VW Bora

Frischer Wind im Stufenheck-Segment: Mit dem Bora will VW nicht nur den Opel Astra und den Ford Focus, sondern auch die BMW Dreier Reihe ins Visier nehmen.

Zufall oder nicht: Zeitgleich mit dem Verkaufsstart der Golf-Stufenheckvariante Bora steigt in Deutschland die Nachfrage nach nickenden Dackeln – jenen kleinen Tieren, die sich früher auf vielen Hutablagen der Vorgänger Jetta und Vento zu Hause fühlten, und die mittlerweile fast so lange Lieferfristen haben wie mancher Golf. Dabei ersehnen die VW Verantwortlichen für den Bora nichts mehr als einen tiefgreifenden Imagewandel. Weg vom Ruf eines Spießerautos mit Wackeldackel und umhäkelter Klopapier-Rolle im Fond, hin zur sportlich anmutenden Mittelklasse- Limousine, die an gleicher Stelle modische Utensilien wie Tennisschläger oder Reitgerte beherbergt.

Deshalb wurde dem Golf diesmal nicht einfach nur ein Stufenheck angehängt, sondern das Styling komplett überarbeitet: Rechteckscheinwerfer und ein leicht modifizierter Grill vorne unterscheiden den Bora ebenso wie eine Heckpartie mit hoher Abrißkante und kleineren Rückleuchten vom Bestseller des Hauses. Daß die Designer um den Chefstylisten Hartmut Warkuß dem Bora einen dynamischeren Auftritt als bei den Vorgängern verschafft haben, steht außer Frage. Ob diese optischen Maßnahmen reichen, um gegen den BMW Dreier zu konkurrieren, darf aber zunächst einmal bezweifelt werden.

Im Innenraum vermittelt der Bora nämlich keinesfalls Mittelklasse-Gefühle, zumindest nicht im Hinblick auf das Platzangebot im Fond. Den Passagieren fehlt es dort ebenso an Beinfreiheit wie im Golf. Da hat selbst mancher Konkurrent in der Kompaktklasse deutlich mehr zu bieten. Knapper als bislang geht es auch im Kofferraum zu, wenngleich mit 455 Liter Volumen (Vento: 500 Liter) ein Maß geboten wird, das in den meisten Fällen ausreichen dürfte. Einschränkungen erfordern vielmehr die hohe Ladekante und der kleine Durchladeausschnitt, der sich eröffnet, wenn man die Rücksitzbank umklappt. Breite, sperrige Gegenstände lassen sich hier, wenn überhaupt, nur mit Mühe unterbringen. Die Kritik am Raumangebot gilt für die vorderen Plätze jedoch nicht. 

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • gute VerarbeitungsqualitäŠt gutes Raumangebot vorne reichhaltige Ausstattung
  • kleiner Kofferraumausschnitt wenig Platz im Fond
Fahrkomfort
  • niedriges GeräŠuschniveau im Innenraum
  • zu hohe Sitzposition eingeschräŠnkter Federungskomfort WindgerŠäusche bei hoher Geschwindigkeit
Antrieb
  • leistungsstarker Motor harmonische Kraftentfaltung gute ElastizitäŠt leicht schaltbares Getriebe
Fahreigenschaften
  • leichtgŠängige, exakte Lenkung neutrales Eigenlenkverhalten hohe AgilitŠät sichere Fahreigenschaften guter Geradeauslauf
Sicherheit
  • vier Airbags serienmŠäßig ABS und ESP serienmŠäßig Gurtstraffer vorne sehr gute Bremsen Isofix-Vorbereitung
Umwelt
  • schadstoffarm nach D3 angemessener Verbrauch
Kosten
  • akzeptable Kraftstoffkosten umfangreiches Servicenetz hoher Anschaffungspreis hohe Teilkaskoeinstufung nur ein Jahr Garantie

Fazit

Der VW Bora erweist sich in der getesteten V5-Version als leistungsstarkes Kompaktmodell mit sehr guten Fahreigenschaften. Nachteile der Golf-Stufenheckversion sind der eingeschränkte Komfort und der hohe Anschaffungspreis.

Übersicht:
Technische Daten
VW Bora V5 Highline
Grundpreis 23.700 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4376 x 1735 x 1446 mm
KofferraumvolumenVDA 455 bis 785 l
Hubraum / Motor 2324 cm³ / 5-Zylinder
Leistung 110 kW / 150 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 216 km/h
0-100 km/h 10,0 s
Verbrauch 9,4 l/100 km
Testverbrauch 9,7 l/100 km
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