Verbrauchsvergleich Hybrid gegen TDI

Toyota Auris HSD gegen VW Golf TDI Blue Motion

VW Golf TDI Blue Motion, Toyota Auris HSD Tankstelle Foto: Achim Hartmann 21 Bilder

Toyota schickt mit dem Auris HSD den ersten konventionellen Kompaktwagen als Benzin-Hybrid in den Spritspar-Wettkampf. Der VW Golf TDI Blue Motion nimmt den Fehdehandschuh dieselnd auf.

Kommt der Toyota Prius noch so radikal daher wie einst die Anti-Atom-Protestler, ähnelt der Auris eher Stuttgart 21: Mit ihm hat der Antriebs-Anarchismus endgültig die Mitte der Gesellschaft erreicht. Bevor uns die ganz große Elektro-Revolution überrollt, pflanzt Toyota als Erster die Vollhybrid-Flagge in die Kompaktklasse. Dazu implantieren sie die Doppelherz-Technik des Prius inklusive der Option rein elektrischen Fahrens in den vergleichsweise unaufregenden, aber massenverträglichen Körper des Auris. Das richtige Konzept für alle, die ihre Hybrid-Affinität nicht unbedingt als Bekenner-Tattoo herumtragen müssen. Und mit einem Basispreis von 22 .950 Euro ist der Neuzugang obendrein rund 2.800 Euro günstiger als der Prius.

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Verbrauchsvergleich Toyota Auris Hybrid, VW Golf 1.6 TDI Hybrid und Diesel
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Toyota Auris HSD gegen VW Golf TDI Blue Motion im Stadtverkehr:

Niedrige Tempi, reichlich Stopps, ständiges Anfahren und Bremsen – Stadtverkehr ist Hybrid-Terrain. Ob zeitweise rein elektrisches Fahren bis etwa 50 km/h oder komfortabel elektrisch unterstütztes: Der Toyota Auris HSD beherrscht es perfekt. Er stoppt und startet kaum merklich, koppelt die Antriebskomponenten sanft verschliffen aneinander, schiebt zügig an, beherrscht sogar Positionsrangeleien beim Ampelstart. Zudem gewinnt der Toyota Auris HSD beim Rollen und Bremsen Energie zurück, die er direkt reinvestiert – gewinnbringend, wie der Durchschnittsverbrauch von 4,9 Liter/100 km beweist.
Der VW Golf TDI Blue Motion braucht einen Tick mehr Kraftstoff, stößt mehr CO2 sowie Rußpartikel aus und verlangt erhöhte Aufmerksamkeit beim Losfahren. Das Start-Stopp-System plus Anfahrschwäche provoziert Abwürgen. Dennoch sind fünf Liter pro 100 Kilometer Stadtverkehr ebenfalls respektabel.

Toyota Auris HSD gegen VW Golf TDI Blue Motion auf der Landstraße

Bei einer anspruchsvol-len Landstraßenrunde mit Steigungen verschiedenen Kalibers inklusive Ortsdurchfahrten zeigen beide Modelle Spartalent. Trotz Winterbereifung kommen Auris und Golf bei einem Durchschnittstempo von 55 km/h mit rund fünf Liter Kraftstoff aus. Und das, obwohl die in regelmäßigen Abständen wechselnden Fahrer nicht einmal übertrieben sparsam fahren. Der Toyota Auris HSD profitiert hier neben echter Energierückgewinnung sowie E-Unterstützung auch von seiner stufenlosen Automatik und dem Eco-Modus. Im VW Golf TDI Blue Motion ist der Fahrereinfluss größer. Die etwas zähe Kraftentfaltung und die lange Übersetzung des Fünfganggetriebes erschweren ökonomisches Fahren, da man oft zwischen zwei Gängen hin- und herwechseln muss. So liegt der VW Golf TDI am Ende mit 0,2 Liter Mehrverbrauch hinten.

Toyota Auris HSD gegen VW Golf TDI Blue Motion auf der Autobahn

Auf der zügig absolvierten Autobahnfahrt mit Spitzengeschwindigkeiten bis 160 km/h und einem Durchschnitt von rund 120 km/h zieht der VW Golf TDI Blue Motion dem Toyota Auris HSD mit zunehmendem Tempo die Decke weg. Dessen Hybridkonzept funktioniert bis etwa 120 km/h zufriedenstellend. Sobald die Kraftanzeige jedoch in den Power-Modus geht, zerschneidet das Plärren des vibrationsfreudigen Benziners den Wohlfühleindruck. Am deutlich erhöhten Spritkonsum von 9,2 Liter/100 km können weder das effiziente Atkinson-Verbrennungsverfahren noch der sich zeitweise einklinkende Elektromotor etwas ändern. Währenddessen dieselt der lang übersetzte VW Golf TDI Blue Motion kultiviert und leise mit Drehzahlen um 2.000/min dahin, verlangt höchstens an Steigungen und beim Überholen mal nach dem vierten Gang – und am Ende nach 5,8 Liter/100 km.

Das Fazit im Verbrauchsvergleich zwischen VW Golf TDI Blue Motion (5,3 Liter pro 100 km / 140 g CO2/km) und Toyota Auris HSD (6,3 Liter/100 km / 147 g CO2/km):

In der Praxis offenbart der Toyota Auris HSD Licht und Schatten. Er ist komfortabel und sauber in der Stadt, bei Landstraßenfahrten steigen Verbrauch und Geräuschniveau mit zunehmendem Tempo spürbar. So liegt er im gemischten Durchschnittsverbrauch mit 6,3 Litern zwar absolut gesehen günstig, braucht aber trotzdem einen Liter mehr als der VW Golf TDI Blue Motion. Der bleibt bei allen Disziplinen im Fünf-Liter-Fenster und von höheren Geschwindigkeiten unbeeindruckt. Dennoch zeigt das Toyota-Hybridkonzept eine hohe Reife, wobei der Praxisnutzen stark vom Fahrprofil abhängt.


Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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