Van gegen Kombi Teil 1

Ford S-Max und Mondeo Turnier

Foto: Achim Hartmann 22 Bilder

Ford Mondeo Turnier gegen S-Max, beide als Zweiliter-Diesel. Der Traditions-Kombi gegen die neue, sportliche Van-Generation - wer bietet mehr Lust am Laden?

Alle machen sie dem klassischen Kombi vom Schlage einen Ford Mondeo Turnier die Kunden abspenstig: Die Outdoorer kraxeln im SUV, die Handwerker transportieren im Kastenwagen, Großfamilien reisen im Raum-Wagen. Bleibt für die Fahrdynamiker unter den Spediteuren wenigstens die Gewissheit, im Kombi die limousinenähnlichsten Fahreigenschaften vorzufinden.

Doch genau hier grätscht die nächste Gattung ein – der Sport-Van, der Ford S-Max. Sein Dach ist höher als das des Mondeo, doch niedriger als jenes des Galaxy, was der schlanken Linie des SMax zugute kommt. Schon auf den ersten Blick assoziiert man warme Reifen statt warmer Windeln. Und tatsächlich: Wer sich im S-Max an seiner Lieblingsstrecke versucht, wird überrascht sein, wie lustvoll der Designer-Van Kurven vernascht. Dann steigt man in den Mondeo um, und plötzlich fühlt sich der S-Max doch wieder wie ein Van an.

Gegen den Laufschuh Mondeo ist der S-Max nur ein modischer Sneaker – schön anzusehen, bequem zu tragen, aber nur bedingt für den Sprint geeignet. Der Mondeo lenkt präziser ein, wankt und untersteuert weniger, federt Bodenwellen überlegener weg. Trotz ähnlicher Grundfläche ist der Kombi deutlich handlicher und übersichtlicher. Die erhabenen Sitze erleichtern dem S-Max- Piloten zwar den Einstieg, doch fürs integrierte Fahrgefühl ist selbst die niedrigste aller Positionen zu hoch.

Zudem verzahnen sich die Frisuren großer Mitfahrer (ab 1,90 Meter) im Fond mit dem Dachhimmel rund um das Glasdach (785 Euro). Beim Stühlerücken wird klar, warum sich die Passagiere im S-Max wie im zweiten Stock untergebracht fühlen: Die Faltmimik des Mobiliars benötigt Raum im Keller der Karosserie. Die hinteren drei Sitze lassen sich einzeln verschieben, die Rückenlehnen variabel neigen und zum ebenen Ladeboden zusammenklappen. Selbst bei maximalem Gepäckraum-Volumen von beachtlichen 2000 Liter dürfen die Sitze an Bord bleiben.

Wäre da noch die Wahlmöglichkeit für den Kofferraum: Entweder hilft ein ausziehbarer Gepäckraumboden (370 Euro) beim Beladen, oder zwei weitere Kinder finden auf der ausklappbaren dritten Sitzreihe (775 Euro) Platz. Auch sonst bietet Ford nützliches Zubehör wie eine Fixierung für Fahrräder (180 Euro), eine Kühlbox (360 Euro), ein ausziehbares Staufach unter den Vordersitzen (je 30 Euro) sowie Tabletts an ihren Lehnen (70 Euro).

Antirutsch- Matte für den Kofferraum (60 Euro) sowie Dachbox (209 Euro) rüstet der Vertragshändler nach. Bei soviel Praktikabilität muss der Mondeo passen. Weder bietet er ähnlich viel Stauraum für kleine und große Gegenstände, noch lässt er sich zum Mini-Schulbus aufrüsten. In die äußeren Plätze der Rückbank integrierte Kindersitze (265 Euro) sind das höchste der Beförderungsgefühle, nur Gepäckhaken und -netze befriedigen die Speditionslust.

Der Mondeo ist schlicht ein klassischer Kombi. Zwar lässt sich seine hintere Rückenlehne, nicht jedoch die Sitzfläche geteilt hochklappen. Ablagen nehmen nur das Nötigste auf, kapitulieren bereits vor 1,5-Liter-PET-Flaschen. Immerhin liefert Ford beim getesteten Modell Futura X die Dachreling serienmäßig. Beim S-Max kostet sie 175 Euro Aufpreis. Generell ist der Mondeo günstiger, aber schlechter ausgestattet, vor allem beim Thema Sicherheit.

Knieairbag und optionale Reifendruckkontrolle (200 Euro) hinterlassen nur im S-Max ein gutes Gefühl; andererseits ist die Optionsliste des Mondeo kundenfreundlicher kalkuliert. Um den Stand des S-Max in der Trend-Version zu erreichen, müssen Kunden die hervorragenden Sportsitze (1275 Euro) hinzubestellen. Dafür ist bereits die Audioanlage mit CD-Player (bei S-Max 730 Euro) im Serienumfang enthalten. Und man kann sich den Parkpilot sparen, der im massigen Van unumgänglich ist (490 Euro).

Höhere Festkosten kompensiert der leichtere und windschlüpfigere Mondeo zumindest teilweise über seinen sparsameren Umgang mit Kraftstoff. Obwohl beide Fahrzeuge der 130-PSTDCI gleicher Bauart antreibt, fühlt sich der Zweiliter-Diesel verschieden an. Nicht, dass die vor allem am Berg lästige Anfahrschwäche gemildert wäre; doch im S-Max grollt der Selbstzünder weniger spür- und hörbar, tritt vehementer an und zieht im hohen Gang fülliger durch, was seiner kürzeren Übersetzung zu verdanken ist.

Zudem lassen sich die Fahrstufen mit dem griffgünstig hoch montierten Schalthebel wunderbar präzise abrufen. Immerhin untermalt der S-Max hier seinen sportlichen Anspruch, wenngleich die Qualitäten anders gewichtet sind: Obwohl schick gestaltet, bietet er sämtliche Vorzüge eines Lademeisters. Und so geschieht es, dass die Luft für einen hervorragenden klassischen Kombi wie den Mondeo Turnier immer dünner wird.

Fazit

1. Ford S-Max 2.0 TDCi Trend
492 Punkte

Der S-Max spielt alle Vorzüge eines Vans aus: Er bietet deutlich mehr Platz, ist variabler und zudem besser ausgestattet. Leichte Nachteile bei Verbrauch, Fahrdynamik und Komfort sind verschmerzbar.

2. Ford Mondeo 2.0 TDCi Turnier Futura X
483 Punkte

Nach wie vor ist der Mondeo Turnier ein erstaunlich gutes Auto, erledigt Speditionsaufgaben mit Bravour. Fehlender Variabilität setzt er ein exzellentes Fahrwerk entgegen, das die transportfreie Zeit versüßt.

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Technische Daten
Ford S-Max 2.0 TDCi Trend Ford Mondeo Turnier 2.0 TDCi Futura X
Grundpreis 29.125 € 27.600 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4768 x 1884 x 1658 mm 4804 x 1812 x 1427 mm
KofferraumvolumenVDA 755 bis 2000 l 540 bis 1700 l
Hubraum / Motor 1997 cm³ / 4-Zylinder 1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 96 kW / 130 PS bei 4000 U/min 96 kW / 130 PS bei 3500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 191 km/h 204 km/h
0-100 km/h 11,3 s 11,6 s
Verbrauch 6,4 l/100 km 6,2 l/100 km
Testverbrauch 8,7 l/100 km 8,3 l/100 km
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