Alfa Romeo Mito 1.4 TB 16V Super, Citroën DS3 THP 155 Sport Chic, Honda CR-Z Sport, Suzuki Swift 1.6 Sport, Front Hans-Dieter Seufert
Alfa Romeo Mito 1.4 TB 16V Super, Citroën DS3 THP 155 Sport Chic, Honda CR-Z Sport, Suzuki Swift 1.6 Sport, Front
Alfa Romeo Mito 1.4 TB 16V Super, Citroën DS3 THP 155 Sport Chic, Honda CR-Z Sport, Suzuki Swift 1.6 Sport, Heck
Citroën DS3 THP 155 Sport Chic, Front, Slalom
Suzuki Swift 1.6 Sport, Frontansicht
43 Bilder

Vier sportliche Kleinwagen im Test

Alfa Mito, Citroen DS3, Honda CR-Z und Swift

Mit Alfa Romeo Mito 1.4 TB 16V, Citroën DS3 THP 155, Honda CR-Z und Suzuki Swift Sport treffen vier kraftvolle Kleinwagen aufeinander. Schick, sportlich und teils außergewöhnlich. Und sicher keine Autos, die an jeder Ecke stehen.

Ob in München-Schwabing oder im Stuttgarter Westen, überall parken Minis dicht an dicht. Schwarzes oder weißes Dach? Roter oder gelber Lack? Die Unterschiede sind marginal, die Individualität geht schnell verloren. Warum also nicht mal was Neues ausprobieren? Es fahren vor: der Alfa Romeo Mito, Designstück und Hingucker für 19.050 Euro. Dazu gesellen sich ein kecker Citroën DS3 mit ungewöhnlicher Seitenlinie und peppigem Interieur zum Preis von 20.500 Euro und ein völlig schnickschnackloser Suzuki Swift Sport zum Kampfpreis von 18.490 Euro. Vierter im Bunde, 23.390 Euro teuer und quasi die ökologisch-extravagante Alternative: ein Honda CR-Z mit wenig Platz, aber einem 1,5-Liter-Benziner samt zehn kW starkem E-Motor unter der flachen Haube.

Allen vier Kleinwagen gemein sind nicht nur der Style und die Kürze. Mit rund 1,1 Tonnen Lebendgewicht und Leistungsdaten zwischen 124 bis 156 PS versprechen die Kraftzwerge auch viel Fahrspaß und sportliche Fahrleistungen, die denen eines Mini Cooper absolut ebenbürtig sind.

Kleinwagen Citroën DS3 ist mehr als ein modisches Handtäschchen

Der auffälligste Kandidat im Kleinwagen-Quartett ist der Citroën DS3 THP 155. Mit seinem knuffigen Design, der zweifarbigen Karosserie, Dachaufklebern und reichlich Chromzierrat lehnt sich der Citroën klar an die Verkaufsstrategie des erfolgreichen Mini an. Zudem ist die hier getestete SportChic-Variante nahezu komplett ausgestattet. Heckspoiler, 17-Zoll-Räder, Klimaautomatik, Tempomat, Subwoofer - alles da. Das Cockpit ist für einen Kleinwagen ausgesprochen edel und sauber verarbeitet. Klavierlack und Alu zieren Mittelkonsole, Schalthebel und das unten abgeflachte Lenkrad. Optional gibt es für schlanke 100 Euro Dekoreinsätze, die das Cockpit zusätzlich würzen. Sportsitze, gehüllt in eine Stoff-Alcantara-Mischung, sind Serie. Nur der Parfümspender rechts am Armaturenbrett dürfte nicht jedermanns Geschmack sein.

Dass der Citroën DS3 mehr ist als ein modisches Handtäschchen, beweist er schon kurz nach dem Anlassen. Fast schon aufmüpfig dumpf brummelt der Turbobenziner aus den verchromten Endrohren. Also ab und weg. Und wie. 240 Newtonmeter Drehmoment und 156 PS sorgen für die besten Fahrleistungen in diesem Test. Sieben Sekunden für Nullhundert? 210 km/h Spitze? Locker. Dem Fahrer bleibt es überlassen, ob er gemütlich im sechsten Gang bummelt oder alle Pferde abruft. Kraft ist immer da, und die Sechsgang-Box macht Lust aufs Schalten. Wer es gemächlich laufen lässt, wird mit Verbräuchen zwischen sieben und acht Litern auf 100 Kilometern belohnt.

Auch das gut abgemischte Fahrwerk des Citroën DS3 spielt mit. Für sportliche Kurvenhatz bis zum Abwinken ist der DS3 ebenso bereit wie für eine längere Autobahnfahrt. Nur Querfugen und eine bei schneller Fahrt unpräziser werdende Lenkung dämpfen das Vergnügen. Ebenfalls ein Schwachpunkt: die mäßigen Bremsen. Pluspunkte sammelt der Citroën DS3 hingegen im klassischen Alltagsbetrieb. Die Vordersitze lassen sich via Easy Entry wieder bequem in die eingestellte Position bringen; mit einem Volumen von 285 Litern schluckt der Kofferraum am meisten Gepäck, und die Rückbank lässt sich für größere Transportaktionen geteilt umklappen (ohne Aufpreis).

Sportlich minimalistischer Kleinwagen Suzuki Swift Sport

Dagegen sieht der weiß lackierte Suzuki Swift Sport etwas blass aus. Sein putzig kleiner Kofferraum fasst gerade mal 211 Liter, und die Lehnen lassen sich nur komplett umklappen. Der 136 PS starke Japaner ist eben Minimalist und voll dem flotten Fahren verpflichtet. Bunte Gimmicks im Cockpit? Hier nicht. Schwarzer Kunststoff dominiert. Klare Instrumente, ein Lederlenkrad mit roten Nähten und Sportsitze müssen reichen. Drei Kurven später ist klar: Der gebotene Seitenhalt der Sitze ist auch dringend nötig. Dank präziser Lenkung und Sportfahrwerk zischt der Suzuki Swift Sport beeindruckend schnell und leichtfüßig um jede Ecke.

Klar, das Fahrwerk ist nicht so kommod wie im Citroën DS3. Dafür nervt es aber auch nicht mit störenden Stößen; es bleibt konsequent straff, steckt Querfugen trotzdem besser weg und ist so verlässlicher. Auf kurvigen Sträßchen kann dem Suzuki Swift Sport keiner folgen – immer vorausgesetzt, der Fahrer lässt den kleinen 1,6-Liter-Sauger drehen und drehen. Und drehen. Denn mit einem mageren Drehmoment von 160 Nm (ab 4.400 Touren) geht die Elastizität in den höheren Gängen ab in den Keller. Trotz dieser Schwäche hält sich der Durst des Saugers jedoch in Grenzen. 8,1 L/100 km genügten im flott gefahrenen Testbetrieb (DS3: 8,9 L/100 km).

Ist der Suzuki Swift Sport damit aus dem Rennen? Sicher nicht. Denn für nur 18.490 Euro ist er geradezu verführerisch günstig. Ja, aber? Nix aber. Selbst Metallic-Lack, Sitzheizung, Klimaautomatik, Tempomat und Bixenon-Scheinwerfer sind bereits mit an Bord. Für derartige Extras müssten Mito-Kunden noch über 2.500 Euro drauflegen – zusätzlich zum Grundpreis von 19.050 Euro. Viel mehr Glanz als etwas Chrom auf der Außenhaut sowie Klimaanlage, CD-Radio und elektrische Fensterheber kann der Kleinwagen aus Italien nicht bieten. Immerhin: Die klassischen, gut ablesbaren Rundinstrumente erinnern an sportliche Alfa-Zeiten, und die Ausstattungsliste offeriert reichlich Extras (Spiegelkappen, Aufkleber, Scheinwerferrahmen), um den Alfa Romeo Mito 1.4 weiter aufzupeppen.

Alfa Romeo Mito knackt als Einziger 9,0-Liter-Marke

Serienmäßig verbaut ist im Alfa Romeo Mito 1.4 TB 16V Super hingegen der durchzugsstarke Multiair-Turbobenziner mit 135 PS. Im Stand noch etwas rau, bringt er den Mito ansatzlos flott voran. Insbesondere, wenn vorher via DNA-Taste der Dynamikmodus aktiviert wurde. Die Gaspedalkennlinie ist dann voll auf Durchzug gestellt, was dem 1,2 Tonnen schweren Zweitürer zu 206 Nm und Beschleunigungswerten des Suzuki Swift Sport verhilft. Schade nur, dass der ansprechende Motor an ein unpräzises Fünfganggetriebe gekoppelt ist. Damit geht nicht nur der Schaltspaß gegen null, der kurz übersetzte fünfte Gang sorgt auch dafür, dass der Vierzylinder ab 150 km/h mächtig Radau macht. Obwohl der Kofferraum 270 Liter (15 Liter weniger als im Citroën DS3) fasst und es sich im Fond vernünftig sitzen lässt, sind weite Shoppingtouren damit kein Vergnügen. Und sie werden teuer. Trotz Start-Stopp-System knackt der Alfa Romeo Mito als Einziger die Neun-Liter-Marke. Minimal spritzte sich der aufwendig konstruierte Vierzylinder 6,1 L/100 km ein – einen halben Liter mehr als der deutlich stärkere Turbo im Citroën DS3.

Wenig Freude bereitet der Alfa Romeo Mito auch auf der flotten Runde über Land. Die erhoffte Sportlichkeit ist schnell dahin. Die diffuse Lenkung, die auch vor Antriebseinflüssen nicht gefeit ist, vereitelt präzise Kurvenmanöver ebenso wie das stößige Fahrwerk. Ein auf holpriger Strecke ständig und nervig knisterndes Cockpit lässt zudem an der Verarbeitungsqualität zweifeln.

Honda CR-Z lässt sportliche Kleinwagen-Konkurrenz ziehen

Mit derartigen Sorgen muss sich der Pilot des Honda CR-Z nicht quälen. Sein fahrerorientiertes Cockpit ist solide zusammengeschraubt, das straffe Fahrwerk ermöglicht in Kombination mit der präzisen, stoßfreien Lenkung eine hohe Agilität. Auch mangelt es nicht an Fahrkomfort. Der Fahrer selbst sitzt tief, fühlt sich entsprechend sportiv und muss dennoch alle Konkurrenten ziehen lassen. Warum? Der Honda CR-Z ist ein individueller Typ mit grünen Hintergedanken, ein Sport-Hybrid. Sein 114-PS-Vierzylinder wird unterstützt durch einen zehn kW leistenden E-Motor, der bei vollgetankter Batterie einen kleinen Boost-Faktor zuliefern kann. Die maximal möglichen 174 Nm reichen dennoch nicht, um weiter vorne mitzufahren. Immerhin: Der grüne Hintergedanke wirkt. Mit 6,9 (Testverbrauch) und 4,8 L/100 km auf der auto motor und sport-Verbrauchsrunde ist der schwächliche Honda CR-Z erfreulich sparsam.

Das größte Manko des Honda CR-Z, unschwer zu erkennen, ist daher eher das Karosseriekonzept. Vier Leute werden in einem CR-Z niemals auf Reisen gehen. Die beiden sehr eng gestalteten Fondsitze sind eher Jackenablage als Sitzplatz. Auch lässt der flache Kofferraum keine größeren Gepäckstücke zu, und angesichts der massiven C-Säulen fehlt es ebenso massiv an Rundumsicht.

So bleibt dem teuren Honda CR-Z nur ein kleiner Triumph in der Umweltwertung. Das Schmuckstück aus Italien erkämpft sich mit seinem kräftigen Motor und guten Bremswerten den dritten Rang. Um die vordersten Plätze rangeln die Kleinwagen Suzuki Swift Sport und Citroën DS3. Zwei fast schon kultige Rennsemmeln, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der eine die gelungene Mini-Neuinterpretation, der andere der hartgesottene Minimalist. Fahrspaß vermitteln in jedem Fall beide.

Fazit

1. Citroen DS3 THP 155 Sport Chic 461 Punkte

Schick, schnell und überraschend agil. Der Citroen DS3 liegt knapp vorne.

2. Suzuki Swift 1.6 Sport 457 Punkte

Quirlig, enorm günstig und voller Fahrfreude - aber der Suzuki Swift Sport ist durchzugsschwach.

3. Alfa Romeo Mito 1.4 TB 16V Super 442 Punkte

Stark, aber kein Kurvenkenner. Der Alfa Romeo Mito enttäuscht.

4. Honda CR-Z Sport 420 Punkte

Individuell, sparsam und trotzdem schnell. Für Rang drei fehlt es dem Honda CR-Z an Platz.

Technische Daten

Alfa Romeo Mito 1.4 TB 16V MultiAir Super Honda CR-Z 1.5 Sport Suzuki Swift 1.6 Sport Citroën DS3 THP 150 SportChic
Grundpreis 19.050 € 23.390 € 18.990 € 21.560 €
Außenmaße 4063 x 1720 x 1446 mm 4080 x 1740 x 1395 mm 3890 x 1695 x 1510 mm 3948 x 1715 x 1458 mm
Kofferraumvolumen 270 bis 950 l 225 bis 595 l 211 bis 892 l 285 bis 980 l
Hubraum / Motor 1368 cm³ / 4-Zylinder 1497 cm³ / 4-Zylinder 1586 cm³ / 4-Zylinder 1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 99 kW / 135 PS bei 5000 U/min 84 kW / 114 PS bei 6100 U/min 100 kW / 136 PS bei 6900 U/min 115 kW / 156 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 207 km/h 200 km/h 195 km/h 210 km/h
0-100 km/h 8,0 s 8,2 s 7,8 s 7,0 s
Verbrauch 5,6 l/100 km 5,0 l/100 km 6,4 l/100 km 5,8 l/100 km
Testverbrauch 9,1 l/100 km 6,9 l/100 km 8,1 l/100 km 8,9 l/100 km
Alfa Romeo Mito 1.4 TB 16V MultiAir Super Honda CR-Z 1.5 Sport Suzuki Swift 1.6 Sport Citroën DS3 THP 150 SportChic
Grundpreis 19.050 € 23.390 € 18.990 € 21.560 €
Außenmaße 4063 x 1720 x 1446 mm 4080 x 1740 x 1395 mm 3890 x 1695 x 1510 mm 3948 x 1715 x 1458 mm
Kofferraumvolumen 270 bis 950 l 225 bis 595 l 211 bis 892 l 285 bis 980 l
Hubraum / Motor 1368 cm³ / 4-Zylinder 1497 cm³ / 4-Zylinder 1586 cm³ / 4-Zylinder 1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 99 kW / 135 PS bei 5000 U/min 84 kW / 114 PS bei 6100 U/min 100 kW / 136 PS bei 6900 U/min 115 kW / 156 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 207 km/h 200 km/h 195 km/h 210 km/h
0-100 km/h 8,0 s 8,2 s 7,8 s 7,0 s
Verbrauch 5,6 l/100 km 5,0 l/100 km 6,4 l/100 km 5,8 l/100 km
Testverbrauch 9,1 l/100 km 6,9 l/100 km 8,1 l/100 km 8,9 l/100 km
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