Van gegen Kombi Teil 3

Espace und Laguna Grandtour

Foto: Achim Hartmann 22 Bilder

Wer viel Platz für Menschen oder Güter braucht, kann im Hause Renault zwischen dem Van-Urmeter Espace und der Kombi-Variante des Laguna namens Grandtour wählen.

Mit der nunmehr vierten Generation des Espace seit 1985 stammt der Vorläufer aller europäischen Vans von Renault. Beliebt ist er vor allem bei Familien wegen seines enormen Platzangebots und des vielfältig wandelbaren Innenraums. Serienmäßig sind allerdings nur fünf Sitzplätze, während viele Konkurrenten in dieser Klasse wie etwa der neue Ford Galaxy grundsätzlich als Siebensitzer angeboten werden.

Für die Sitze Nummer sechs und sieben werden beim 32 550 Euro teuren Espace 2.0 dCi Expression je 350 Euro fällig. Hinzu kommt ein Zwangs- Obulus von 110 Euro für Fußmatten bis zur dritten Sitzreihe. Derlei Optionen gibt es für den identisch motorisierten Laguna Grandtour Dynamique für 28 000 Euro nicht. Er ist und bleibt ein Fünfsitzer.

Als Kombi eignet auch er sich aber für diverse Transportaufgaben im Familien- Alltag wie etwa der Großeinkauf am Wochenende. Schließlich zieht man ja nicht jeden Tag um, und ein Kühlschrank passt sogar in den Grandtour. Dafür braucht man also nicht unbedingt einen Van. Das Stückgut im Espace darf jedoch noch um einiges üppiger ausfallen.

Abgesehen vom reinen Maximalvolumen, wo der Van den Kombi mit 2860 zu 1515 Liter klar übertrumpft, bietet der Laderaum des Espace deutlich mehr Höhe und Tiefe (siehe Quadermaß). Lediglich in der lichten Breite zwischen den Radkästen herrscht nahezu Gleichstand. Mit über 700 Kilogramm bietet der Espace zudem in puncto Zuladung die weitaus höheren Reserven.

Der große Renault-Van verfügt in puncto Variabilität noch nicht wie heute üblich über einen ausgeklügelten Klappmechanismus, mit dem Sitze flach im Ladeboden verstaut werden können. Dafür lassen sie sich Platz sparend zusammenfalten, leicht ausbauen und dank der Schienen im Boden auch nahezu stufenlos verschieben. Unzählige Konstellationen sind auf diese Weise zu realisieren.

Alle Sitze sind zudem identisch und verfügen über integrierte Gurte. So stören sie weder beim Ausbauen und Verschieben, noch muss man beim Wiedereinbau auf die Position der Sitze achten. Jeder Sitz passt überall. Beim Laguna Grandtour beschränken sich die Möglichkeiten, den Laderaum zu erweitern, auf das Umklappen der im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitzlehne und -fläche. Ist die Bank nicht umgeklappt, bleiben dahinter 475 Liter Stauraum, beim Espace Fünfsitzer sind es stolze 650 Liter.

Im Laguna sitzen hinten nur zwei Personen wirklich bequem. Der dritte Passagier dagegen hockt hoch auf dem harten Mittelteil und muss die Füße rechts und links vom Mitteltunnel sortieren. Ganz anders im Espace. Alle drei Fond-Passagiere logieren auf gleich großen Sesseln, die zudem guten Seitenhalt bieten – mehr sogar als die vorderen. Lediglich auf den äußeren Plätzen sitzt man etwas zu dicht an den Türen. Wird der Mittelsitz aber ausgebaut oder ganz nach hinten geschoben, können die beiden Außensitze ein paar Zentimeter nach innen versetzt werden.

Dadurch verbessern sich Raumgefühl und Schulterfreiheit spürbar. Die hinteren Sitze sind jedoch allesamt zu niedrig montiert, wodurch die Beine stark angewinkelt werden müssen und keine richtige Oberschenkelauflage vorhanden ist. Richtig auftrumpfen kann der Laguna, wenn es ums Fahren geht. Naturgemäß kann sich das laufruhige 150-PS-Dieselaggregat im leichteren Laguna besser in Szene setzen.

Der bietet die klar besseren Fahrleistungen und verbraucht eineinhalb Liter Diesel weniger je 100 Kilometer, wofür neben dem niedrigeren Gewicht auch der geringere Luftwiderstand verantwortlich ist. Auch das Bremsenkapitel entscheidet der Kombi für sich. Hoher Belastung sind die Espace-Stopper nicht ganz so gut gewachsen. Außerdem ist der Bremsweg auf rechts und links unterschiedlich griffigem Untergrund gefährlich lang.

Auf kurvenreichen Strecken ist der Kombi in seinem Revier. Unterstützt von einer präzisen Lenkung bietet er agile und sichere Fahreigenschaften. Mit seinem trägen Handling kann der Espace dem Laguna nicht folgen. Der Van untersteuert stärker und reagiert heftiger auf Lastwechsel. Überdies wirken sich die starken Karosseriebewegungen bei flotter Kurvenfahrt negativ auf die Fahrstabilität aus. Selbst beim Federungskomfort hat der Laguna die Nase vorn. Er rollt geschmeidiger ab und spricht sensibler auf kurze Unebenheiten an.

Gleichzeitig bringen den Kombi lange Bodenwellen weniger aus der Ruhe als den schaukelig wirkenden Espace. Die Wertung geht also klar an den Kombi. Nur wer das ganze Jahr über einen geräumigen Transporter braucht, fährt mit dem Espace besser. Bei der Preisdifferenz von über 4500 Euro könnte man aber auch getrost manche Tour mit dem Laguna doppelt fahren.

Fazit

1. Renault Laguna Grandtour
497 Punkte

Der Kombi hat in allen Disziplinen, die das Fahren betreffen, die Nase vorn. Zudem ist er in Anschaffung und Unterhalt billiger. Höheren Ansprüchen an Platz und Variabilität wird er jedoch nicht gerecht.

2. Renault Espace
454 Punkte

Der geräumige Van schreckt vor keiner Transportaufgabe zurück. Erkauft wird das aber durch Zugeständnisse bei Fahreigenschaften, Komfort und Kosten. Der Bremsweg auf unterschiedlich griffigem Belag ist zu lang.

Technische Daten
Renault Laguna Grandtour 2.0 dCi FAP Dynamique Renault Espace 2.0 dCi FAP Expression
Grundpreis 28.700 € 32.400 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4713 x 1774 x 1439 mm 4656 x 1894 x 1728 mm
KofferraumvolumenVDA 475 bis 1515 l 291 bis 2860 l
Hubraum / Motor 1995 cm³ / 4-Zylinder 1995 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 110 kW / 150 PS bei 4000 U/min 110 kW / 150 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 212 km/h 194 km/h
0-100 km/h 10,4 s 11,7 s
Verbrauch 6,3 l/100 km 7,7 l/100 km
Testverbrauch 8,8 l/100 km 10,3 l/100 km
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