Toyota Yaris XP13, Gebrauchtwagen-Check, asv1917 Dani Heyne

Toyota Yaris im Gebrauchtwagen-Check

Ein kleiner Saubermann?

Man sagt, mit gebrauchten Toyota mache man keine Fehler. Die liefen und liefen … Sind das verlässliche Erfahrungen oder nur Starke Behauptungen? Um brauchbare Antworten zu finden, fahren wir zu Meister Wünsch und checken den Yaris durch.

Wie macht das Toyota nur? Egal welche Werkstatt man fragt: Gebrauchte Vertreter der japanischen Marke sind vergleichsweise selten mit größeren Problemen zu Gast.

Das bestätigen auch die jährlichen Statistiken von TÜV und DEKRA: Dort finden sich Toyota-Modelle als „Mängelzwerge“ regelmäßig auf den vordersten Plätzen.

Das Erstaunliche daran: Nicht nur junge Fahrzeuge schneiden dort gut ab, sondern auch sieben- und neunjährige. Da fragt man sich schon: Wie schaffen die Japaner das? Was uns auf charmante Art zum heutigen Star bringt: Meister Wünsch. Auch er trägt einen Kittel – und schnüffelt bereits in gewohnter Manier um den Hauptdarsteller des Tages: einen schneeweißen Toyota Yaris, Erstzulassung August 2015. Unter der kurzen Haube wohnt ein Einliter-Benziner mit 69 PS, der bei seinem ersten Besitzer noch nicht mal 20.000 Kilometer laufen durfte. Also ist er gerade mal gut eingefahren. Zur Ausstattung zählen eine manuelle Klimaanlage, ein Radiosystem mit MP3-Wiedergabe, iPod- Steuerung und USB- Schnittstelle sowie elektrische Fensterheber und schmucke 15-Zoll-Alu- räder.

Das interessiert Meister Wünsch gerade herzlich wenig, seine volle Konzentration gehört dem Blechkleid des kleinen Toyota. Was selbst das geschulte Auge nicht erkennt, entlarvt er dabei mit professionellem Tastsinn. „Mal sehen, ob wir hier was finden“, murmelt er leise und arbeitet sich in Zeitlupe an der linken Seite des Yaris entlang. Am Heck angekommen, konstatiert er nüchtern: „Ich kann keine Schäden am Blech ausmachen, nicht mal eine kleine Beule.“

Der Starlet-Nachfolger war Toyotas Kleinster

„So sauber, wie die Fenstergummis sind, parkte der kleine Toyota sicher jede Nacht in einer Garage“, mutmaßt der Meister und angelt im Handschuhfach nach dem Serviceheft.

Nutzen wir die Zeit und werfen einen kleinen Blick auf die Modellhistorie. Seit 1998 bereichert der kleine Japaner – als Nachfolger des Starlet – unser Straßenbild und war bis zum Start des

Aygo Toyotas kürzester Kleinwagen. Der hier besprochene Yaris gehört zur dritten Generation, die seit 2011 am Markt ist.

„Vorbildlich abgestempelt“, ruft der Meister und wedelt mit dem Serviceheft. „Bei den wenigen Kilometern war das aber auch nicht anders zu erwarten.“ Dann stellt er sich den Fahrersitz und die Spiegel ein, startet den kleinen Dreizylinder und fegt für eine Probefahrt vom Hof.

„Den knurrigen Motorlauf mag ja nicht jeder“, erklärt Meister Wünsch, während er den schneeweißen Yaris durch die Stadt dirigiert. „Mir gefällt der Sound des Motors, wobei man fairerweise zugeben muss, dass er mit ein wenig mehr Dämmung drum herum nicht ganz so prominent zu hören wäre. Über den Antritt kann man sich auf jeden Fall nicht beschweren – wer überwiegend in der Stadt unterwegs ist, der wird mit dem Motor zufrieden sein. “

Als wir über eine Straße mit altem Kopfsteinpflaster fahren, hüpft der Yaris etwas nervös hin und her. „Völlig normal für einen leichten Kleinwagen wie diesen, viel wichtiger ist, dass er dabei nicht klappert und die Kugelgelenke der Lenkung nicht zittern. Bei diesem Exemplar ist alles unauffällig: kein Zittern in der Lenkung, keine polternden Achsen“, attestiert Meister Wünsch und steuert zurück zur Werkstatt. „Wollen wir den Kleinen doch mal auf der Hebebühne unter die Lupe nehmen.“

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Bissspuren. Hier war wohl ein hungriger Marder zu Gast. Zum Glück hat er sich nur in der Dämmmatte verewigt.

In den heiligen Hallen angekommen, checkt Meister Wünsch zuerst die Bissfestigkeit der Bremsen. Dabei rollt der Yaris über einen Prüfstand und muss achsweise möglichst identisch stark verzögern – was er auch tut. Auf der Hebebühne schaut sich Meister Wünsch dann das Tragbild der Bremsscheiben an und checkt die Dicke der Bremsklötzchen – und findet beide Male keinen Grund zur Sorge. Im Gegenteil: Die Bremsen sehen aus wie neu.

Auch die Radlager hinterlassen einen tadellosen Eindruck. Meister Wünsch ist inzwischen bei den Kugelgelenken der Vorderachse angekommen und überprüft diese auf übermäßig viel Spiel – kann aber auch hier nichts finden. „Der Kleine ist in erstaunlich gutem Zustand. Schaut euch mal den Unterboden an, keine Spur von Rost. Nicht mal an den Achsträgern.“

Bewährte Technik macht keine Probleme

Es fällt auch hier auf, wie solide der kleine Toyota gemacht ist. Meister Wünsch fällt dazu Folgendes ein: „Während andere Autohersteller neue Achskonstruktionen oder innovative Elektronik ins Auto packen, setzt Toyota eher auf bekannte Technik, die langzeiterprobt ist und damit weniger Probleme bereitet. Mal abgesehen vom Hybridantrieb fällt mir wenig Technik ein, bei der Toyota Vorreiter gewesen wäre – was im Umkehrschluss eben auch bedeutet, dass die Autos mit bekannter Technik langlebiger sind.“

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UNDICHT? Nach 18.500 Kilometern ist die Abgasanlage noch makellos.

Und da haben wir den Toyota-Effekt, der bei den Gebrauchten ziemlich gut funktioniert.

Meister Wünsch hat in der Zwischenzeit die Achsmanschetten kontrolliert (keine Risse), Motor und Getriebe auf Undichtigkeiten überprüft (alles trocken) und den Auspuff gecheckt (keine Löcher). Auch die Kraftstoffleitungen sind dicht. „Dass ein Auto mit so wenigen Kilometern keine großen Probleme hat, war zu erwarten. Dennoch überrascht mich der Allgemeinzustand des Yaris positiv. Da sieht man an anderen Modellen nach zwei Jahren schon mehr Gebrauchsspuren“, erklärt Meister Wünsch und verabschiedet sich.

Bleibt uns der Blick auf die Gebrauchtwagenpreise: Zwei Jahre alte Toyota Yaris mit dem Basismotor und vergleichbarer Ausstattung starten bei rund 8.000 Euro. Soll der Kleinwagen den nächststärkeren Benziner mit 99 PS an Bord haben, muss man rund 1.200 Euro mehr einplanen.

Gebrauchte Hybrid-Exemplare des Yaris mit etwa 45.000 Kilometern Laufleistung gibt es derzeit ab rund 11.000 Euro.

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Fazit

Ein Toyota Yaris ist ihr Typ, wenn Sie einen übersichtlichen Kleinwagen suchen, der nicht durch technische Spielereien, sondern mit überragender Zuverlässigkeit glänzt. Im Unterhalt ist besonders der Dreizylinder-Basisbenziner mit 69 PS angenehm zurückhaltend – und seine Leistung reicht locker für den Großstadtdschungel. Hybrid-Fans werden vom kleinen Toyota ebenfalls nicht enttäuscht, da es ihn auch mit dieser Antriebsform auf dem Gebrauchtwagenmarkt gibt – allerdings zu vergleichsweise hohen Preisen.

Das gefällt uns:

Seine zurückhaltende Art – die in Kombina- tion mit der gebotenen Zuverlässigkeit und Langlebigkeit auf eine erfüllte Partnerschaft hinausläuft. Zudem hat Toyota schon seit einigen Jahren auch für den Yaris eine Hybridversion am Start. Suchen Sie das mal bei den gängigen Kleinwagen aus deutscher Produktion!

Das stört uns:

Schon klar: Der Kühlergrill fällt in die Kategorie Mode, die bekanntermaßen Geschmackssache ist. Dabei müsste der Yaris sein Maul ja gar nicht so weit aufreißen. Wenn schon, dann hätten die Designer vielleicht ein wenig mehr Zeit für den Innenraum verwenden sollen. Hier vermissen wir ein bisschen mehr Liebe zum Detail.

So ist die Marktlage:

Ausgezeichnete Situation: In den gängigen Gebrauchtwagenbörsen im Internet suchen aktuell rund 1.000 gebrauchte Yaris (ab Baujahr 2015) nach einem neuen Besitzer – darunter sogar einige Hybridversionen. Die Chancen, ein passendes Angebot in der näheren Umgebung zu finden, sind entsprechend hoch.

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