Suzuki Alto , Gebrauchtwagen-Check, asv2217 Dani Heyne
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Suzuki Alto (2009-2015) im Gebrauchtwagen-Check

Wie haltbar ist der günstige Kleinwagen?

Er ist von übersichtlichem Format, sparsam im Verbrauch, einfach im Wesen und günstig im Preis. Erstaunlich, dass der Suzuki Alto als Neuwagen nicht mehr Menschen begeistert hat. Wie steht es um seine Langzeitqualitäten?

Beginnen wir diesen Termin mit einem Kaffee und ein paar Gedanken zum Thema„, schlägt Meister Wünsch vor und reicht uns einen dampfenden Pott. “Nach all den Werkstattjahren fasziniert mich der Punkt Markentreue immer mehr. Da gibt es ganze Familien, die steigen immer wieder in einen neuen Volkswagen, die fahren stets Opel oder Ford oder Mazda. Einfach, weil sie es so gewohnt sind.„ Woran ja im Grunde nichts auszusetzen ist. “Überhaupt nicht„, bekräftigt Meister Wünsch, nimmt einen Schluck aus seiner Tasse und zeigt auf den weißen Suzuki Alto: “Dann ist es aber auch kein Wunder, dass Typen wie er nur selten eine Chance bekommen. Weil sie einfach nicht ins Beuteschema passen. Obwohl sie vielleicht die bessere, die günstigere Alternative darstellen.„ Da ist was dran. Immerhin sieben Generationen des Alto gab es von 1979 bis 2015, dann wurde er durch den Suzuki Celerio ersetzt. In diesen sieben Generationen blieb er stets ein bezahlbarer Kleinwagen: sehr einfach aufgebaut und ausgestattet, dafür ausreichend robust und wunderbar pflegeleicht. Genau das richtige Automobil, wenn es nicht um Mode oder Prestige geht. Sondern um den Dauerparkplatz unter der Laterne in Buxtehude.

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Seine unscheinbare Art – die in Kombination mit dem unverwüstlichen Charme das Gefühl beschwört, einen kleinen Geheimtipp gefunden zu haben. Freilich nur, wenn man einen einfachen Kleinwagen sucht, der wenig kostet.

“Wetten, dass wir an dem nicht viel finden?„, kappt Meister Wünsch den Gedankenstrang. “Dieser japanische Zwerg wird uns aber auch nicht mit technischem Schnickschnack überraschen, auch nicht mit übermäßig viel Dämmmaterial oder ausgeklügelten Achsaufhängungen. Er basiert auf vergleichsweise alter Technik, die wenig kostet. Die dafür aber einen Reifegrad besitzt, der allen gefällt. Unplanmäßige Werkstattstopps sind dadurch selten.„

Optik-Check: Beulen? Dellen? Unfallspuren?

Den Gebrauchtwagen- Check durchläuft heute ein Alto Baujahr 2013 in Club-Ausstattung. Was eine Klimaanlage, einen höhenverstellbaren Fahrersitz und ein CD-Radio verspricht. Die wichtigsten Airbags und der Schleuderschutz ESP sind ebenfalls an Bord. Unter der kleinen Haube ruht ein Dreizylinder mit nicht mal einem Liter Hubraum, der 68 PS leistet und keine 12.000 Kilometer absolviert hat. Das Besondere: Der Vorbesitzer ist nicht nur pfleglich mit dem Suzuki umgegangen, er hat ihm auch ein Automatikgetriebe spendiert.

Meister Wünsch interessiert das erst mal herzlich wenig. Mit kaffeewachen Sinnen umkreist er wie gewohnt den Gebrauchten auf der Suche nach Dellen, Beulen und Indizien für einen schlecht instand gesetzten Unfallschaden. Letzteres sind meist auffällig ungenaue Spaltmaße oder Unterschiede im Lack. “Mit etwas Übung kann das jeder„, erklärt der Meister, während er mit dem Zeigefinger der rechten Hand den Spalt der Motorhaube zu den vorderen Kotflügeln abfährt. Und sich anschließend vor die Stoßstange kniet und die Passung zur Haube überprüft. “Seht ihr das hier?„, fragt er und zeigt auf den Spalt, der beim rechten Scheinwerfer etwas größer ist als beim linken. “Kann sein, dass die Stoßstange mal ab war. Muss aber nicht, denn bei diesen Fahrzeugen sind solche Abweichungen durchaus in der Toleranz. Wir reden hier schließlich nicht von einem Modell der 50.000- Euro-Klasse.„ Abgesehen davon findet der Meister keine Blessuren am Alto, nicht mal eine Parkschramme. “Vermutlich übernachtete dieses Exemplar regelmäßig in einer Garage.„

Nach einem zufriedenen Blick ins Serviceheft (alle Stempel sind drin) steht die Probefahrt an. Meister Wünsch weckt den Dreizylinder, der ohne Aufregung einen schnurrigen Leerlauf annimmt. Als die Tür in Schloss fällt, hallt ein blechernes Geräusch durch den kleinen Wagen. “Dämmung wird manchmal überbewertet„, scherzt Meister Wünsch und zeigt auf die Kunststoffverkleidungen im Innenraum, die teilweise recht lieblos aufeinandertreffen: “Verarbeitungsqualität wohl auch.„

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Automatikgetriebe.

Wählhebel auf “D„, los geht’s. Der Motor faucht, der Kleinwagen startet durch. Sein Antritt reicht in der Stadt völlig aus – über Land könnte es auf Dauer aber etwas zäh werden. Auf einem freien Stück testet Meister Wünsch die Bremsen auf Geräusche und Rubbeln in der Lenkung – Letzteres würde auf eingelaufene Bremsscheiben hinweisen. Zudem nimmt er bewusst ein paar Schlaglöcher mit, um die Federung zu tes- ten. “Alles bestens„, urteilt er zufrieden und steuert den Kleinwagen zurück in die Werkstatt, auf die Hebebühne.

Da die 14-Zöller keine Blicke auf die Bremsen ermöglichen, demontiert sie Meister Wünsch. Was er zu sehen bekommt, erfreut ihn: Scheiben und Klötze an der Vorderachse sind gut in Schuss. Das trifft auch auf die Radaufhängung zu, die kein Spiel aufweist. Auch die Achsmanschetten sehen aus wie neu. “Kein Wunder, der Wagen hat ja gerade mal 11.500 Kilometer hinter sich„, bewertet Meister Wünsch das Ergebnis.

Unter dem Antrieb des Suzuki ist daher auch kein Öl zu entdecken. “Bei teureren Modellen ist der Motor mittlerweile längst von unten verkleidet.„ Nicht so beim Suzuki, wo Meister Wünsch sofort an den Ölfilter kommt. “Für uns in der Werkstatt ist das super.„

Rost? Keiner zu finden am kleinen Suzuki

Der Unterboden zeigt sich wunderbar sauber und rostfrei. “Seht ihr, wie penibel Suzuki alle Kanten und Blechüberlappungen versiegelt hat„, sagt der Meister und zeigt auf breite, gleichmäßige Dichtmasseraupen. “So gehört sich das.„ Was ihm ebenfalls gefällt, sind die Achsträger des Kleinen, die schwarz glänzen und keinen Rost tragen. “Da sehen gleich alte Modelle deutscher Hersteller oft schlechter aus.„

Am Ende schaut er sich noch den Auspuffstrang an (nix zu finden), checkt die Brems- und Kraftstoffleitungen (alle dicht), überprüft die Radlager (keines macht Geräusche) sowie das Reifenprofil (reichlich vorhanden) und schmunzelt: “Hab ich es euch nicht gesagt: An dem finden wir nichts! Typisch Suzuki, mit etwas Pflege und regelmäßigen Wartungen gibt es selten Probleme.„

Hört sich gut an. Und was sagen die Preise? In den gängigen Gebrauchtwagen-Börsen finden sich Suzuki Alto ab 2.300 Euro. Diese sind dann allerdings Baujahr 2009, haben über 140.000 Kilometer auf den Achsen und kommen nicht selten aus dem Fuhrpark eines Pflegedienstes – was kein Makel sein muss. Allerdings finden sich auch Suzuki Alto aus Baujahr 2012, die mit Klimaanlage und rund 50.000 Kilometern Laufleistung nach nicht mal 4.000 Euro verlangen.

An der Sicherheitsvorstellung des Alto ändert das allerdings nichts – im Euro-NCAP-Crashtest holte der Kleinwagen nur drei von fünf Sternen.

Versionen, Motoren & Ausstattung

In Japan läuft der Alto seit 1979. Zeitweise erhielt er dort alle zwei Jahre eine Überarbeitung, wodurch es rückblickend schwerfällt, ein solches Facelift von einem neuen Modell zu unterscheiden. Interessant auch, dass bereits der erste Alto (Typ SS, 1979 bis 1986) mit einem Dreizylinder ausgeliefert wurde. Der kleine Benziner leistete 40 PS. Die hier vorgestellte Version des Alto rollte im Oktober 2008 auf der Mondial de l’Automobile in Paris ins Rampenlicht. Und zwar mit einem weltweit einheitlichen Look – das war neu.

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Federung? Die Schraubenfedern sind schlank ausgelegt, erfüllen aber ihren Job.

Das frisch entwickelte Modell gab es auch als Nissan Pixo, es ist durch die großen runden Scheinwerfer und die hochgezogene vordere Stoßstange leicht zu erkennen. Die europäischen Modelle wurden bei Maruti Suzuki in Indien hergestellt.

Als einziger Antrieb steht der Einliter-Ottomotor mit drei Zylindern parat, der serienmäßig an ein Fünfgang-Schaltgetriebe gekoppelt ist. Der Benziner leistet 68 PS bei 6.000 Umdrehungen und kommt auf ein maximales Drehmoment von 90 Newtonmetern bei 3.400 Umdrehungen. Was wenig klingt, reicht bei einem Leergewicht von rund 930 Kilogramm aus, um gut im Stadtverkehr mitschwimmen zu können. Die Höchstgeschwindigkeit des Alto liegt bei rund 150 km/h. Der Verbrauch des Dreizylinders pendelt sich bei vorausschauender Fahrweise unter fünf Litern pro 100 Kilometer ein. Den CO2-Ausstoß gibt Suzuki mit 103 g/km an.

Der 3,66 Meter lange Alto wurde in drei Ausstattungslinien angeboten, vier Türen und vier eingetragene Sitzplätze sind serienmäßig. Der Grundpreis betrug 8.900 Euro, womit der Kleinwagen einer der günstigsten am Markt war.

Bei der Suche nach einem gebrauchten Modell sollte man auf eine Klimaanlage, umklappbare Rücksitze und einen höhenverstellbaren Fahrersitz achten. ESP war nur in den Ausstattungen Club und Comfort serienmäßig an Bord. Die angebotene Vierstufenautomatik raubt dem Motor Kraft, schraubt den Verbrauch nach oben – und schränkt das verfügbare Angebot ein. Andere Extras wie Nebel- scheinwerfer oder Drehzahlmesser sind nette Details, aber nicht zwingend notwendig. Mitte 2015 wurde die Produktion des Alto zugunsten des Suzuki Celerio eingestellt.

Fazit

Der Suzuki Alto ist ihr Typ, wenn Sie einen praktischen, soliden Kumpel für die Stadt suchen – der frei von jedem Premium-Anspruch gebaut wurde. Und sich genauso anfühlt – äußerst einfach und ehrlich. Wenn Sie mit seiner simplen Art leben können, wächst er Ihnen garantiert ans Herz. Denn um ihn müssen Sie sich nicht viel kümmern: ab und an frisches Motoröl und neue Filter, gelegentlich ein paar Liter Superbenzin – und die Beziehung läuft reibungslos. Vier Türen und einen kleinen Dreizylinder inklusive grüner Plakette besitzt er serienmäßig.

Das gefällt uns:

Seine unscheinbare Art – die in Kombination mit dem unverwüstlichen Charme das Gefühl beschwört, einen kleinen Geheimtipp gefunden zu haben. Freilich nur, wenn man einen einfachen Kleinwagen sucht, der wenig kostet. Vor allem wenig Nerven. Das unkomplizierte Verhältnis zu Parkplätzen und die vier vorhandenen Türen sind weitere Vorzüge.

Das stört uns:

„Stören“ ist ein böses Wort, sagen wir daher lieber „wundern“: Warum ist es Suzuki in all den Jahren nicht gelungen, den Innenraum mit ansprechenden Kunststoffen zu verkleiden? Oder es bei hübsch lackierten Blechen zu belassen? Alles besser als der Ist-Zustand. Jetzt fällt uns doch noch was Störendes ein: sein Produktionsende im Jahr 2015.

So ist die Marktlage:

Es sind wenig gebrauchte Suzuki Alto im Angebot – wenn man es mit Ford Fiesta und Co. vergleicht. Aktuell werden in den gängigen Gebrauchtwagen-Börsen im Internet rund 200 Exemplare von der letzten Generation des kleinen Suzuki angeboten. Wer einen sucht, muss eventuell ein paar Kilometer auf sich nehmen – findet aber einen.

Technische Daten

Suzuki Alto 1.0 Club
Grundpreis 9.990 €
Außenmaße 3500 x 1600 x 1470 mm
Kofferraumvolumen 129 bis 774 l
Hubraum / Motor 996 cm³ / 3-Zylinder
Leistung 50 kW / 68 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 155 km/h
0-100 km/h 14,3 s
Verbrauch 4,3 l/100 km
Testverbrauch 6,1 l/100 km
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