Vier Mittelklasse-Turbodiesel

Schwarze Magie

Foto: Hans-Dieter Seufert 73 Bilder

Die Karten in der deutschen Mittelklasse mit Premium-Anspruch werden neu gemischt. Der VW Passat 2.0 TDI und der BMW 320d treten gegen den Audi A4 2.0 TDI und den Mercedes C 220 CDI zum großen Showdown an. Wie schlagen sich die beiden Neuen?

Die Wege ins gelobte Premium- Land fallen unterschiedlich aus. VW setzt beim Passat auf Größe. Der BMW 3er besitzt im Vergleich dazu eine zierliche Figur. Die VW-Schwester Audi bietet gleichfalls ein Kontrastprogramm zum Passat. Als Hauptkonkurrenten sieht man hier BMW, weshalb großer Wert auf agiles Fahrverhalten gelegt wird. Auch Mercedes zielt nach der Überarbeitung der C-Klasse in diese Richtung, ist aber sorgsam darauf bedacht, traditionelle Werte wie hohen Fahrkomfort nicht darunter leiden zu lassen.

Der Passat bietet eine Raumfülle, die seine Konkurrenten alt ausssehen lässt. Die Beinfreiheit im Fond erreicht ein Maß, das an Luxuslimousinen heranreicht. Für die Konkurrenz gilt: Man sitzt nicht schlecht im Fond, aber die Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt. Im Audi-Fond stört die zu steil angeordnete Lehne, im BMW die knappe Innenhöhe. Als Reisewagen für die ganze Familie hat der VW überdies den Vorteil eines gewaltigen Kofferraums. Dessen Fassungsvermögen schlägt die Mitbewerber um mehr als 100 Liter.

Was die sicht- und fühlbare Qualität des Innenraums angeht, ist der Audi Spitze. In diesem Punkt hat Audi BMW und Mercedes überholt. Der VW Passat setzt auf Blendwerk. Chrom sowie – aufpreispflichtige – Holzbeplankung wirkt wie dick aufgetragenes Make-up.

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Vergleichstest VW Passat 2.0 TDI, BMW 320d, Mercedes C 220 CDI, Audi A4 2.0 TDI
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Zwei Front- gegen zwei Hecktriebler

Beim Fahren zeigt sich, dass man es mit zwei oppositionellen Parteien zu tun hat. Den Sportverein bilden der BMW und der Audi. Beide beweisen sehr gutes Handling – präzise und zielgenau auf kurvigenStrecken, geringe Karosseriebewegungen. Der Mercedes, obwohl nach der letzten Modellpflege deutlich verbessert, bleibt im Handling hinter den Spitzenreitern zurück. Das ist aber auch alles. Das Fahrverhalten ist sicher und gut berechenbar. Ähnliches gilt für den VW. Seine Lenkung vermittelt einen im Vergleich weniger präzisen Fahrbahnkontakt, auf kurvenreichen Strecken wirkt er auch wegen seiner Größe nicht so agil. Aber genau wie der Mercedes macht er dies durch überlegenen Fahrkomfort wieder wett.

Die Gegensätze werden geringer, wenn man die Antriebseinheiten anschaut. Allesamt sind Turbodiesel mit vier Zylindern, alle mit einem Sechsganggetriebe gekoppelt. Beim VW kann man das Doppelkupplungsgetriebe ordern, mit dem auch der Testwagen ausgerüstet war. Es schaltet perfekt und ist eine Empfehlung, wenn man den Umgang mit Kupplungspedal und Schalthebel satt hat. Wobei der durchaus Vergnügen machen kann, wie der BMW mit seiner präzisen Schaltung beweist. Mercedes und Audi hinken in diesem Punkt um Nuancen hinterher.

Zu den Motoren. Im Passat-Programm steht der Kunde vor der Wahl, entweder den alten Zweiliter-Zweiventiler mit Rußfilter zu wählen oder den moderneren Vierventiler gleichen Hubraums und gleicher Leistung – aber ohne Rußfilter. Der Audi besitzt genau diesen Vierventiler, ein Rußfilter ist derzeit nicht lieferbar. BMW und Mercedes berechnen für den Partikel-Eliminator einen Aufpreis.

Der Passat-Testwagen ist mit dem Filter-Motor ausgerüstet, der trotz antiker Technik seine Sache nicht schlecht macht. Wichtigster Nachteil: Im Verbrauch ist er nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Der Audi-Motor spricht besser aufs Gas an, ist drehwilliger und verbraucht weniger. Genau wie der Vierzylinder des Mercedes. Die Spitze bildet der BMW. Kraftvoll aufs Gas reagierend, drehfreudig und sparsam gehört sein Motor zu den Triebwerken, die auch eingefleischte Diesel-Gegner überzeugen könnten. Motor und Fahrwerk gehen hier eine überzeugende Kombination ein, die für einen knappen Gesamtsieg sorgt.

Fazit

1. BMW 320 d
509 Punkte

Mit überlegenen Fahrleistungen, geringem Verbrauch, erstklassigem Fahrverhalten und gutem Fahrkomfort markiert der BMW die Spitze.

2. Mercedes C 220 CDI Elegance
508 Punkte

Das Geheimnis des Mercedes: Er leistet sich keine auffälligen Schwächen. Im Fahrkomfort bildet er nach wie vor den Maßstab in dieser Klasse.

3. Audi 2.0 TDI
505 Punkte

Ein betont dynamisches Auto mit sehr hoher Karosseriequalität und guten Fahrleistungen. Im Fahrkomfort hat der A4 ein spürbares Defizit.

4. VW 2.0 TDI
504 Punkte

Kein Verlierer, nur in Laufkultur und Verbrauch nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Seine Stärken liegen in Komfort und überlegenem Platzangebot.

Technische Daten
VW Passat 2.0 TDI Comfortline Mercedes C 220 CDI Elegance BMW 320d Audi A4 2.0 TDI
Grundpreis 30.900 € 34.678 € 32.000 € 28.500 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4765 x 1820 x 1472 mm 4526 x 1728 x 1426 mm 4520 x 1817 x 1421 mm 4586 x 1772 x 1427 mm
KofferraumvolumenVDA 565 l 455 l 460 l 460 bis 720 l
Hubraum / Motor 1968 cm³ / 4-Zylinder 2148 cm³ / 4-Zylinder 1995 cm³ / 4-Zylinder 1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 103 kW / 140 PS bei 4000 U/min 110 kW / 150 PS bei 4200 U/min 120 kW / 163 PS bei 4000 U/min 103 kW / 140 PS bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 206 km/h 224 km/h 225 km/h 212 km/h
0-100 km/h 9,8 s 9,6 s 8,4 s 9,3 s
Verbrauch 6,3 l/100 km 6,4 l/100 km 5,7 l/100 km 5,7 l/100 km
Testverbrauch 8,6 l/100 km 7,8 l/100 km 7,6 l/100 km 8,3 l/100 km
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