Subaru Legacy Kombi 2.0D im Test

Einziger Vierzylinder-Diesel in Boxer-Ausführung

Foto: Hans-Dieter Seufert 14 Bilder

Vierzylinder-Diesel mit 150 PS gibt es viele, einen in Boxer-Ausführung aber ausschließlich von Subaru. Zum Beispiel im Legacy Kombi.

Die Lufthutze mitten auf der Motorhaube kennt man bei Subaru eigentlich nur von den sportlichen WRX-Versionen des Impreza. Beim Legacy hingegen ist sie ein Indiz dafür, dass unter der Haube das einzige Diesel-Triebwerk der Welt in Boxer-Konfiguration zum Einsatz kommt. Bei dieser Bauart liegen sich je zwei Zylinder horizontal gegenüber, wodurch die freien Massenkräfte ausgeglichen sind und das Aggregat ohne Ausgleichswellen zur Verringerung von Vibrationen auskommt. Außerdem baut der Subaru-Diesel mit nicht einmal 36 Zentimeter Länge extrem kurz, und seine tiefe Einbaulage senkt den Schwerpunkt des Wagens.

Motordaten sind weniger exotisch

Weniger exotisch sind dagegen die sonstigen Daten des Motors: Zwei Liter Hubraum verteilt auf vier Zylinder, 150 PS bei 3.600 U/min und ein maximales Drehmoment von 350 Nm bei 1.800 U/min sind durchaus klassenüblich.

Nach dem Kaltstart ist das Arbeitsprinzip des Motors nicht zu überhören. So frei und ungeniert hat schon lange kein moderner Common-Rail-Diesel mehr auf den ersten Metern vor sich hin genagelt. Doch zum Glück ändert sich die Tonart mit zunehmender Erwärmung sehr schnell. Besonders bei höheren Drehzahlen läuft der Boxer dann gut gedämpft, sehr kultiviert und ist akustisch nicht mehr als Selbstzünder zu erkennen.

Leichte Startschwierigkeiten

Gewisse Startschwierigkeiten gibt es auch beim Losfahren. Wer die Kupplung zu sorglos kommen lässt, sieht sich mit einer leichten, aber spürbaren Antrittsschwäche bei niedrigen Touren konfrontiert. Doch sobald man sich daran gewöhnt hat, dass die optimale Anfahrdrehzahl beim Subaru-Diesel ein wenig höher liegt, entfaltet sich die Leistung mit Nachdruck und sehr gleichmäßig.

Im Gegensatz zu gleich starken Fronttrieblern bringt der permanent vierradgetriebene Legacy seine Kraft ohne durchdrehende Räder und zappelnde Lenkung auf die Straße. Dank hervorragender Traktion erledigt der Legacy den Sprint von null auf 100 km/h in 9,5 Sekunden.

Sportliches Fahren wird zum Vergnügen

Dass das exakt schaltbare Getriebe des Legacy 2.0D nur fünf Gänge besitzt, erweist sich in der Praxis nicht als Nachteil. Die Abstufungen passen, und das etwas höhere Drehzahlniveau macht sich aufgrund der Laufruhe selbst bei höherem Tempo nicht negativ bemerkbar. Im Gegenteil: Zwischenspurts und Überholvorgänge absolviert der Kombi auch ohne Runterschalten spritzig und spontan. Sogar der Verbrauch ist mit 8,2 L/100 km angesichts der zusätzlichen Reibung im Antriebsstrang durch den Allradantrieb akzeptabel. Die präzise elektromechanische Lenkung und das agile Handling machen sportliches Fahren zum Vergnügen.

Dazu passen die wirksamen und standfesten Bremsen. Abgerundet wird der positive Gesamteindruck durch die zwar straffe, aber sehr harmonisch abgestimmte Federung. Dabei ist das Fahrwerk akustisch so gut entkoppelt, dass keinerlei Poltergeräusche in den Innenraum übertragen werden.

Legacy Kombi als reizvolle Alternative

Bis auf wenige Schwächen ist das Debüt des Diesel-Boxers gelungen. Der Legacy Kombi wird damit zu einer reizvollen Alternative in seinem Umfeld.

Fazit

Der Subaru Legacy 2.0D punktet mit seinem kräftigen Dieselmotor, einem angemessenen Verbrauch, guten Bremsen und ordentlichem Platzangebot. Negativ: Lautes Nageln beim Kaltstart, leichte Anfahrschwäche.

Technische Daten
Subaru Legacy Kombi 2.0D Comfort
Grundpreis 35.020 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4720 x 1730 x 1470 mm
KofferraumvolumenVDA 459 bis 1628 l
Hubraum / Motor 1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 110 kW / 150 PS bei 3600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 203 km/h
0-100 km/h 9,5 s
Verbrauch 5,9 l/100 km
Testverbrauch 8,2 l/100 km
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