrer- und Beifahrer-Airbag gute, standfeste Bremsen Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer ESP serienmäßig
Umwelt
  • geringer Verbrauch schadstoffarm nach Euro 4
Kosten
  • geringe Kraftstoffkosten lange Inspektionsintervalle zwölf Jahre Garantie gegen Durchrostung
  • hoher Preis kurze Garantiezeit

Fazit

Gute Fahrleistungen, sichere Fahreigenschaften, ein guter Komfort und der relativ geringe Verbrauch sind die positiven Seiten des Lupo FSI. Das unharmonisch agierende Fünfganggetriebe verdirbt mit seinen Schwächen den Spaß an dem 30.000-Mark-High-Tech-Objekt.

Übersicht:
Technische Daten
VW Lupo 1.4 16V FSI
Grundpreis 15.700 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3529 x 1621 x 1470 mm
KofferraumvolumenVDA 130 bis 830 l
Hubraum / Motor 1390 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 77 kW / 105 PS bei 6200 U/min
Höchstgeschwindigkeit 199 km/h
0-100 km/h 12,0 s
Verbrauch 4,9 l/100 km
Testverbrauch 5,8 l/100 km
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